Papierrollen, Rechte: istockphoto

Altpapier schont das Klima - und den Wald

 

Altpapier schont das Klima - und den Wald

In Haushalt und Büro wird noch viel zu selten Recyclingpapier eingesetzt

Recyclingpapier ist genauso zweckmäßig wie Blätter aus frischen Fasern. Doch seine Herstellung verbraucht viel weniger Energie und Wasser - und schont den Wald. Warum bloß greifen Verbraucher immer seltener zum Altpapier? Und warum werden in den Geschäften nicht viel mehr hochwertige Produkte aus Altpapier angeboten?

Ganze 250 Kilogramm Papier und Pappe [1] verbraucht jeder Deutsche im Jahr, der Weltdurchschnittsverbrauch liegt bei 59 [2]  Kilogramm pro Person. Für die Papierherstellung wird viel Energie verbraucht und entsprechende Mengen des Treibhausgases CO2 ausgestoßen. Aber nicht nur das schädigt unser Klima: Wegen des enormen Papierverbrauchs, unter anderem in Deutschland werden weltweit immense Flächen von Wald gerodet. Und das ist eines der größten ökologischen Probleme auf der Erde, denn damit gehen massive Beeinträchtigungen des globalen Klimahaushalts einher.

Gute Gründe für Reyclingpapier

Bereits die Hälfte des weltweit industriell eingeschlagenen Holzes wird in der Papier- und Zellstoffherstellung verarbeitet. Wenn wir Papier sparen, entlasten wir nicht nur die weltweite Rohstoffquelle Wald, wir schützen auch Primärwälder und tragen zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Und wir bewahren den Lebensraum der lokalen Bevölkerung.

Dabei gibt es gerade bei Papier eine bewährte und umweltverträgliche Alternative: Recyclingpapier. Altpapier-Recycling schont nicht nur die Wälder, weil Papierfasern aus zweiter Hand frisches Holz ersetzen. Die Herstellung von Ökopapier spart auch Energie und damit CO2 ein. Obendrein verbraucht sie viel weniger Wasser.

Recyclingpapier weniger beliebt als früher

Wer 1.000 Blatt Druckerpapier durch ein Recyclingprodukt ersetzt, könnte mit der gesparten Energie 70 Computer mit Flachbildschirm einen Arbeitstag betreiben, so das Umweltbundesamt. Die Herstellung von Recyclingpapier spart gegenüber der Herstellung von Frischfaserpapier jeweils rund 60 Prozent Energie und Frischwasser ein. Doch während Kartons und Zeitungen seit vielen Jahren fast ausschließlich aus Altpapier bestehen, gibt es im Büro und auch im Haushalt großen Nachholbedarf.

Pure Verschwendung bei Hygieneartikeln

Auch bei Notizblöcken und Kopierpapieren, Taschentüchern und Toilettenpapier greifen die Deutschen nur zögerlich zu Recyclingwaren. Allerdings wird das auch immer weniger angeboten. Dabei ist es gerade bei Hygieneprodukten pure Verschwendung, frischen Zellstoff einzusetzen. Schließlich benutzt man sie nur einmal und wirft sie dann in den Müll, so dass die kostbaren Fasern nicht einmal mehr wiederverwertet werden können.

Vor ein paar Jahren wurden rund 75 Prozent der Hygienepapiere aus recyceltem Papier hergestellt, nun sind es gerade mal 56 Prozent. [3] Noch immer halten sich hartnäckige Vorurteile gegen Recyclingpapier. Viele glauben, es sei grau, unansehnlich und weniger fest als frische Ware. Doch diese Klischees treffen längst nicht mehr zu. Moderne Recyclingpapiere sind fast so hell wie Neupapier und diesem qualitativ in jeder Hinsicht ebenbürtig.

„Blauer Engel“ garantiert Umweltverträglichkeit

Zur Verwirrung tragen auch viele Fantasie-Labels bei, die sich unter anderem auf Schulheften finden. Siegel wie „Aqua pro natura“ oder „Weltpark Tropenwald“ zeichnen keine wirklich ökologischen Produkte aus. Beste Umweltstandards garantiert hingegen der „Blaue Engel“. Ihn dürfen nur Papierprodukte tragen, die zu 100 Prozent aus Recyclingfasern bestehen. Außerdem ist der Einsatz schädlicher Chemikalien und optischer Aufheller weitgehend verboten. Der „Blaue Engel“ prangt inzwischen auf Hunderten von Papierprodukten - vom gelben „Hafti“-Zettel über die Küchenrolle bis zum edlen Briefpapier. Weitere Kennzeichnungen für Papierprodukte finden Sie in unserer Übersicht.

[1] Bundesverband des deutschen Papiergroßhandels (VDP): Jahresbericht 2009

[2] Leistungsbericht 2009 des VDP, Seite 79, Bezugsjahr 2007

[3] vdp-Bericht 2005 und 2009, bei beiden Seite 56

Stand: 14.08.2009

Seite empfehlen

Weiterführende Links:

Kennzeichnungen Treffpunkt Recyclingpapier Der Blaue Engel Übersicht über alle mit dem Umweltsiegel ausgezeichneten Papierprodukte Die Ökobilanz von Büropapieren Studie des Heidelberger IFEU-Instituts

In Ihrer Nähe

mehr ...

Ihr persönlicher Beitrag zum Klimaschutz

CO2-Rechner

Mit unserem CO2-Rechner können Sie Ihre ganz persönliche Klimabilanz ziehen.

CO2-Rechner starten

Kurztipps

Obst und Gemüse, Rechte: iStock
Mehr Obst und Gemüse Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag: Die goldene Regel für eine gesunde Ernährung ist auch fürs Klima gut. Denn pflanzliche Lebensmittel belasten die Atmosphäre in der Regel weniger mit Treibhausgasen als tierische.
Kühlschrank auf Weldweg, Rechte: iStock
Energiefresser entsorgen Ersetzen Sie Ihren alten Herd oder Kühlschrank durch ein energiesparendes Gerät. Fast die Hälfte der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen wird bei der Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel verursacht.
Standby, Rechte: iStock
Auf Standby steht keiner mehr Standby heißt nicht immer standby. Manchmal gehen Geräte auch in den Sleep-, Eco- oder Energiesparmodus. So oder so: Die Geräte bleiben abrufbereit und verbrauchen Strom. Schalten Sie die Geräte lieber ganz ab.
Flugzeug am Himmel; Rechte: cossac/pixelio
Was fliegt denn da? Von allen Lebensmitteln verursacht Flugware am meisten CO2. Der Flugtransport von einem Kilogramm Fisch oder Obst aus Südafrika zum Beispiel verursacht elf Kilogramm CO2. Essen Sie also lieber Zuchtfisch oder Meeresfisch aus nachhaltiger Produktion, der ein MSC-Siegel trägt und saisonales Obst, möglichst aus der Region.
Thermometer, Rechte: iStock
Die richtige Temperatur finden Im Winter nur ein T-Shirt in der überheizten Wohnung zu tragen oder selten genutzte Räume auf 20 Grad zu heizen, schadet dem Klima und kostet viel Geld. Jeder Grad Celsius weniger senkt den Energieverbrauch um rund sechs Prozent.
Bierflaschen, Rechte: iStock
Mehrweg ist der richtige Weg Mehrwegverpackungen haben in der Umwelt- und Klimabilanz klar die Nase vorn. Lassen Sie Produkte mit aufwändiger oder überflüssiger Verpackung liegen und schicken Sie damit an Hersteller und Handel eine Botschaft für die Zukunft.
Hand an der Gangschaltung; Rechte: sparkie/pixelio
Wer schnell schaltet, spart Der erste Gang ist nur zum Anfahren. Schalten Sie rasch in den zweiten und spätestens bei 2.000 Umdrehungen pro Minute in den nächsten Gang. Als Faustregel gilt: Bei Tempo 30 im dritten, 40 im vierten und ab 50 im höchsten Gang fahren.
Papierstapel, Rechte: iStock
Vorder- und Rückseite nutzen Auch beim Drucken können Sie viel sparen und das Klima schonen. Bedrucken Sie Ihr Papier möglichst beidseitig, am besten von vornherein durch doppelseitigen Druck. Für viele Geräte ist das kein Problem.
Wasserhahn, Rechte: istock
Mit einem Griff Wasser sparen Eine Menge Wasser fließt bei der Suche nach der richtigen Wassertemperatur ungenutzt in den Abfluss. Die Lösung heißt Einhandmischer. Der sorgt dafür, dass die gewünschte Temperatur schnell einzustellen ist.
Frau auf Fahrrad, Rechte: VZBV
Für Kurzstrecken das Auto stehen lassen Wussten Sie, dass ein kalter Motor auf den ersten Kilometern bis zu 35 Liter Sprit pro 100 Kilometer braucht und stark verschleißt? Nehmen Sie für Kurzstrecken doch öfter mal das Rad oder gehen Sie zu Fuß - damit tun Sie auch etwas für Ihre Gesundheit.
Sahneherz auf Butterbrot; Rechte: berwis/pixelio
Aber bitte mit Sahne? Je höher der Fettgehalt eines tierischen Lebensmittels, desto schlechter ist dessen Klimabilanz. Ein bewusster, sparsamer Umgang mit Sahne, Butter und fettem Käse schont das Klima – und Ihre Gesundheit.
Papierrollen, Rechte: iStock
Weiße Weste dank Recyclingpapier Recyclingpapier schont Wälder, denn es wird aus Altpapier gemacht. Moderne Recyclingpapiere sind fast so hell wie Neupapier und diesem qualitativ in jeder Hinsicht ebenbürtig. Greifen Sie zu!
Batterien in geöffneter Hand; Rechte: fielperson/pixelio
Teure Kleingeräte Vom Radio bis zum Taschenrechner – Batterien und Akkus sind die teuerste Energieform überhaupt. Stromsparender und damit klimaschonender sind Alternativen mit Netzteil oder Solarbetrieb.
Drehzahlmesser; Rechte: tommyS/pixelio
Niedrigtourig sparsam Auto fahren 2.000 Umdrehungen pro Minute reichen in der Stadt aus. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und schont den Motor. Weniger CO2-Ausstoß ist besser fürs Klima, bedeutet weniger Spritkosten und spart Geld.
Fernbedienung für Fernseher: Engel; Rechte: pixelio/Rolf van Melis
Fernseher – große Filme auf großen Schirmen? Die richtige Größe des neuen Fernsehers will gut überlegt sein. Denn einen großen Bildschirm können Sie nur mit ausreichend Abstand genießen. Außerdem lohnt es sich besonders bei Fernsehern, die verschiedenen Modelle hinsichtlich ihres Stromverbrauchs zu vergleichen.
Blumen im Gewächshaus; Rechte: G. Bruske/pixelio
Blumen aus der Region Im Winter muss niemand auf Blumen verzichten. Heimische Gewächshäuser bieten etwa Chrysanthemen, Fresien oder Gerbera an. Noch besser sind Christrosen und Hortensien aus dem Kaltgewächshaus.
Tiefkühlgemüse; Rechte: istockphoto
Kühl auftauen! Lebensmittel aus der Tiefkühltruhe können langsam im Kühlschrank auftauen – ihre Kälte geben sie an die Umgebung ab, und der Kühlschrank braucht weniger Energie zum Kühlen.
Kühlschrank innen, Rechte: iStock
Keine Eiszeit im Kühlschrank Kontrollieren Sie doch einmal die Temperatur Ihres Kühlschranks, am besten mit einem Kühlschrankthermometer. Denn in der Mitte des Gerätes reichen 5 Grad vollkommen aus. Für Gefrierschränke sind -18 Grad optimal.
Töpfe, Rechte: iStock
Clever kochen Für jeden Topf gibt es den passenden Deckel. Der hilft wertvolle Energie zu sparen, die sonst ungenutzt verdampft. Die Herdplatte können Sie schon deutlich vor Ende der Kochzeit abstellen: Die Restwärme reicht aus, um das Essen fertig zu garen.
Pärchen vor Auto; Rechte: vzbv/M. Gloger
Klimabewusster Autokauf! Denken Sie an die Anschaffung eines Neuwagens? Achten Sie darauf, dass er klimaverträglich und sparsam ist. Informationen dazu bietet die VCD Auto-Umweltliste, die Sie kostenfrei in jeder Verbraucherzentrale erhalten.
Schiefertafel Bio, Rechte: iStock
Öfter auf Öko setzen Mit Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau sorgen Sie für gutes Klima auf dem Tisch. Beim Anbau fallen weniger Emissionen an, da auf energieintensive, mineralische Stickstoffdünger verzichtet wird. Bei tierischen Produkten ist der Bio-Vorsprung nicht ganz so klar. Grundsätzlich aber gilt: Wer mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel isst, tut der eigenen Gesundheit und dem Klima Gutes.
Gemüse aus der Region, Rechte: iStock
Lebensmittel aus der Region Setzen Sie regionale Lebensmittel auf Ihrem Einkaufszettel ganz nach oben. Kurze Transportwege schonen das Klima. Was vor Ort ausreifen konnte, schmeckt besser und hat oft mehr gesunde Inhaltsstoffe. Klimaschutz schmeckt!
Auto im Grünen, Rechte: iStock
Beim Urlaub die Umwelt im Blick Wer weit reist, sollte auch lang bleiben: Faustregel: 100 Kilometer reisen, einen Tag bleiben. Für einen Drei-Tages-Trip sollten Sie also nicht mehr als 300 Kilometer zurücklegen, empfiehlt der Verkehrsclub Deutschland.
Fahrrad mit Gemüse, Rechte: iStock
Vorausschauend einkaufen Eine Speiseplanung für einige Tage im Voraus und eine entsprechende Einkaufsliste helfen Kosten, Zeit und Energie zu sparen. Unnötige Einkaufsfahrten strapazieren die Nerven und belasten das Klima. Gesünder - auch fürs Klima - ist der Einkauf zu Fuß oder per Fahrrad.
Schinken und Wurst, Rechte: iStock
Weniger Fleisch ist mehr Die Produktion tierischer Lebensmittel verursacht deutlich mehr CO2 als die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Verzichten Sie deshalb öfter mal auf Fleisch und Wurst und gönnen sich dafür dann ein besseres Stück.
Wasserkocher, Rechte: iStock
Ein Wasserkocher lohnt sich … … es sei denn, Sie kochen mit einem Gasherd. Ansonsten gilt: Wasser auf dem Herd zu kochen ist pure Energieverschwendung. Erhitzen Sie Wasser lieber mit dem Wasserkocher und messen Sie das Wasser genau ab.
Heizung, Rechte: istock
Die Heizung „in Watte“ packen Besonders hinter Heizungen sind die Wände oft dünn. Wärme geht durch solch schlechte Isolierungen ungenutzt verloren. Wärmedämmung in Form von Platten oder Folien wirkt dem entgegen. Sie sind im Baumarkt erhältlich und ganz einfach anzubringen.
Händewaschen, Rechte: istock
Energiefresser stoppen Häufig fristen kleine Wasserboiler unter Waschbecken oder in Unterschränken im Dauerbetrieb ein energiefressendes Dasein. Ein kleines Vorschaltgerät für um die 30 Euro stoppt den Stromklau.
Windrad; Rechte: P.Kirchhoff/pixelio
Stromanbieter: Sauber wechseln Jeder Deutsche verursacht im Jahr rund zehn Tonnen CO2. Allein durch den Wechsel zu Ökostrom könnte jeder Verbraucher seine jährliche CO2-Bilanz um zehn Prozent senken. Die geringen Mehrkosten lassen sich mit den anderen Klimatipps leicht wieder einsparen.
Holzpellets, Recht: iStock
Klimaneutral heizen mit Holz Beim Verbrennen von Holzpellets entsteht nur so viel CO2 wie der wachsende Baum zuvor der Atmosphäre entzogen hat. Ihr Ofen sollte allerdings den Grenzwert des Blauen Engels für Feinstaubemissionen nicht überschreiten.

alle Tipps im Überblick

Copyright © Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. 2009