Verbraucherzentrale Hamburg  

Freie Fahrt fürs Klima!

Für mehr Lebensqualität auf Hamburgs Straßen

Unter diesem Motto fand am 21. Juni wieder ein autofreier und gleichzeitig auch verkaufsoffener Sonntag statt. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat diesen Tag zum Anlass genommen, mit einer eindrucksvollen Straßenaktion auf die Nachteile von Pkw in der Stadt hinzuweisen.

„Harry, lass den Wagen stehen“ würde Derrick heute angesichts des stetig wachsenden Verkehrs auf unseren Straßen wohl zu seinem Kollegen sagen. Allein im März dieses Jahres sind knapp 15.000 fabrikneue Pkw in Hamburg zugelassen worden. Von 1970 bis heute hat sich die Zahl der in Deutschland zugelassenen Pkw sogar verdreifacht auf 41 Millionen!

Diesen Trend haben Mitarbeiter der Verbraucherzentrale zum Anlass genommen, sich eigens angefertigte Autoattrappen anzulegen und damit durch die autofreie Zone in der Hamburger Innenstadt zu laufen. „Vordergründig wollten wir mit dieser Aktion auf den immensen Flächenverbrauch aufmerksam machen, der mit dem Individualverkehr einhergeht“, sagt Immo Terborg, Klimaschützer bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „Aber die anderen Nachteile durch zu viele Autos auf unseren Straßen sind teilweise leider noch gravierender.“

1. Klimaschädlichkeit

Der Verkehrssektor ist für den Ausstoß von 23 Prozent der CO2-Emmissionen verantwortlich. Für den Verkehr fallen also pro Einwohner in Deutschland etwa 2,6 Tonnen CO2 an. Autos gehören damit zu den größten Klimakillern überhaupt.

2. Verminderung der Lebensqualität

Durch die vielen Pkw büßen wir eine gehörige Portion unserer Lebensqualität ein: Staus, Lärmbelästigungen, Unfälle, Feinstaubbelastung - um nur einige Faktoren zu nennen. Und eben der Platzverbrauch. Terborg nennt ein nachdenklich stimmendes Beispiel: „Um einen mittelgroßen Pkw zu parken, werden 12 m² benötigt. Dagegen beträgt die Spielfläche, die einem Kind in Hamburg im Durchschnitt zur Verfügung steht, gerade einmal 10 m².“

3. Kosten

Wer öfter mal sein Auto stehen lässt oder gar ganz auf ein eigenes Auto verzichtet, spart viel Geld. Zwischen 40 und 60 Cent kostet jeder gefahrene Kilometer, wenn man von den sogenannten Vollkosten ausgeht. Darin enthalten sind der Wertverlust, die Betriebskosten, sonstige Fixkosten und die Kosten für Wartung und Reparatur.

Autonutzung öfter mal hinterfragen

„Trotz dieser Zahlen ist uns jedoch klar, dass nicht alle einfach auf ihr Auto verzichten können“, räumt Terborg ein. „Wir wollten mit unserer Aktion erreichen, dass sich die Leute vor jeder Fahrt fragen: „Brauch ich hierfür wirklich das Auto? Oder erreiche ich mein Ziel nicht viel bequemer und schneller auf andere Art und Weise?“
Für kürzere Strecken bis 3 km ist zum Beispiel das Fahrrad unschlagbar das schnellste Verkehrsmittel in der Stadt. Und wer eh viel mit Bus und Bahn unterwegs ist, für den bietet sich eines der vielen Carsharing-Angebote an, die es inzwischen in der Hansestadt gibt.

Beratungsangebot der Verbraucherzentrale Hamburg

Um hierüber aufzuklären, standen die Klimaexperten der Klimaschutzkampagne für mich. für dich. fürs klima. den zahlreichen Fragen von Passanten am Stand der Verbraucherzentrale Rede und Antwort. Das Beratungsangebot fügte sich damit gut in das Konzept der bundesweiten Klimaschutzkampagne ein, deren inhaltlicher Schwerpunkt vor allem die Förderung klimafreundlicher Mobilität ist.
Wer mehr über clevere Alternativen zum Pkw in Hamburg wissen will, der kann sich über die Onlineberatung oder über die Mobilitätshotline der Klimakampagne kostenlos beraten lassen. Oder er sucht beim nächsten autofreien Sonntag am 20. September den Stand der Verbraucherzentrale auf, an dem wieder Verkehrsexperten nützliche Auskünfte erteilen. Der Stand der Verbraucherzentrale wird sich dann voraussichtlich wieder in der Nähe der Europapassage befinden.

Stand: 14.08.2009

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