Fahrradabstellanlagen zu unsicher
Sachsen-Anhalts Verbraucher geben im Schnitt die Note 4 für Sicherheit bei Abstellanlagen an Bahnhöfen
Die Fahrradabstellanlagen an den Bahnhöfen Sachsen-Anhalts lassen häufig zu wünschen übrig. So lautete das Ergebnis einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt an 19 Bahnhöfen im Bundesland.
Im Rahmen eines bundesweiten Marktchecks zu Fahrradabstellanlagen der Verbraucherallianz „fürs klima“ prüften Tester der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt wie viele Fahrradabstellplätze an den Bahnhöfen vorhanden waren und wie die Räder dort angeschlossen werden können. 63 Verbraucher wurden interviewt und um eine Einschätzung „ihrer“ Abstellanlagen gebeten. Die meisten der Befragten in Sachsen-Anhalt wiesen nachdrücklich auf vorhandene Sicherheitsmängel hin. Benotet wurde die Sicherheit der Anlagen von den Verbrauchern gerade einmal mit einer vier. Für Eignung und Anzahl der Anlagen vergaben die Verbraucher im Durchschnitt die Note drei. Zur Verbesserung der Abstellanlagen wurde von den Befragten das Anbringen von mehr Kameras und die Bereitstellung von kostenlosen, abschließbaren Fahrradboxen vorgeschlagen. Fast die Hälfte aller Befragten gab an, dass sie öfter mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren würden, wenn mehr und bessere Abstellanlagen vorhanden wären.
Hier die Ergebnisse im Einzelnen:
Der Großteil der Bahnhöfe wies sogenannte Anlehnbügel auf, bei denen die Fahrräder an einem im Boden verankerten Bügel angeschlossen werden können. Allerdings fanden die Tester an einigen der untersuchten Bahnhöfe nur die weit verbreiteten Vorderradhalter vor. An diesen können die Räder nicht am Rahmen angeschlossen werden. Oft genug fallen die Fahrräder in den sogenannten „Felgenkillern“ um. Die Folge davon sind verbogene Felgen.
An fast jedem dritten Bahnhof (32%) waren die Fahrradparkplätze nicht überdacht, an knapp der Hälfte der Bahnhöfe (47%) waren sie unbeleuchtet und an etwa einem Viertel der Bahnhöfe (26%) waren die Abstellanlagen nicht einsehbar. Nur 3 der 19 Bahnhöfe boten Stellplätze in Form von abschließbaren Fahrradboxen.
Die Ergebnisse in Sachsen-Anhalt weichen kaum von den Resultaten der Untersuchung in insgesamt 13 Bundesländern ab. Demnach stellt Sicherheit das Größte Problem bei den Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen dar. An den Bahnhöfen in den großen Städten reichen die Fahrradstellplätze bei weitem nicht aus. Dort werden die Fahrräder mangels Fahrradständern angeschlossen, wo es nur geht. In Magdeburg führt das nach Angaben einer Befragten dazu, dass an einem Geländer angeschlossene Fahrräder die Rampe für Rollstuhlfahrer unbrauchbar machen. An einigen Bahnhöfen schrecken kaputte oder aufgegebene Fahrräder von der Nutzung der Abstellanlagen ab.
Ungeeignete oder verwahrloste Anlagen, wie in Zerbst und Großkorbetha sollten alsbald komplett erneuert werden. An manchen Bahnhöfen würden bereits kleine Verbesserungen weiterhelfen, so zum Beispiel bei der eigentlich sehr vorbildlichen Anlage in Schönebeck. Dort weist zwar ein Schild auf eine Kameraüberwachung der Abstellanlage hin. Die Kamera fehlt allerdings und müsste ersetzt werden.
Aber es gibt auch sie, die Vorzeigeanlagen, die alle Wünsche an Nutzerfreundlichkeit erfüllen, so zum Beispiel in Wittenberg und Aschersleben.
Stand: 20.09.2010



