Holzprodukte als CO2-Speicher
Bäume entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid und geben es erst beim Verbrennen oder Verrotten wieder ab
Wenn ein Baum wächst, sammelt er Kohlendioxid aus der Luft und wandelt es in Holz um. In jeder Tonne Holz sind mehr als 1,8 Tonnen des klimaschädlichen Gases gebunden. Daraus hergestellte Gegenstände sind somit CO-2-Speicher - vorausgesetzt der Wald, aus dem das Holz stammt, existiert auch anschließend weiter.
Erst wenn das Bettgestell, die Fußbodendiele oder die Spielzeugeisenbahn irgendwann verbrannt werden oder verrotten, kehrt das Kohlendioxid in die Atmosphäre zurück. Bei Kaminholz geschieht das dagegen sofort. Doch so lange genauso viel Holz nachwächst wie verfeuert wird, ist Holz ein klimaneutrales Material.
Urwälder fallen der Säge zum Opfer
Leider aber werden die gefällten Bäume häufig nicht ersetzt. Pro Minute zerstören Menschen weltweit 28 Hektar Wald [1] - das sind 40 Fußballfelder innerhalb von 60 Sekunden! Vor allem in den Tropen wird in unvorstellbarer Geschwindigkeit abgeholzt. Das vernichtet nicht nur die Existenzgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen, die in und von den Wäldern leben. Auch das Treibhaus Erde wird auf diese Weise massiv angeheizt. Der Weltklimarat schätzt, dass 20 Prozent der Kohlendioxidemissionen auf die Zerstörung von Wäldern zurückgehen. [2]
Tropische Hölzer sind sehr witterungsbeständig und strapazierfähig. Deshalb sind sie als Rohstoff für Gartenmöbel, Fensterrahmen, Fassadenverkleidungen und Frühstücksbrettchen äußerst beliebt. Für Anhänger von geiz-ist-geil sehr erfreulich erlebten derartige Produkte in den vergangenen Jahren enorme Preisstürze: Schätzungsweise 12 bis 17 Prozent der auf dem Weltmarkt gehandelten Rundhölzer stammen inzwischen aus illegalem Raubbau. [3]
Auf jeden Fall auf das FSC-Siegel achten
Um der Zerstörung des Regenwalds nicht weiter Vorschub zu leisten, sollten die Verbraucher am besten heimisches Holz kaufen - vorzugsweise sogar aus der eigenen Region. Wer sich informiert, wird für fast jede Nutzungsabsicht eine gute Alternative auch aus unseren Wäldern finden. Auf jeden Fall sollten Holzwaren aber mit dem FSC-Siegel gekennzeichnet sein. Das Label, das das Forest Stewardship Council herausgibt, gibt den Käufern die Garantie, dass der Rohstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Unabhängige Gutachter überprüfen die Plantagen und Verarbeitungsbetriebe. Alle anderen Holzsiegel sind dagegen unzuverlässig, weil die Industrie hier sowohl die Rolle der Kontrolleure als auch der Kontrollierten übernimmt.
Doppelt günstige Klimabilanz mit heimischen Produkten
Über 20.000 FSC-zertifizierte Produkte sind inzwischen auf dem Markt - vom Gartenstuhl über Grillkohle bis zur Gitarre, vom Bleistift bis zum Bilderrahmen. Das Siegel gilt weltweit und somit auch für Holzprodukte aus Deutschland. Wer sich für heimische Bäume als Holzlieferanten entscheidet, hat zusätzlich den Vorteil, dass die Produkte vom Wald bis zu den Kunden relativ kurze Wege zurückgelegt haben. Deshalb ist ihre Klimabilanz doppelt günstig.
Etwa 90 Baum- und Straucharten wachsen bei uns - und dank des Trends zur naturnahen Waldbewirtschaftung in Deutschland haben auch seltene Arten wie die Elsbeere wieder eine Chance, zu geschätzten und damit von den Förstern geförderten Nutzbäumen zu werden. Wer die Vielfalt unserer Wälder fördern will, sollte das beim Einkauf mitbedenken.
Es muss nicht immer Tropenholz sein
Vor allem aber kommt es natürlich auf die jeweils gewünschten Eigenschaften der Hölzer an. Lärche und Eiche sind - genau wie Teak, Bangkirai oder Meranti - sehr widerstandsfähig gegen Regen und können sogar im Wasserbau eingesetzt werden. Dagegen sollte man beispielsweise auf Buchenbretter im Außenbereich verzichten, weil das Holz stark quillt und außerdem wenig resistent gegen Pilze ist.
Holz - ein klimafreundliches Baumaterial
Noch aus einem anderen Grund ist Holz klimafreundlich: Der Energieaufwand für die Herstellung der Bretter ist sehr gering. Um Zement zu gewinnen, zu bearbeiten und einzubauen benötigt man viermal so viel Energie wie für Holz. Die gleiche Menge Stahl schlägt sogar mit dem Faktor 24 zu Buche. Ein absoluter Energiefresser ist Aluminium, das im Vergleich zu Holz die 126-fache Menge an Strom und Öl benötigt. [4]
Auch als Isoliermaterial ist Holz extrem geeignet. Zehn Zentimeter Nadelholz sind so effektiv wie 65 Zentimeter Mauerwerk aus Hohllochziegeln. Eine Betonwand muss sogar 162 Zentimeter dick sein, um die Raumwärme in gleicher Weise vor der kalten Außenwelt zu schützen wie die dünne Holzwand. [5]
Der blaue Engel hilft
In vielen Fällen werden sich die Bauherren -und -damen allerdings nicht für Vollholz, sondern leichtere Span- und Pressspan entscheiden. Die werden überwiegend aus Bäumen mit geringem Durchmesser oder aus Abfällen der Sägeindustrie gefertigt. Beim Kauf von Spanplatten sowohl in punkto Gesundheit als auch Umweltschutz auf der sicheren Seite zu sein, ist heute einfach: Man muss nur auf den Blauen Engel achten. Der garantiert sowohl, dass keine gefährlichen Schadstoffe aus den Platten ausgasen als auch, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder Altholz stammt. Wer dagegen in ein Haus einzieht, in dem früher einmal Holz oder Spanplatten verbaut wurden, tut gut daran, es vorher auf gefährliche Holzschutzmittel hin untersuchen zu lassen. [7]
Holz zum Heizen - sehr geeignet
Schließlich ist Holz auch ein gutes Heizmaterial. Unsere Urahnen haben ihre Häuser überwiegend damit warm bekommen. Später galten holzbefeuerte Öfen dann als Arme-Leute-Technik. Doch inzwischen erwärmen sich wieder viele Menschen für die nachwachsenden Rohstoffe. Fürs Klima ist das erfreulich: So lange das Brennmaterial aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt, wird das Kohlendioxid zwischen nachwachsenden und genutzten Bäumen im Kreis geführt. Auf Dauer betrachtet ist das ein Nullsummenspiel.
Wichtig dabei für Gesundheit und Umwelt ist ein kluger Umgang mit dem Brennstoff. Auf keinen Fall gehören lackierte Hölzer oder Spanplatten in den Kamin: Daraus können beim Verbrennen giftige Gase entweichen. Außerdem muss das Holz gut durchgetrocknet sein und die richtige Menge Sauerstoff zugeführt werden. Das Umweltbundesamt hat eine kostenlose Broschüre herausgegeben, in der Holzheizungsnutzer alle wichtigen Informationen finden. [8]
[1] WWF-Deutschland
[2] Climate Change 2007: Synthesis Report
[3] Greenpeace Tropenhölzer und Klimaschutz
[4] Ökologisch Bauen und renovieren, BUND Themenheft 97 / 98, S. 150 / 151
[5] ebd.
[6] Der Blaue Engel - Spanplatten
[7] Stiftung Warentest - Holzschutzmittel-Altlasten
[8] Umweltbundesamt - Mediendateienbank
Stand: 14.08.2009
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Materialien zum Download
Tipps zum Heizen mit Holz (pdf 148 KB)
Weiterführende Links
Kennzeichnungen Holz und Wald Ratgeber von Greenpeace, der kostenlos bestellt werden kann Infos zum FSC-Siegel und wo man entsprechende Produkte findet


