Produktion & Verarbeitung 

Fertigprodukte machen das Klima fertig

Lebensmittel zu entwässern und zu frosten kostet viel Energie

Frau mit Einkaufswagen vor Kühlregal; Rechte: dpa

Wenn es schnell gehen soll, greifen wir gerne in die Gefriertruhe des Supermarkts. Auch getrocknetes Kartoffelpüree ist innerhalb weniger Minuten angerührt. Doch die Herstellung von verarbeiteten Lebensmitteln geht mit hohem Energieaufwand einher. Entsprechend belastend sind sie fürs Klima.

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Mann füllt Gefriertruhe im Supermarkt auf; Rechte: dpa

Tiefkühlkost wird schockgefrostet - Dabei werden die Lebensmittel innerhalb weniger Minuten auf mindestens 18 Grad Minus und oft noch darunter gekühlt. Dank dieser Methode entstehen kleinere Eiskristalle als beim Einfrieren in der heimischen Kühltruhe: Die Zellen von Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch & Co bleiben intakt, die Konsistenz der Lebensmittel und die meisten Nährstoffe bleiben erhalten [1]. Doch diese Form von Lebensmitteln ist alles andere als klimaschonend.

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Lachs (Detailaufnahme); Rechte: iStock photo

Beispiel:Alaska-Seelachs. Allein beim Einfrieren und für die Aufrechterhaltung der Kühlkette vom Nordpazifik über Südkorea durch die Fischfabrik und zahlreiche Zwischenlager bis zum Einzelhändler entstehen etwa 1.100 Gramm CO2-Äquivalente. Am meisten ins Gewicht fällt dabei die Präsentation im Laden, wo die Kühltruhen häufig auf- und zugemacht werden [2]. Der Aufwand für den Transport um die halbe Welt, die Zubereitung der Panade und der Verpackungsaufwand sind dabei noch gar nicht mitberechnet.

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Erbsen roh, gefroren und in Konserve (Montage), Rechte: iStock photo

Beispiel: Erbsen, Bohnen und Möhren. Wer frisches Gemüse im Laden kauft, belastet das persönliche Klimakonto bei jedem Kilogramm mit etwa 150 Gramm CO2-Äquivalenten. Bei der gleichen Menge aus der Tiefkühltruhe mit rund 400 Gramm. Wer sich für eine Dose entscheidet, kommt sogar auf ca. 500 Gramm CO2-Äquivalente [3].

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Lastkraftwagen im Stau auf Autobahn; Rechte: dpa

Fertigprodukte machen das Klima fertig. Es gilt die Faustformel: Je stärker verarbeitet Lebensmittel sind, desto stärker belasten sie das Klima. Denn die Zutaten werden heutzutage aus aller Welt antransportiert.

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Pizza in Folie (Detailaufnahme); Rechte: dpa

Bereits vor 15 Jahren hat eine Forscherin berechnet, dass für ein so einfaches Produkt, wie Erdbeerjoghurt und seine Verpackung, LKW 9.115 Kilometer unterwegs waren. Da sich der Handel seither extrem internationalisiert hat, sind die Strecken heute sehr wahrscheinlich noch viel länger - besonders, wenn es sich um Produkte mit zahlreichen Zutaten wie Pizza oder Dosensuppen und mit unterschiedlichen Verpackungsmaterialien handelt. Auch die Verarbeitung ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden.

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Kartoffelpüree-Trommeln; Rechte: dpa

Um Kartoffeln zu Püreepulver zu verarbeiten, müssen sie in einer komplizierten Prozedur vorbehandelt und gegart werden. Sie bestehen zu 80 Prozent aus Wasser, das ihnen mit einem aufwändigen Trocknungsverfahren nach und nach entzogen wird. Gleichzeitig werden Zusatzstoffe wie Schwefeldioxid ergänzt, um die Verfärbung des Breis zu vermeiden. Das Ergebnis fürs Klima ist fatal: Eine 1-Kilo-Packung Kartoffelpüree verursacht ca. 3.800 Gramm klimaschädlicher Gase, frische Kartoffeln nur 200 Gramm.

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Pommes Frites; Rechte: iStock photo

Wer sich für tiefgefrorene Pommes Frites entscheidet, belastet das Klima allerdings noch viel stärker: Mit jeder 1-Kilo-Packung werden zugleich 5.700 Gramm CO2-Äquivalent hergestellt [4]. Dabei ist die eigentliche Zubereitung im Backofen oder in der Fritöse noch nicht einmal berücksichtigt.

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