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Klimawandel und Verkehr

Verkehrsemissionen heizen das Klima auf

Für den weltweiten Klimawandel ist insbesondere das Treibhausgas Kohlendioxid verantwortlich, das vor allem bei der Verbrennung von Kohle, Gas und Öl entsteht. Neben der Energiewirtschaft, der Industrie und privaten Haushalten heizt gerade der Verkehrssektor das Klima gewaltig auf - mit steigender Tendenz.

Ein Fünftel des in Deutschland ausgestoßenen CO2 wird durch den Verkehr verursacht. Mehr als die Hälfte dieser Emissionen kommt aus den Auspuffrohren der rund 41 Millionen Pkw auf deutschen Straßen.[1]

Die zugehörige Formel ist einfach: Je mehr Sprit ein Fahrzeug verbrennt, desto mehr CO2 wird ausgestoßen. Pro Liter Benzin sind das rund 2,4 Kilogramm Kohlendioxid, pro Liter Diesel sogar knapp 2,7 Kilogramm. Ein Auto, das 6,3 Liter Benzin auf 100 gefahrene Kilometer verbraucht, stößt pro Kilometer 150 Gramm CO2 aus. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern ergibt das 1,5 Tonnen CO2.

Und mit dem Auto fahren die Deutschen am liebsten: 80 Prozent der gefahrenen Kilometer werden mit dem Auto zurückgelegt und nur 20 Prozent mit anderen Verkehrsmitteln wie Bus und Bahn. Tendenz steigend: Der Autoverkehr in Deutschland ist zwischen 1991 und 2005 um mehr als 20 Prozent angewachsen. [2]

Toleranzgrenze bei jährlich zwei Tonnen CO2 pro Person

Um eine Stabilisierung des Klimas zu erreichen, muss nach Berechnungen von Experten der CO2-Ausstoß langfristig um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem heutigen Niveau gesenkt werden. Das bedeutet, dass weltweit jeder Mensch künftig höchstens noch zwei Tonnen CO2 jährlich verursachen darf. Besonders im Verkehrssektor sind daher tiefgreifende Veränderungen erforderlich: Denn gegenwärtig übersteigt man bereits mit der durchschnittlichen jährlichen Autofahrleistung sein gesamtes „CO2-Budget“. Ein Urlaubsflug in die Karibik würde dieses Jahresbudget sogar um das Dreifache überschreiten.

Das hohe Verkehrsaufkommen trägt nicht nur wesentlich zur Veränderung unseres Klimas bei und verschmutzt unsere Luft mit Stickstoffen, Rußpartikeln und anderen Schadstoffen. Hinzu kommen weitere Beeinträchtigungen wie das Zerschneiden der Landschaft und die Flächenversiegelung durch Straßen- bzw. Bahnausbau. Schließlich steigt mit zunehmendem Verkehr die Belastung durch Lärm. Auch diese Faktoren sprechen dafür, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren und möglichst klimaverträglich zu gestalten.

Gewohnheiten hinterfragen

In unserer täglichen Mobilität verfallen wir oft in Gewohnheiten. Gerade das Auto wird häufig unbedacht genutzt, obwohl andere Verkehrsmittel im Vergleich oft preiswerter, schneller und vor allem klimaverträglicher sind. Deshalb kann es sich durchaus lohnen, solche Gewohnheiten zu hinterfragen und neue Varianten auszuprobieren. Nachhaltige Mobilität kann nicht nur die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen. Sie bedeutet auch verbesserte Lebensqualität, erhöhte Verkehrssicherheit sowie geringere Kosten.

[1] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Verkehr und Umwelt - Herausforderungen, September 2007, Link zum PDF-Dokument; Umweltbundesamt, Climate Change: Berichterstattung unter der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen 2009 Nationaler Inventarbericht zum Deutschen Treibhausgasinventar 1990-2007, April 2009, Link zum PDF-Dokument

[2] infas, DIW Berlin (2002): Mobilität in Deutschland und infas, DLR (2008): Mobilität in Deutschland. Dritter Zwischenbericht

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Stand: 14.08.2009

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Weiterführende Links

www.umweltbundesamt.de Informationen zum Klimaschutz auf der Website des Umweltbundesamtes www.bmu.de Aktuelle Informationen zum Thema Verkehr des Bundesumweltministeriums

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