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Erwartungen an Politik und Wirtschaft

Im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) und der Kampagne „für mich. für dich. fürs klima.“ hat die Prognos AG 3.284 Verbraucher in einer repräsentativen Online-Untersuchung befragt. Die Ergebnisse belegen eine große Bereitschaft der Verbraucher zu klimafreundlicher Mobilität. Daraus ergeben sich folgende Erwartungen an Politik und Anbieter.

 

Optimierung von öffentlichen Verkehrsmitteln

Der wesentliche Mangel des öffentlichen Verkehrsmittelangebotes liegt aus Sicht der Verbraucher in dessen Organisation und Angebot. Mangelnde Abstimmung, unpünktliche Züge, zu große Abstände zwischen den Zügen und zu lange Reisedauer werden von über 60 Prozent der Verbraucher kritisiert.

Erwartungen

  • Jährlich gehen sieben Milliarden Euro Regionalisierungsmittel des Bundes für den öffentlichen Nahverkehr direkt an die Länder. Um einen effizienten und an die Bedürfnisse der Verbraucher orientierten Mitteleinsatz zu gewährleisten, muss der Bund die Verwendung der Gelder regelmäßig evaluieren.
  • Es bedarf der Entwicklung eines integrierten Verkehrskonzepts, das die Effizi-enzpotentiale aller Verkehrsträger optimal ausnutzt und vernetzt.
  • Auch der öffentliche Reisefernverkehr muss besser werden. Oberzentren sind mindestens halbstündlich, Mittelzentren stündlich zu verbinden. Hierfür ist eine Optimierung der Geschwindigkeiten und Anschlüsse im gesamten Fahrplannetz erforderlich. Die Netzknoten müssen ausgebaut werden, um den Umstei-geverkehr zu sichern.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Servicequalität: Das Tarifsystem bewerten 68 Pro-zent, die Fahrpläne 52 Prozent aller Verbraucher als unübersichtlich. Mit dem An-gebot an Haltestellen für öffentliche Verkehrsmittel sind die Befragten zufrieden. Kritik äußert die Mehrheit der Verbraucher allerdings am Zustand der Haltestellen und Bahnhöfe, den 62 Prozent als schlecht bemängeln.

Erwartungen

  • Das Tarifsystem der Verkehrsverbünde muss vereinheitlicht werden, damit überall die gleichen Regeln gelten, etwa für die Anerkennung der Bahncard oder bei der Fahrradmitnahme.
  • Verbraucher erwarten, dass Fahrkartenautomaten bundesweit einheitlich bedienbar sind.
  • Die Haltestellen und Bahnhöfe müssen sauberer und reisefreundlicher werden, da insbesondere Nichtnutzer sonst abgeschreckt werden.

 

Mit Elektrofahrrädern entspannt am Ziel ankommen

Die Vorteile beim Fahrradfahren überwiegen aus Sicht der Verbraucher. Das Fahrrad steht für Umweltfreundlichkeit, Gesundheitsbewusstsein und Kostenersparnis. Dennoch assoziieren 60 Prozent der Verbraucher Fahrradfahren mit einem Kom-fortverlust hinsichtlich der Wahl ihrer Kleidung, der Abhängigkeit vom Wetter sowie des Risikos, verschwitzt am Ziel anzukommen. Rund 45 Prozent der Verbraucher sind der Meinung, dass geeignete Fahrradabstellplätze fehlen und ihre Fahrstrecken zu lang sind.

Erwartungen

  • Die Bundesregierung muss die Förderung von Elektrofahrrädern in ihr Programm zum Ausbau der Elektromobilität aufnehmen.
  • Kommunen und Arbeitgeber müssen ausreichend sichere Fahrradabstellplätze zur Verfügung stellen. Darüber hinaus muss das Angebot an Leihfahrrädern erweitert werden.
  • Die Mitnahmemöglichkeiten von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen verbessert werden. Gerade für lange Strecken ist die Kombination Fahrrad mit öffentlichem Verkehr noch zu unattraktiv.

Transparenz und Orientierung sind gefragt

Im Bereich Mobilität bemängelt die Mehrheit der Verbraucher in erster Linie nicht grundsätzliche Informationsdefizite, sondern sieht Handlungsbedarf hinsichtlich der Vertrauenswürdigkeit der vorliegenden Informationen. 42 Prozent fühlen sich in diesem Bereich unsicher. Ebenso sind 67 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihnen die Orientierung fehlt, um die Klimawirkung einzelner Verkehrsmittel zu vergleichen. Politik und Anbieter sind hier gefordert, transparente und vertrauens-würdige Informationen bereitzustellen.

Stand: 11.09.2009

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"Die Bereitschaft ist da" Studie belegt: Verbraucher möchten klimafreundlich unterwegs sein

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