Regionale Lebensmittel – ein Beitrag zum Klimaschutz
Kurze Transportwege tragen zur Verminderung von Treibhausgasen bei
Mittlerweile finden sich in den Supermärkten immer häufiger regionale Lebensmittel. Wer sich zum Kauf entscheidet, leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, zum Erhalt wertvoller, traditioneller Kulturlandschaften, stärkt den heimischen Arbeitsmarkt und wird belohnt mit hervorragender Lebensmittelqualität, Frische und gesunden Produkten aus transparenter Erzeugung.
Auch Verbraucher, die nicht zur üblichen Bio-Klientel gehören, nehmen gerne Regionalprodukte an, wenn sie erreichbar angeboten werden. Dabei spielt das Lokalkolorit und ein gewisser folkloristischer Charme zwar sicherlich auch eine Rolle bei der Produktwahl, aber wesentlicher ist der Wunsch nach Transparenz und Verbrauchersicherheit. Kurze Transportwege können dabei für eine positive Energiebilanz stehen und regionale Lebensmittel leisten somit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.
Lange Transportwege belasten Umwelt und Klima
Argentinisches Rind kommt relativ preiswert in die Kühltheken deutscher Supermärkte. Der Endpreis darf aber nicht über den Aufwand hinwegtäuschen, der zur Bereitstellung betrieben werden muss. Das Filet legt mindestens 12.000 Kilometer von der Produktionsstätte bis zum Endverbraucher zurück - größtenteils im Flugzeug. Allein der Treibstoffverbrauch für den Transport ist enorm, Kühlung und Aufwand zur Lebensmittelhygiene während der Transportzeit addieren sich dazu. Schon bei der Produktion von Rindfleisch wird etwa 10 mal mehr CO2 produziert als bei der Erzeugung pflanzlicher Lebensmittel mit ähnlich hohem Nährwert. Grundsätzlich ist es daher eine Überlegung wert, ob man seinen persönlichen Fleischkonsum einschränkt oder wenigstens bei einem regionalen Erzeuger einkauft.
Ein weiteres Beispiel verdeutlicht den betriebenen Aufwand: ein Kilo Erdbeeren aus Südafrika, mit dem Flugzeug nach Deutschland gebracht, verbraucht ca. 4,8 Liter Erdöl! Bei Erdbeeren aus Italien verringert sich der Spritverbrauch bereits wesentlich auf etwa 100 Milliliter und beim regionalen Einkauf werden im Durchschnitt nur 28 Milliliter Erdöl für das Kilo Erdbeeren verbraucht. Vor dieser Bilanz mutet die Globalisierung auf dem Lebensmittelsektor absurd an. Zudem schmeckt frisch geerntetes Obst viel besser und ist wesentlich gesünder.
Discount ist unterm Strich teurer
Der vermeintlich niedrige Preis, den der Verbraucher an der Supermarktkasse für Waren aus Übersee bezahlt, spiegelt nicht den realen Aufwand wider, der für die Verfügbarkeit des Produkts betrieben werden muss. Es gibt versteckte Kosten, die über Steuern und Abgaben letztlich allen auferlegt werden. Steuerlich begünstigtes Flugbenzin, Handelssubventionen etc. machen importierte Waren zwar auf dem Markt billig, aber die Kosten trägt der Steuerzahler. Ganz zu schweigen von den Folgekosten umwelt- und klimaschädlicher Anbau- und Vertriebsmethoden; die finanziellen Lasten zum Schutz unseres Planeten tragen wir schon heute zu einem Teil, doch die Hauptbelastungen bürden wir unseren Kindern und Enkeln auf.
Wenn jeder verantwortungsvoll mit seinen eigenen Ansprüchen umgeht und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sein Konsumverhalten korrigiert, ist ein großer Schritt vorwärts getan. Etwa ein Drittel der klimabelastenden Emissionen fallen in privaten Haushalten an und hier kann jeder einzelne Verbraucher mündige Entscheidungen zum Wohl der jetzigen und zukünftigen Generationen treffen.
Wer sich gelegentlich zum Kauf regionaler Lebensmittel entscheidet, leistet einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, zum Erhalt wertvoller, traditioneller Kulturlandschaften, stärkt den heimischen Arbeitsmarkt und wird belohnt mit hervorragender Lebensmittelqualität, Frische und gesunden Produkten aus transparenter Erzeugung.
Stand: 27.08.2009
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