Geldscheine wehen vor Wolken und Himmel; Rechte: iStock

 

CO2-Kompensation für Flugreisen: Alles nur eine Frage der Rechnung?

Wie viel CO2 hat ein Flugpassagier zu verantworten und wie kann er die Treibhausgase wieder einsparen?

Für die Atmosphäre ist es unerheblich, wo CO2 emittiert und wo es eingespart wird - was zählt, ist die Bilanz am Ende. Das klingt nach einer einfachen Formel, wenn es darum geht, Flugreisen durch Klimaschutzprojekte zu kompensieren, den hier entstandenen Schaden also dort wieder gut zu machen. Wie funktioniert die Rechnung?

Reisende, die ihre Flugemissionen kompensieren möchten, können über die Websites von Reiseveranstaltern, Fluglinien oder auch spezialisierten Kompensationsanbietern sehr schnell ermitteln, wie viel CO2-Emissionen sie durch ihren Flug verursachen und wie viel sie bezahlen müssen, um diese Menge CO2 woanders durch ein Klimaschutzprojekt zu reduzieren.[1]

Die Klimabilanz ist aber nur dann ausgeglichen, wenn der Kompensationsanbieter die Treibhausgasemissionen realistisch berechnen kann.

Wie viel CO2 hat ein einzelner Flugpassagier zu verantworten?

Die Berechnung von CO2-Emissionen bei Flugreisen ist sehr komplex. Beispielsweise ist der Kerosinverbrauch abhängig vom Typ des Flugzeuges. Auch die Ladung und die Flugrichtung sind Einflussfaktoren. Streng genommen müsste auch die Zahl der Flugpassagiere in die Berechnung der CO2-Emissionen eingehen.

Was jeder Kompensationsanbieter abfragt sind Start- und Zielflughafen, um die Distanz der Flugreise zu ermitteln. Seriöse Dienstleister fragen auch nach der Zahl der Zwischenstopps, weil das Starten und Landen besonders viel Treibstoff kostet.

Flughöhe wird unterschiedlich berücksichtigt

Elementar für die korrekte Berechnung des CO2-Ausstoßes ist Berücksichtigung der Flughöhe. Denn in großer Höhe richten die Treibhausgase deutlich mehr Schaden an als am Boden.

Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb einen Korrekturfaktor, der die Netto-Emission des Flugzeugs mit der Zahl drei multipliziert, den sogenannten RFI-Faktor.

Aber nicht alle Kompensationsanbieter arbeiten mit diesem Faktor. Manche setzen ihn niedriger an. Einige Fluglinien geben gar nicht an, ob sie damit rechnen oder nicht.

  • In Deutschland verursacht jeder Einwohner durchschnittlich gut 11 Tonnen Treibhausgase im Jahr.
  • Klimaforscher fordern eine weltweite Reduzierung auf maximal zwei Tonnen pro Mensch jährlich.

Preise für CO2 variieren

Da die Kompensationsdienstleister unterschiedlich rechnen, fallen auch die Ergebnisse unterschiedlich aus - die ermittelten CO2-Werte variieren ein wenig. Auch werden die Preise für die Vermeidung der CO2-Emissionen unterschiedlich angesetzt. Hinzu kommt, dass die Verwaltungskosten’ bei jedem Anbieter anders berechnet werden und vor allem nicht immer separat ausgewiesen werden.

Was Flugkompensationen kosten

Ein Flug von Berlin Tegel nach Palma de Mallorca und zurück ergibt bei atmosfair 860 und bei myclimate 685 Kilogramm CO2, der Ausgleich kostet 21 Euro beziehungsweise 19 Euro.

Das Beispiel einer Flugreise von München nach Bangkok (Hin- und Rückflug) führt zu größeren Unterschieden: atmosfair errechnet knapp 6,4 Tonnen CO2 und setzt dafür 147 Euro an, myclimate ermittelt mit knapp 3,7 Tonnen CO2 einen deutlichen niedrigeren CO2-Ausstoß und kompensiert diesen für 89 Euro.

Die Rechnungshöhe mag unterschiedlich ausfallen, die Zahlungsmöglichkeiten sind meist gleich: entweder kann der ermittelte Betrag direkt auf der Website des Kompensationsanbieters bezahlt oder separat überwiesen werden.

Die Verbraucherallianz „fürs klima“ hat reine Kompensationsanbieter, Fluggesellschaften und Reiseveranstalter untersucht. Lesen Sie hier die Ergebnisse des Marktchecks.

[1] Zur Vereinfachung wird hier von „CO2“ gesprochen, damit sind jedoch CO2 Äquivalente gemeint: Das sind alle Treibhausgasemissionen, die verursacht werden. Üblicherweise werden sie auf die Klimawirksamkeit umgerechnet, die der von CO2 entspricht.

Stand: 06.08.2010

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Weiterführende Links

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