Drehkreuz Flughafen Frankfurt/Rhein-Main: Potenzial für Kompensationszahlungen
Frankfurt/Rhein-Main, der mit Abstand größte Verkehrsflughafen Deutschlands und der drittgrößte Europas, zählte im Jahr 2009 fast 51 Millionen Passagiere. In den letzten 20 Jahren hat sich das Passagieraufkommen damit verdoppelt. Aber auch auf den zahlreichen kleineren, regionalen Flughäfen herrscht nicht wenig Betrieb.
Kurztrips innerhalb Europas erfreuen sich zunehmender Beliebtheit: Sogenannte Billig-Airlines bieten immer neue Ziele zu Dumping-Preisen und locken für wenig Geld übers Wochenende oder zum Shopping-Tagesausflug nach Stockholm, Madrid oder Agadir.
Unter den verkehrsreichsten Strecken, also den vom Frankfurter Flughafen aus am häufigsten angeflogenen Zielen, finden sich auf den ersten fünf Plätzen allein drei innerdeutsche: Berlin, Hamburg und München.
Auf kurzen Strecken schneidet das energieintensive Flugzeug im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln aber besonders schlecht ab: Für einen einfachen Flug von Frankfurt nach Berlin fallen pro Passagier rund 80 kg klimaschädigende Gase an – die dreifache Menge wie bei einer Fahrt mit der Bahn – und das bei bestenfalls minimaler Zeitersparnis.
Generell gilt: Für Strecken unter 1000 Kilometer ist das Flugzeug aufgrund der schlechten Klimabilanz die falsche Wahl. Und: Wer fliegt, sollte auch lange bleiben. Als Faustregel empfiehlt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) mindestens einen Tag Aufenthalt pro 100 Kilometer zurückgelegter Reisestrecke.
Klimaschädliche Emissionen vermeiden – verringern – kompensieren
Natürlich kommt man mit alternativen Verkehrsmitteln nicht überall hin. Wer im Urlaub oder auf Geschäftsreise ein Ziel ansteuert, das nur mit dem Flugzeug zu erreichen ist, kann die verursachten Emissionen aber kompensieren. Diverse Reiseveranstalter, Fluglinien oder spezialisierte Kompensationsanbieter stellen auf ihren Internetseiten Emissionsrechner zur Verfügung.
Anhand der Flugstrecke ermitteln sie damit den Betrag, der benötigt wird, um die entstandenen klimaschädlichen Emissionen durch Investition in ein Klimaschutzprojekt zu kompensieren. Die Kompensationszahlungen fließen in Projekte, wo sie nachweislich zusätzlich CO2 vermeiden oder verringern helfen: Damit die Bilanz stimmt, muss sichergestellt sein, dass ein Projekt zur CO2-Reduzierung nur deshalb umgesetzt wird, weil es die zusätzliche Finanzierung durch den Kompensationsmechanismus erhält.
Doch Vorsicht: Ein Marktcheck des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) zur Kompensation von Flugreisen ergab, dass nur drei spezialisierte Dienstleister die Emissionen von Flügen realistisch berechnen und auf die Qualität der CO2-Ausgleichsprojekte achten. Fluggesellschaften hingegen gaben durchweg einen zu niedrigen CO2-Wert zur Kompensation an. Wer die CO2-Emissionen seines Urlaubs kompensieren möchte, sollte sich daher an die spezialisierten Kompensationsagenturen halten.
Stand: 02.11.2010


