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„Die Bereitschaft ist da"
Studie belegt: Verbraucher möchten klimafreundlich unterwegs sein
Verbraucher sind durchaus bereit, etwas für den Klimaschutz zu tun. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Studie von Prognos im Auftrag der Kampagne „für mich. für dich. fürs klima“. Das Auto ist zwar immer noch das beliebteste Verkehrsmittel in Deutschland. Doch das Fahrrad folgt an zweiter Stelle und wird immer beliebter. Bei Fahrten bis zu vier Kilometer liegen PKW und Fahrrad sogar gleich auf.
Nach den Ergebnissen der repräsentativen Online-Befragung beabsichtigen 40 Prozent der Verbraucher ein Auto mit geringerem Spritverbrauch zu fahren. 34 Prozent wollen häufiger das Fahrrad nutzen und 18 Prozent öfter mit Bus und Bahn unterwegs sein. „Die Bereitschaft ist da. Hersteller und Politik müssen aber die Bedingungen für klimafreundliche Mobilität verbessern“, so Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).
Größtes Potential beim Fahrrad
Für über 90 Prozent der Verbraucher ist Fahrradfahren eine umweltfreundliche, gesunde, kostengünstige und sportliche Art der Fortbewegung. „Das Fahrrad ist auf der Überholspur. Diesen Trend gilt es durch kluge Fördermaßnahmen zu verstärken“, so Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie, Umwelt im vzbv. Kommunen und Arbeitgeber müssten für ausreichend sichere Fahrradstellplätze sorgen, Verkehrsunternehmen die Mitnahmemöglichkeiten verbessern. Zudem müsse die Bundesregierung die Förderung von Elektrofahrrädern in ihr Programm zum Ausbau der Elektromobilität aufnehmen.
Akzeptanz des öffentlichen Nahverkehrs muss noch verbessert werden
Der öffentliche Nahverkehr ist der Studie zufolge vor allem ein Thema für Großstädter. Je kleiner der Wohnort, desto weniger Personen nutzen den ÖPNV. Mangelnder Service, unübersichtliche Fahrpläne und Tarifsysteme sowie ungünstige Anschlussmöglichkeiten nannten die Befragten am häufigsten als Grund, den Öffentlichen Nahverkehr nicht oder nur wenig zu nutzen. Außerdem kritisierten sie überfüllte, verschmutzte und schlecht riechende Fahrzeuge.
Denken und Handeln des sozialen Umfelds hat den größten Einfluss
Für über 80 Prozent der Befragten ist Klimaschutz wichtig und ebenso viele möchten selbst einen Beitrag leisten. Das allein sagt natürlich noch nichts darüber aus, ob sie sich auch wirklich klimafreundlich verhalten. Den größten Einfluss darauf hat die soziale Norm, so das Studienergebnis. Denkt und handelt das Umfeld eines Menschen klimafreundlich, dann wirkt sich dies auch auf dessen Verhalten aus. „Hier eröffnen sich Chancen für die Zivilgesellschaft. Gefragt sind positive Vorbilder, zum Beispiel in Vereinen oder Gemeinden“, so Krawinkel.
Persönliche Einflussmöglichkeit und Erfahrungen entscheiden mit
An zweiter Stelle der Einflussfaktoren für klimafreundliches Verhalten steht die Erwartung, das Klima mit eigenen Aktivitäten selbst positiv beeinflussen zu können. 60 Prozent der Befragten waren davon überzeugt. An dritter Stelle tragen die konkreten Erfahrungen dazu bei, wie klimafreundlich sich Menschen verhalten. So schätzten die Befragten die negativen Aspekte etwa des öffentlichen Nahverkehrs umso weniger gravierend ein, je häufiger sie diesen selbst nutzten.
Die wichtigsten Erwartungen an Politik und Wirtschaft
- Es bedarf der Entwicklung eines integrierten Verkehrskonzepts, das die Effizienzpotentiale aller Verkehrsträger optimal ausnutzt und vernetzt.
- Auch der öffentliche Reisefernverkehr muss besser werden. Oberzentren sind mindestens halbstündlich, Mittelzentren stündlich zu verbinden. Hierfür ist eine Optimierung der Geschwindigkeiten und Anschlüsse im gesamten Fahrplannetz erforderlich. Die Netzknoten müssen ausgebaut werden, um den Umstei-geverkehr zu sichern.
- Das Tarifsystem der Verkehrsverbünde muss vereinheitlicht werden, damit überall die gleichen Regeln gelten, etwa für die Anerkennung der Bahncard oder bei der Fahrradmitnahme.
- Verbraucher erwarten, dass Fahrkartenautomaten bundesweit einheitlich bedienbar sind.
- Verbesserung des Zustands von Haltestellen und Bahnhöfen, da insbesondere Nichtnutzer abgeschreckt werden.
- Die Bundesregierung muss die Förderung von Elektrofahrrädern in ihr Programm zum Ausbau der Elektromobilität aufnehmen.
- Die Mitnahmemöglichkeiten von Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen verbessert werden. Gerade für lange Strecken ist die Kombination Fahrrad mit öffentlichem Verkehr noch zu unattraktiv.
Weitere Erwartungen, die sich aus den Ergebnissen der repräsentativen Studie ergeben, finden Sie hier.
Stand: 11.09.2009
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Erwartungen Verbrauchermonitoring Auswertung und Ergebnisse der Befragung zu Fahrrad und ÖPNV Grafiken zur Studie
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Erwartungen an Politik und Wirtschaft Fazit aus den Ergebnissen der Studie Verbrauchermonitoring - Perspektiven der Verbraucher zum Klimaschutz Zusammenfassung der Studie mit Fokus auf ÖPNV und Fahrrad



