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Investmentfonds und Zertifikate

Investmentfonds und Zertifikate eröffnen die Chance, das Investment auch mit kleineren Anlagebeträgen über verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen zu streuen oder gezielt auf bestimmte Themen und Markttrends zu setzen.

Investmentfonds

Um die Risiken bei der Aktien- und Anleiheninvestition zu streuen und die Expertise von professionellen Anbietern zu nutzen, bieten sich Investmentfonds an. Sie sind institutionelle Sondervermögen, die Gelder von einer Vielzahl von Anlegern einsammeln und ihr Kapital dann mehr oder weniger breit gestreut in Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen investieren.

Das größte Angebot für nachhaltige Investments findet sich bei den Aktienfonds, von denen es mittlerweile rund 200 gibt. Es folgen reine Anleihe- oder Rentenfonds sowie Mischfonds, die sowohl in Aktien, als auch in Anleihen investieren. Daneben gibt es Dachfonds, die Anteile an anderen Fonds erwerben, sowie Private Equity-Fonds, die auch Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen erwerben. Sie spielen bislang allerdings kaum eine Rolle.

Wer sich für einen nachhaltigen Investmentfonds interessiert, muss sich sehr genau die Anlagephilosophie der Fonds anschauen. Denn was als „nachhaltig“ oder gar „klimarelevant“ angesehen wird, unterscheidet sich von Fonds zu Fonds beträchtlich. Mit Blick auf das Risiko ist zudem auf die Streuung der Investments über Branchen und Regionen zu achten.

Nicht zuletzt ist auch ein kritischer Blick auf die Kosten des Fonds zu empfehlen. Das sind insbesondere die Ausgabeaufschläge beim Kauf der Fondsanteile und die laufenden fondsinternen Verwaltungs- und sonstigen Kosten. Letzte sind mitunter ausgesprochen happig – was kaum mit dem Anspruch einer nachhaltigen Anlage vereinbar ist.

Börsengehandelte Index-Fonds – Exchange Traded Funds (ETF)

Eine sehr kostengünstige Fondsanlage bieten die so genannten börsengehandelten Index-Fonds, neuerdings – nach ihrer englischen Bezeichnung – auch als ETF-Fonds bezeichnet. Statt selbst eine eigene Regionen-, Branchen- und Einzeltitelauswahl zu betreiben, bilden diese Fonds lediglich einen bestimmten Aktien- oder Renten-Index nach.

Dahinter steht die Erfahrung, dass die meisten aktiv gemanagten Fonds keine bessere Wertentwicklung verzeichnen als der Markt, in dem sie investieren. Sie schneiden sogar überwiegend schlechter ab als der jeweilige Markt-Index. Von daher ist es tendenziell sinnvoller - und vor allem weitaus weniger aufwändig – dass Fondsvermögen so anzulegen, dass es in seiner Struktur möglichst genau dem jeweiligen Markt-Barometer entspricht.

Während der ETF-Markt insgesamt boomt, ist das Fonds-Angebot für Indices, die nach Nachhaltigkeitskriterien gebildet sind, noch recht klein. Es gibt einen ETF auf den DJ STOXX Sustainbility, der nach dem „Best-in-Class“-Ansatz 40 europäische Großunternehmen umfasst. Daneben werden einige ETFs für Indices angeboten, die - in unterschiedlicher Zusammensetzung - Unternehmen aus den Bereichen saubere/erneuerbare Energien und Energieeinsparung sowie Wasserversorgung und Wasseraufbereitung umfassen. Nachhaltige Renten-ETFs gibt es bislang nicht.

Zertifikate

Zertifikate zählen in rechtlicher Hinsicht zu den Anleihen. Sie sind jedoch nicht mit einem festen Zinskupon ausgestattet, sondern bilden die Wertentwicklung anderer Wertpapiere ab. Im Bereich nachhaltiger Investments werden vor allem Nachhaltigkeitsindices abgebildet oder eine Zusammenstellung von Unternehmen („Aktienkorb“), die beispielsweise in den Bereichen Solarenergie, Windenergie, klimaeffiziente Infrastruktur und entsprechender Technologien tätig sind.

Die Technik und der regulative Rahmen von Zertifikaten ermöglichen vielfältige Produkte, mit denen Anleger sehr genau auf bestimmte Themenfelder und Entwicklungen setzen können. Leider werden häufig aber auch kurzatmige Modeprodukte kreiert oder es mangelt den Zertifikaten an der notwendigen Transparenz.

 

  • Nicht zu verwechseln sind diese Zertifikate mit Klimaschutz-Zertifikaten, die man zur Kompensation der eigenen CO2-Verursachung erwerben kann.

Stand: 22.01.2010

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