Männerhand mit Würfeln; Rechte: iStock

 

Direkte Beteiligungen - Grauer Kapitalmarkt

Bei Geldanlagen ist stets auf das Risiko zu achten. Besondere Vorsicht ist allerdings geboten, wenn Produkte angeboten werden, die keiner staatlichen Aufsicht unterliegen. Das ist insbesondere bei Geschlossenen Fonds der Fall, aber auch bei einigen anderen Angeboten.

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds werden aufgelegt, um innerhalb eines bestimmten Zeitraums Gelder für ein bestimmtes Investitionsprojekt zu sammeln. Ist die angestrebte Zeichnungssumme erreicht, werden die Fonds geschlossen, das heißt: anders als bei den gängigen offenen Aktien-, Renten- und Immobilienfonds werden dann keine weiteren Anteile mehr ausgegeben. Häufig werden aber zusätzliche Bankkredite aufgenommen, deren Größenordnung dann in der Regel zwischen 30 und 70 Prozent der gesamten Mittelzuflüsse des Fonds liegen kann.

Die Form des Geschlossenen Fonds wird oft gerade auch für nachhaltig ausgerichtete Projekte gewählt, wie etwa Windparks, Solarparks oder Biogasanlagen. Wer sich für solche Anlagen interessiert, muss wissen, dass es sich um unternehmerische Beteiligungen handelt, die mit Verlusten enden oder auch vollständig fehlschlagen können. Unter Umständen geht dann nicht nur die gesamte Einlage verloren; bei teilweise kreditfinanzierten Investments können sogar Nachschusspflichten entstehen.

De facto handelt es sich bei solchen Fonds um Produkte des „Grauen Kapitalmarkts“, die so gut wie keiner Kontrolle seitens der Finanzmarktaufsicht unterliegen. Hinzu kommt, dass sich solche Beteiligungen nur schwerlich oder gar nicht veräußern lassen, wenn man vorzeitig aussteigen möchte.

Grundsätzlich handelt es sich deshalb um Investments, deren Risiko weit über den Risiken einer Kapitalanlage in börsennotierten Aktien anzusiedeln ist. Sie sind deshalb - wenn überhaupt - nur für Anleger geeignet, die sich einen Totalverlust ihrer Anlage leisten können. Vorsicht ist auch deshalb geboten, weil der „Graue Kapitalmarkt“ erfahrungsgemäß gerade auch dilettantische Projektemacher, Schwarze Schafe und gierige Vermittler anzieht.

Wer sich für einen Geschlossenen Fonds interessiert, sollte sich deshalb auch dezidiert nach den nicht werthaltigen „Weichkosten“ solcher Fonds und insbesondere nach den offenen und verdeckten Provisionen für den Vermittler erkundigen. Provisionen von mehr als fünf Prozent der Beteiligung sind regelmäßig ein Zeichen, dass der „Berater“ ein besonders hohes Eigeninteresse an der Vermittlung des angepriesenen Produktes besitzt.

Privat platzierte Anleihen und Genussscheine

Äußerste Vorsicht ist schließlich auch geboten bei Angeboten, die sich auf direktem Wege an Privatanleger wenden und bei denen mit hohen Zinssätzen für Anleihen oder Genussscheine von Unternehmen geworben wird. Angeblich geht es dann zumeist darum, die Banken aus der Finanzierung herauszuhalten. Hohe Zinssätze sind aber stets auch ein Hinweis auf hohe Risiken. Zudem sollte es stutzig machen, dass sich solche Angebote nicht an professionelle Investoren wenden, die Risikokapital in viel versprechende junge Unternehmen investieren.

Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat, entpuppen sich solche Angebote nicht selten als „Schneeballsysteme“, die über kurz oder lang in der Pleite enden. Klar sollte auf jeden Fall sein, dass es keinerlei Garantien dafür gibt, dass die Zinsen bedient und die eingesetzten Gelder zurückgezahlt werden. Geht das Unternehmen pleite, ist der Einsatz verloren – auch wenn das Geschäftsmodell noch so „nachhaltig“ schien.

 

Stand: 22.01.2010

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