Figuren mit Sparschwein; Rechte: iStock

 

Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger für Anleger

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Zahl umweltbewusster Anleger, die bereit sind, mit ihrer Kapitalanlage einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel zu leisten, wächst. Umfragen belegen jedoch zugleich: Die wenigsten fühlen sich ausreichend gut informiert, um diesen Wunsch bei der Anlageentscheidung tatsächlich umsetzen zu können.

Einer Umfrage der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank (DZ-Bank) vom Herbst 2009 zufolge halten mittlerweile 55 Prozent der Anleger Umweltschutz und Nachhaltigkeit für ein wichtiges Kriterium bei der Anlageentscheidung.[1]  Motiviert wird das Interesse an ökologischen Investments nicht nur durch ein zunehmendes Bewusstsein für den Umwelt- und Klimaschutz. 62 Prozent der ökologisch interessierten Anleger gehen vielmehr auch davon aus, dass sie mit umweltschonenden Anlagen eine attraktivere Rendite als bei konventionellen Geldanlagen erzielen können. Das belegt unter anderem eine Untersuchung der Börsen Hamburg und Hannover.

Banken müssen noch besser über „grüne Geldanlagen“ informieren

Zwischen der Bereitschaft zur Anlage mit ökologischem Schwerpunkt und dem tatsächlichen Investment klafft jedoch nach wie vor eine große Lücke. Nach einer Studie des Sustainable Business Institute (SBI) [2] der European Business School in Oestrich-Winkel und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben bislang nur 17 Prozent der deutschen Fondsanleger Klimaschutzaspekte bei ihrer Anlageentscheidung tatsächlich berücksichtigt. Die DZ-Bank geht davon aus, dass insgesamt rund 26 Prozent der Anleger ihr Interesse an umweltbewussten Geldanlagen auch in die Praxis umgesetzt haben.

Experten führen diese Zurückhaltung bei der Umsetzung einer klimabewussten Geldanlage vor allem auf Informationsdefizite zurück. Die Umfrage der DZ-Bank belegt zum Beispiel, dass sich rund 74 Prozent aller ökologisch interessierten Anleger über die Produkte zu wenig informiert fühlen. 64 Prozent der Befragten gaben aber auch an, dass ihnen die Angebote selbst und insbesondere die ökologischen Anlagekriterien zu wenig transparent seien.

Verbraucher wünschen sich mehr Möglichkeiten für die klimabewusste Geldanlage

 Anleger fordern daher eine höhere Kompetenz von Banken, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistern im Hinblick auf klimabewusstes Investment ein. Das betrifft den gesamten Finanzbereich. So wollen Verbraucher laut Studie des SBI auch wissen, wie Versicherer Risiken des Klimawandels absichern beziehungsweise in ihren Policen berücksichtigen.

Von Banken und Sparkassen fordern sie Angebote, um Investitionen in Klimaschutz und Energieeffizienz zu finanzieren. Darüber hinaus wünschen sie mehr ökologische Geldanlage-Angebote. Dieses Thema wird bei der herkömmlichen Geldanlageberatung nach Anlegereinschätzung viel zu selten thematisiert.

Dabei ist es eigentlich ganz leicht, Klimaschutzaspekte in die Geldanlage zu integrieren: Jedes Produkt und jede Anlageform - vom Sparbuch über Fonds und Aktien bis hin zu Versicherungen und Beteiligungen - gibt es am Markt bereits in einer klimafreundlichen Variante. Anleger sollten ihren Bank- oder Versicherungsberater daher grundsätzlich fragen, ob das angebotene Produkt auch etwas für den Kampf gegen den Klimawandel tut beziehungsweise ob er die gewünschte Anlage auch in einer nachhaltigen Variante offerieren kann.


 

  • Ein allgemeingültiges Güte- und Qualitätssiegel für ökologische Investments gibt es nicht. Anleger sollten daher auch bei Anlagen, die als klimafreundlich gepriesen werden, niemals blind zugreifen. Sie sollten sich vielmehr immer fragen: "Was haben die Firmen bzw. deren Angebote, in die ich investiere, letztlich mit Klimawandel und Klimaschutz zu tun?"

[1] DZ-Bank Anlegerindikator: Über die Hälfte aller Privatanleger interessiert sich für ökologische Geldanlagen.
Link zum Pressetext der DZ Bank

[2] Sustainable Business Institute (SBI) e.V.: Herausforderung Klimakompetenz: Kundenerwartungen an Finanzdienstleister.
Eine Publikation des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)  geförderten „Finanz-Forum: Klimawandel“.

Stand: 22.01.2010

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