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Mit welchen Verkehrsmitteln werden wir in Zukunft unterwegs sein?
Verkehrsexperten blicken in die Zukunft
Wenn wir Umwelt und Klima schützen möchten, müssen wir unser Verhalten umstellen. Das gilt vor allem für die Wahl unserer Verkehrsmittel, aber auch für unsere Mobilität insgesamt. Was ist denkbar, was möglich? Verkehrsexperten äußern sich zum Verkehr der Zukunft.
Weniger Verkehr - mehr Lebensqualität
"Konzepte für den Verkehr von morgen: Das sind vor allem Konzepte für die Gewährleistung von Mobilität auch in einer sich verändernden Welt. Um künftig mobil sein zu können, muss der Verkehrsaufwand sinken. Mindestens dieselbe Mobilität wie heute mit viel weniger Verkehr: Das ist das Motto der Zukunft. Mit weniger Verkehr, mit weniger Geld, weniger Erdöl und weniger Umweltverschmutzung. Aber dafür mit mehr Ruhe, mehr Nähe, mehr Sicherheit, mehr Gesundheit und viel mehr Lebensqualität."
Prof. Dr.-Ing. Udo Becker, Lehrstuhl für Verkehrsökologie, Technische Universität Dresden
Mobilität als begrenzte Ressource
„Anders als heute, wo Mobilität gewissermaßen als Selbstzweck zelebriert wird, könnte Mobilität auch als Wert und als begrenzte Ressource betrachtet werden. Mobilität verbraucht nicht nur Energie, Mobilität verbraucht auch Lebensraum. Eine gute räumliche Organisation der alltäglichen Bewegungen sind die wichtigsten Schritte zur vergrößerten Unabhängigkeit von Mobilität.“
Ulrich Sommer, Green City Energy, München
Verbraucher entscheiden
„Motorisierte Mobilität wird in Zukunft aller Voraussicht nach teurer und umweltbewusstes Mobilitätsverhalten noch wichtiger. Multimodale Verkehrsmittelnutzung wird üblicher - das bedeutet die Wahl des bestgeeigneten Fortbewegungsmittels in Abhängigkeit vom Zweck. Ein Auto zu teilen statt eines zu besitzen wird zur bedeutenden Alternative. Für alle Entwicklungen bleibt das Verhalten der Verbraucher entscheidend. Ein Klimaschutz-Verbraucherparlament zur nachhaltigen Mobilität ist deshalb längst überfällig und sollte in ein kontinuierliches Mobilitäts-Klimaschutz-Monitoring münden.“
Dr.-Ing. Walter Vogt, stellvertretender Leiter des Lehrstuhls für Straßenplanung und Straßenbau, Universität Stuttgart
Fahrgäste an der Planung des Öffentlichen Verkehrs beteiligen
"In der Stärkung der Fahrgastrechte im öffentlichen Verkehr haben wir in den letzten Jahren, vor allem dank des Drucks der EU-Kommission, große Fortschritte erzielt. Die nächste große und noch ungelöste Aufgabe ist die Stärkung der Fahrgastbeteiligung an der Planung des öffentlichen Verkehrs. Das Verbraucherparlament ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg."
Dr. Hans-Liudger Dienel, Zentrum für Technik und Gesellschaft, Berlin
Abschied vom Treibstoff Öl
„Das Ende des Ölzeitalters ist da. Es ist die größte Umwälzung seit dem Beginn der Industrialisierung vor 150 Jahren. Das ist Fakt, und darüber diskutiere ich auch nicht mehr. Mein Ideal ist eine Entindividualisierung der Mobilität. Die schnelle, flexible, autonome, günstige und sichere Mobilität der Zukunft sollte in der intelligenten und mühelosen Verknüpfung aus kollektiven Verkehrsträgern und Individualfahrzeugen zum Ausleihen sein.“
Prof. Dr. Stephan Rammler, Transportation Design & Social Sciences, Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig
Flexibel mobil mit Handy-"Bewegungskonto"
„In Zukunft werden Handys verbreitet sein, die wesentlich mehr detaillierte Information über die nahe und ferne Umgebung bereitstellen. Der Nutzer kann dann viel souveräner seine Entscheidung über Wege und Verkehrsmittel treffen. Mit einem 'Bewegungskonto' kann er sein Bedürfnis nach Geschwindigkeit einerseits und den Respekt für die Umwelt andererseits im Blick behalten.“
Willi Schroll, Senior Consultant bei Z_punkt GmbH, Köln
Stand: 19.05.2010


