Grünes Auto auf Weltkugel; Rechte: istockphoto

 

Alternative Antriebe statt Diesel und Benzin?

Alternative Antriebe und Kraftstoffe

Vorbei die Zeiten, in denen man beim Autokauf lediglich zwischen Dieselfahrzeug und Benziner wählen konnte. Die Kraftstoffauswahl ist größer geworden. Vor allem Gas ist im Kommen. Dagegen sind Biodiesel und andere reine Agrokraftstoffe kaum noch relevant. Doch können Verbraucher sich für alternative Antriebe wie Hybrid- oder Elektroautos entscheiden.

Alternative Antriebe und Kraftstoffe haben in den letzten Jahren unter dem Druck sinkender Ölreserven und hoher Spritpreise an Bedeutung gewonnen. Wasserstoff als Kraftstoff oder Elektroautos als alternative Antriebe sind allerdings noch Nischenlösungen oder haben den Durchbruch zur Serienfertigung noch nicht geschafft.

Auch in absehbarer Zukunft werden Diesel- oder Benzinmotoren dominieren. Da jedoch die weltweiten Erdölvorkommen endlich sind, werden herkömmlichem Diesel und Benzin verstärkt Agrokraftstoffe beigemischt.

Benzin - der klassische Kraftstoff

Wer überwiegend in der Stadt unterwegs ist und im Jahr nicht mehr als 15.000 km fährt, ist mit einem Benziner gut beraten. Ein moderner Benziner mit Ottomotor produziert kaum Feinstaub und nur wenig Stickoxide (NOx). Mit möglichen Fahrverboten aufgrund von Umweltzonen in den Innenstädten hat man eher nicht zu rechnen.

Dieselfahrzeuge sind nicht unbedingt klimaverträglicher

Bei hoher Jahresfahrleistung, überwiegend auf Überland- und Autobahnfahrten, kann Diesel die Wahl sein. Im Vergleich zum Benziner werden die höheren Kosten für Anschaffung und Kfz-Steuer durch geringeren Verbrauch und geringere Kraftstoffkosten kompensiert. Ab wann ein Diesel sich genau lohnt, muss im Einzelfall berechnet werden.

Beim Verbrennen von Diesel entsteht mehr CO2 als beim Verbrennen von Benzin. Das schränkt den Vorsprung gegenüber einem Benziner in Sachen Klimaverträglichkeit durch den geringeren Verbrauch wieder ein. Ein Diesel produziert auch höhere Partikel- und Stickoxidemissionen. Geschlossene Partikelfilter können Rußteilchen bis zu 100 Prozent zurückhalten. Er ist ein Muss beim Kauf eines neuen Diesels, bei älteren Modellen lohnt sich in vielen Fällen eine Nachrüstung.

Agrokraftstoffe werden energieintensiv produziert

Dass der Ausstoß von Schadstoffen und Klimagasen durch den Antrieb mit Agrokraftstoffen deutlich sinkt, stimmt oft nur auf den ersten Blick. Die Produktion ist energieintensiv und durch Einsatz von Pestiziden und Düngern entstehen große Mengen Treibhausgase.

Aufgrund der Beimischungspflicht zu Benzin und Diesel und höherer Steuersätze werden reine Agrokraftstoffe schrittweise vom Markt verschwinden und eignen sich nicht für alternative Antriebe. Aber auch beigemischte Agrokraftstoffe müssen umwelt- und sozialverträglich produziert werden. Eine umfassende Zertifizierung ist daher notwendig.

Gasantrieb - kostengünstig und klimaverträglich

Eine Alternative besonders für Vielfahrer in der Stadt ist der Umstieg auf ein gasbetriebenes Fahrzeug. Man unterscheidet dabei zwischen Erdgas (Compressed Natural Gas, kurz: CNG) und Autogas (Liquified Petroleum Gas, kurz: LPG).

Die hohen Anschaffungskosten für Gasfahrzeuge kompensieren sich über die geringen Kraftstoffkosten. Beide Kraftstoffe sind bis 2018 steuerbegünstigt und deshalb an der Zapfsäule um etwa die Hälfte billiger als Benzin. Auf dem Land sollte man sich allerdings über das Tankstellennetz in der Nähe informieren.

Gasfahrzeuge haben eine deutlich bessere Umweltbilanz als Diesel - sie stoßen kaum Rußpartikel und Stickoxide (NOx) aus. Erdgasautos produzieren darüber hinaus etwa ein Viertel weniger CO2 als vergleichbare Benziner.

Alternative Antriebe - Hybridfahrzeuge bieten Energie-Recycling

Alternative Antriebe bieten Hybridautos, die einen Benzin- und einen Elektromotor haben. Bei niedrigen Geschwindigkeiten treibt allein der Elektromotor das Auto an. Wird der Wagen beschleunigt, unterstützt der Elektro- den Verbrennungsmotor. Die Arbeitsteilung der Motoren wird so gesteuert, dass der Elektromotor unterstützt, wenn der Verbrennungsmotor besonders viel verbrauchen würde.

Alternative Antriebe wie ein Hybrid eignen sich für diejenigen, die viel in der Stadt oder in hügeligen Gebieten unterwegs sind, da der Strom für den Elektromotor aus Brems- und Schwungenergie gewonnen wird. Im Stadtverkehr und in bergigen Regionen verbraucht ein Hybridauto bis zu 50 Prozent weniger als ein Benziner. Auf längeren Strecken und auf der Autobahn haben Hybridmodelle aber kaum Verbrauchsvorteile. Der Kaufpreis der Hybridautos ist heute noch recht hoch, sie werden nur von wenigen Herstellern angeboten.

Alternative Antriebe – Mobilität mit Strom

Alternative Antriebe bieten vor allem Elektromobilitäts-Konzepte. Lange Zeit war die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle eine Vision für die Mobilität der Zukunft. Mittlerweile setzt man auf Elektroautos.

Elektroautos sind leise und stoßen bei der Fahrt keine Abgase aus. Alternative Antriebe hin oder her - das zentrale Problem ist die vorherige Stromgewinnung. Mit konventionellem Strommix erreichen heutige E-Mobile keine wesentlich besseren CO2-Werte als andere Pkw. Wird dagegen regenerativ erzeugter Strom verwendet, sind CO2-Emissionen zwischen null und 30 Gramm pro Kilometer möglich.

Neben der klimaverträglichen Stromerzeugung ist auch das Speichern der elektrischen Energie ein „Knackpunkt“. Mit einer Batterieladung können gängige Elektroautos zwischen 70 und 200 Kilometer zurücklegen. Schwierig wird es zudem, wenn das Auto länger steht und sich der Akku auch ohne Fahrleistung entlädt. Für alternative Antriebe dieser Art zeichnen sich allerdings Fortschritte ab, angestoßen durch die Entwicklungen bei den Akkus von Laptops und Mobiltelefonen.

Eignet sich Wasserstoff für alternative Antriebe ?

Fast alle Autohersteller kündigen seit Jahren Brennstoffzellenfahrzeuge als alternative Antriebe an, die mit Wasserstoff einen Elektromotor antreiben. Doch bis es diese Autos in Serienreife gibt, vergehen noch mindestens 20 Jahre.

Das größte Hindernis ist die Wasserstoff-Produktion. Reiner Wasserstoff muss energieaufwändig hergestellt werden. Probleme bereitet auch die Speicherung. Ökologisch sinnvoll ist Wasserstoff für alternative Antriebe nur dann, wenn er mit erneuerbaren Energien erzeugt wird.

Vor- und Nachteile verschiedener Antriebe und Kraftstoffe

Vor- und Nachteile verschiedener Antriebe und Kraftstoffe

vcd_logo_artikelende.jpgVerantwortlich für den Inhalt: VCD und vzbv

Stand: 14.08.2009

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Weiterführende Links

Entscheidungshilfe beim Autokauf Ausführlichere Beratung zur Entscheidung für Auto und Kraftstoff auf der Website des Verkehrsclubs Deutschlands (VCD) Umwelteigenschaften alternative Antriebe und Kraftstoffe Detaillierte Informationen beim VCD Erdgasantrieb: Fahrzeuge und Tankstellen in Deutschland und Europa Auf der Webseite des Trägerkreises Erdgasfahrzeuge Informationen zu Autogas Website des Deutschen Verbands für Flüssiggas e.V. mit Informationen zu Autogas und Fahrzeugen, die es mit Herstellerumrüstung gibt Ab wann lohnt sich ein Dieselfahrzeug? Private Website, vergleicht die Kosten für ein Dieselfahrzeug mit denen für einen Benziner

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