Rapsfeld und Windräder; Rechte: iStock

 

Klimabewusste Geldanlagen - Branchenschwerpunkte

Hier ist nicht nur die Fassade grün

Wenn Sie mit Ihrer Geldanlage gezielt einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten wollen, sollten Sie darauf achten, wie und wo Ihr Geld arbeiten wird. Wirklich saubere Gewinne winken bei Investments in typischen Umweltschutzbranchen.

Grundsätzlich gilt: Nicht jede Aktie bzw. jedes Unternehmen, das sein Geld mit Technologien zur Bekämpfung des Klimawandels verdient, ist tatsächlich ein echter Umweltwert. Schließlich ist fast jedes größere börsennotierte Unternehmen mit breiter Angebotspalette zumindest in Teilbereichen im Umweltschutz engagiert. Das gleiche gilt für Banken und Finanzdienstleister. Dieses Problem wird in Zukunft aller Voraussicht nach sogar eher zu- als abnehmen. Ein Unternehmen, das nur in einzelnen Geschäftsbereichen auf Energieeinsparung oder klimafreundlichere Produktionsmethoden setzt, zeichnet sich jedoch kaum als echte Klima-Aktie aus.

Greenwashing oder tatsächliche Investition in den Klimaschutz?

Zudem sind Verbraucher auch auf dem Markt für klimabewusste oder nachhaltige Geldanlagen nicht vor Mogelpackungen  gefeit. Denn nicht jede angeblich klimaschonende Produktionsweise oder Tätigkeit ist wirklich unzweifelhaft gut für die Umwelt.

Wer dagegen in Anlagen von Unternehmen investiert, die schwerpunktmäßig im Umweltschutz bzw. dem Abbau von Klimarisiken tätig ist, kann am ehesten sicher sein, mit seiner Geldanlage den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Öko-Rating-Agenturen und Entwickler von Börsenindizes für klimabewusste Geldanlagen haben zudem Branchen herausgefiltert, die als besonders klimafreundlich gelten bzw. vom Kampf gegen den Klimawandel überdurchschnittlich profitieren.

Angebote kritisch prüfen

Unstrittig ist zum Beispiel, dass Unternehmen aus dem Sektor erneuerbare Energien zu den Profiteuren des Klimawandels gehören. Aktien und Anleihen von Unternehmen, die in den Bereichen Solar- oder Windenergie, Biogas oder Biomasse, Geothermie, Brennstoffzellen oder Wasserkraftwerken tätig sind, machen in allen gängigen Klimawandel-Geldanlagen den Löwenanteil der Investments aus.

Doch Vorsicht: Auch hier gilt es, kritisch hinter die Kulissen zu blicken. Denn nicht jede „erneuerbare Energie“ dient dem Umweltschutz. Bestes Beispiel sind Agrarkraftstoffe: Der Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen ist längst nicht so klimafreundlich wie bislang angenommen. Im Gegenteil: Aktuelle Studien belegen, dass der Anbau von Mais, Raps oder Palmöl als Basis für Agrarkraftstoffe den Klimawandel anheizt statt ihn zu bremsen.

Anlagen von Unternehmen aus dem Bereich Wasseraufbereitung und -entsorgung gelten in der Regel ebenfalls als klimafreundlich. Das gleiche gilt für Unternehmen, die ihren Produktionsschwerpunkt im Bereich Wiederverwendung und Recycling haben oder Techniken zur Emissionskontrolle bzw. zur CO2-Reduktion entwickeln, wie beispielweise Hersteller von Brennstoffzellen oder Betreiber von Speicherkraftwerken.

Sind energiesparende Autos „klimafreundlich“?

Daneben zählen aber auch Hersteller von energieeffizienten Produkten oder Technologien zu den Klimaschützern. Hier teilen sich aber wiederum die Meinungen, was darunter zu verstehen ist. Während die britische Investmentbank HSBC bei Aktien aus dem Bereich energieeffizienter Transport zum Beispiel auch energiesparende Automobile berücksichtigt, akzeptieren strenge Umweltschützer nur Unternehmen aus den Bereichen Eisenbahn, Fahrradtechnik oder Elektrofahrzeuge.

Dass Anbieter energiesparender Heizungs-, Klima- und Lüftungssysteme sowie energiesparender Produktionsverfahren im Klimaschutzbereich tätig sind und deren Wertpapiere folglich zu den klimafreundlichen Anlagen zählen, ist dagegen unstrittig. Auch die Anbieter von Dämmstoffen und energiesparenden Häusern zählen dazu.

 

  • Ein Mix verschiedener Umweltschutzbranchen im Depot oder im Bereich der Anlageformen sorgt für bessere Risikostreuung. Denn wenn zum Beispiel der Markt für Solaranlagen, wie in 2009, unter Druck gerät, kann das durch eine bessere Entwicklung in anderen Branchen, wie zum Beispiel der Windenergie kompensiert werden. Auf ausreichende Risikostreuung sollte daher bei allen Investments nicht verzichtet werden.

Stand: 22.01.2010

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