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Klima-Talk über "Grüne Werbung"

Wo hört ehrliche Werbung auf und wo beginnt Verbrauchertäuschung?

Längst haben Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit für das Produkt- und Firmenmarketing entdeckt. Wo hört ehrliche Werbung auf und in welchen Fällen müssen Werbeaussagen als Verbrauchertäuschung eingestuft werden? Darüber diskutierten Werbefachleute, Unternehmenssprecher und weitere Experten am 30. November 2010 beim Klima-Talk am Brandenburger Tor in Berlin.

Die Diskussionsteilnehmer:

Porträt von Nicola Brünung; urheberrechtlich geschützt

Nicola Brüning

Leiterin der BMW Konzernrepräsentanz in Berlin

Nicola Brüning leitet seit 2008 das Konzernbüro der BMW Group in Berlin und ist zugleich politische Sprecherin des Automobilherstellers. Brüning war vor ihrem Wechsel in die Wirtschaft 15 Jahre lang politische Korrespondentin des Nachrichtemagazins „Focus“ in Bonn und Berlin und davor freie TV-Journalistin für MDR und SWR sowie im Politikressort von „Bild“ in Bonn.

Porträt von Jürgen Keßler; urheberrechtlich geschützt

Prof. Dr. Jürgen Keßler

Rechtswissenschaftler

Prof. Jürgen Keßler ist Experte zu Unternehmensrecht sowie Deutschem und Europäischem Wettbewerbs- und Kartellrecht. Er lehrt seit 1992 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin deutsches, europäisches und internationales Handels-, Gesellschafts-, Arbeits- und Wirtschaftsrecht und ist Direktor des Forschungsinstituts für Deutsches und Europäisches Immobilienwirtschafts- und Genossenschaftsrecht an der HTW. Zugleich ist er Honorarprofessor an der Technischen Universität Berlin und an der Staatlichen Kuban-Universität Krasnodar/Russland. Seit 2007 ist er zudem Vorstandsvorsitzender der Verbraucherzentrale Berlin.

Porträt von Karlheinz Steinmüller; urheberrechtlich geschützt

Karlheinz Steinmüller

Zukunftsforscher

Karlheinz Steinmüller widmet sich als Zukunftsforscher Fragen über die Perspektiven von Verbrauchern und Gesellschaft. Der diplomierte Physiker und provomierte Philosoph beschäftigte sich von 1976 bis 1982 an der Akademie der Wissenschaften mit der Modellierung und Simulation von Ökosystemen und war danach als freischaffender Schriftsteller tätig. Von 1991 bis 2001 arbeitete er am Sekretariat für Zukunftsforschung in Gelsenkirchen, im Anschluss war er Mitbegründer der Z_punkt GmbH The Foresight Company, seit 2002 ist er deren Wissenschaftlicher Direktor. Karlheinz Steinmüller schrieb mit seiner Frau Angela Steinmüller drei Science-Fiction-Romane sowie mehrere SF-Erzählungen und veröffentlichte zahlreiche futurologische Studien, Artikel und Szenarien.

Porträt von Katja Mrowka; Rechte: vzbv

Katja Mrowka

Rechtsreferentin Verbraucherzentrale Bundesverband

Katja Mrowka arbeitet seit 2004 als Juristin beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), unter anderem als politische Referentin für die Bereiche Wirtschaftsrecht, Handel und Wettbewerb. Für die vom vzbv initiierte Verbraucherallianz „fürs klima“ überprüft sie seit 2008 Werbung mit Klimaschutzargumenten. Sie setzt sich mit Unternehmen auseinander, wenn deren Produkte oder Dienstleistungen mit täuschenden oder falschen Angaben zum Klimaschutz beworben werden, bei irreführender Werbung auch über wettbewerbsrechtliche Unterlassungsverfahren.

Porträt von Volker Nickel; urheberrechtlich geschützt

Volker Nickel

Deutscher Werberat und Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft

Der Journalist Volker Nickel ist Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), dem 41 Organisationen aus der Werbung angehören. Zugleich vertritt er den Deutschen Werberat, ein Selbstverpflichtungsorgan der Werbebranche, das über die staatliche Rechtssetzung hinaus aktiv Verantwortung für ein geordnetes Werbeverhalten übernimmt. Nickel ist außerdem Geschäftsführer des ZAW Gemeinschaftswerk Freiheit für die Werbung, e.V. Die von ihm ins Leben gerufene Vereinigung führt den Dialog mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu allen Themen rund um die Werbung.

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Kurztipps

Thermometer, Rechte: iStock
Die richtige Temperatur finden Im Winter nur ein T-Shirt in der überheizten Wohnung zu tragen oder selten genutzte Räume auf 20 Grad zu heizen, schadet dem Klima und kostet viel Geld. Jeder Grad Celsius weniger senkt den Energieverbrauch um rund sechs Prozent.
Batterien in geöffneter Hand; Rechte: fielperson/pixelio
Teure Kleingeräte Vom Radio bis zum Taschenrechner – Batterien und Akkus sind die teuerste Energieform überhaupt. Stromsparender und damit klimaschonender sind Alternativen mit Netzteil oder Solarbetrieb.
Windrad; Rechte: P.Kirchhoff/pixelio
Stromanbieter: Sauber wechseln Jeder Deutsche verursacht im Jahr rund zehn Tonnen CO2. Allein durch den Wechsel zu Ökostrom könnte jeder Verbraucher seine jährliche CO2-Bilanz um zehn Prozent senken. Die geringen Mehrkosten lassen sich mit den anderen Klimatipps leicht wieder einsparen.
Flugzeug am Himmel; Rechte: cossac/pixelio
Was fliegt denn da? Von allen Lebensmitteln verursacht Flugware am meisten CO2. Der Flugtransport von einem Kilogramm Fisch oder Obst aus Südafrika zum Beispiel verursacht elf Kilogramm CO2. Essen Sie also lieber Zuchtfisch oder Meeresfisch aus nachhaltiger Produktion, der ein MSC-Siegel trägt und saisonales Obst, möglichst aus der Region.
Heizung, Rechte: istock
Die Heizung „in Watte“ packen Besonders hinter Heizungen sind die Wände oft dünn. Wärme geht durch solch schlechte Isolierungen ungenutzt verloren. Wärmedämmung in Form von Platten oder Folien wirkt dem entgegen. Sie sind im Baumarkt erhältlich und ganz einfach anzubringen.
Auto im Grünen, Rechte: iStock
Beim Urlaub die Umwelt im Blick Wer weit reist, sollte auch lang bleiben: Faustregel: 100 Kilometer reisen, einen Tag bleiben. Für einen Drei-Tages-Trip sollten Sie also nicht mehr als 300 Kilometer zurücklegen, empfiehlt der Verkehrsclub Deutschland.
Papierstapel, Rechte: iStock
Vorder- und Rückseite nutzen Auch beim Drucken können Sie viel sparen und das Klima schonen. Bedrucken Sie Ihr Papier möglichst beidseitig, am besten von vornherein durch doppelseitigen Druck. Für viele Geräte ist das kein Problem.
Pärchen vor Auto; Rechte: vzbv/M. Gloger
Klimabewusster Autokauf! Denken Sie an die Anschaffung eines Neuwagens? Achten Sie darauf, dass er klimaverträglich und sparsam ist. Informationen dazu bietet die VCD Auto-Umweltliste, die Sie kostenfrei in jeder Verbraucherzentrale erhalten.
Bierflaschen, Rechte: iStock
Mehrweg ist der richtige Weg Mehrwegverpackungen haben in der Umwelt- und Klimabilanz klar die Nase vorn. Lassen Sie Produkte mit aufwändiger oder überflüssiger Verpackung liegen und schicken Sie damit an Hersteller und Handel eine Botschaft für die Zukunft.
Standby, Rechte: iStock
Auf Standby steht keiner mehr Standby heißt nicht immer standby. Manchmal gehen Geräte auch in den Sleep-, Eco- oder Energiesparmodus. So oder so: Die Geräte bleiben abrufbereit und verbrauchen Strom. Schalten Sie die Geräte lieber ganz ab.
Kühlschrank innen, Rechte: iStock
Keine Eiszeit im Kühlschrank Kontrollieren Sie doch einmal die Temperatur Ihres Kühlschranks, am besten mit einem Kühlschrankthermometer. Denn in der Mitte des Gerätes reichen 5 Grad vollkommen aus. Für Gefrierschränke sind -18 Grad optimal.
Drehzahlmesser; Rechte: tommyS/pixelio
Niedrigtourig sparsam Auto fahren 2.000 Umdrehungen pro Minute reichen in der Stadt aus. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und schont den Motor. Weniger CO2-Ausstoß ist besser fürs Klima, bedeutet weniger Spritkosten und spart Geld.
Tiefkühlgemüse; Rechte: istockphoto
Kühl auftauen! Lebensmittel aus der Tiefkühltruhe können langsam im Kühlschrank auftauen – ihre Kälte geben sie an die Umgebung ab, und der Kühlschrank braucht weniger Energie zum Kühlen.
Wasserhahn, Rechte: istock
Mit einem Griff Wasser sparen Eine Menge Wasser fließt bei der Suche nach der richtigen Wassertemperatur ungenutzt in den Abfluss. Die Lösung heißt Einhandmischer. Der sorgt dafür, dass die gewünschte Temperatur schnell einzustellen ist.
Kühlschrank auf Weldweg, Rechte: iStock
Energiefresser entsorgen Ersetzen Sie Ihren alten Herd oder Kühlschrank durch ein energiesparendes Gerät. Fast die Hälfte der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen wird bei der Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel verursacht.
Hand an der Gangschaltung; Rechte: sparkie/pixelio
Wer schnell schaltet, spart Der erste Gang ist nur zum Anfahren. Schalten Sie rasch in den zweiten und spätestens bei 2.000 Umdrehungen pro Minute in den nächsten Gang. Als Faustregel gilt: Bei Tempo 30 im dritten, 40 im vierten und ab 50 im höchsten Gang fahren.
Frau auf Fahrrad, Rechte: VZBV
Für Kurzstrecken das Auto stehen lassen Wussten Sie, dass ein kalter Motor auf den ersten Kilometern bis zu 35 Liter Sprit pro 100 Kilometer braucht und stark verschleißt? Nehmen Sie für Kurzstrecken doch öfter mal das Rad oder gehen Sie zu Fuß - damit tun Sie auch etwas für Ihre Gesundheit.
Fernbedienung für Fernseher: Engel; Rechte: pixelio/Rolf van Melis
Fernseher – große Filme auf großen Schirmen? Die richtige Größe des neuen Fernsehers will gut überlegt sein. Denn einen großen Bildschirm können Sie nur mit ausreichend Abstand genießen. Außerdem lohnt es sich besonders bei Fernsehern, die verschiedenen Modelle hinsichtlich ihres Stromverbrauchs zu vergleichen.
Wasserkocher, Rechte: iStock
Ein Wasserkocher lohnt sich … … es sei denn, Sie kochen mit einem Gasherd. Ansonsten gilt: Wasser auf dem Herd zu kochen ist pure Energieverschwendung. Erhitzen Sie Wasser lieber mit dem Wasserkocher und messen Sie das Wasser genau ab.
Fahrrad mit Gemüse, Rechte: iStock
Vorausschauend einkaufen Eine Speiseplanung für einige Tage im Voraus und eine entsprechende Einkaufsliste helfen Kosten, Zeit und Energie zu sparen. Unnötige Einkaufsfahrten strapazieren die Nerven und belasten das Klima. Gesünder - auch fürs Klima - ist der Einkauf zu Fuß oder per Fahrrad.
Schiefertafel Bio, Rechte: iStock
Öfter auf Öko setzen Mit Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau sorgen Sie für gutes Klima auf dem Tisch. Beim Anbau fallen weniger Emissionen an, da auf energieintensive, mineralische Stickstoffdünger verzichtet wird. Bei tierischen Produkten ist der Bio-Vorsprung nicht ganz so klar. Grundsätzlich aber gilt: Wer mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel isst, tut der eigenen Gesundheit und dem Klima Gutes.
Blumen im Gewächshaus; Rechte: G. Bruske/pixelio
Blumen aus der Region Im Winter muss niemand auf Blumen verzichten. Heimische Gewächshäuser bieten etwa Chrysanthemen, Fresien oder Gerbera an. Noch besser sind Christrosen und Hortensien aus dem Kaltgewächshaus.
Töpfe, Rechte: iStock
Clever kochen Für jeden Topf gibt es den passenden Deckel. Der hilft wertvolle Energie zu sparen, die sonst ungenutzt verdampft. Die Herdplatte können Sie schon deutlich vor Ende der Kochzeit abstellen: Die Restwärme reicht aus, um das Essen fertig zu garen.
Schinken und Wurst, Rechte: iStock
Weniger Fleisch ist mehr Die Produktion tierischer Lebensmittel verursacht deutlich mehr CO2 als die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Verzichten Sie deshalb öfter mal auf Fleisch und Wurst und gönnen sich dafür dann ein besseres Stück.
Holzpellets, Recht: iStock
Klimaneutral heizen mit Holz Beim Verbrennen von Holzpellets entsteht nur so viel CO2 wie der wachsende Baum zuvor der Atmosphäre entzogen hat. Ihr Ofen sollte allerdings den Grenzwert des Blauen Engels für Feinstaubemissionen nicht überschreiten.
Papierrollen, Rechte: iStock
Weiße Weste dank Recyclingpapier Recyclingpapier schont Wälder, denn es wird aus Altpapier gemacht. Moderne Recyclingpapiere sind fast so hell wie Neupapier und diesem qualitativ in jeder Hinsicht ebenbürtig. Greifen Sie zu!
Obst und Gemüse, Rechte: iStock
Mehr Obst und Gemüse Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag: Die goldene Regel für eine gesunde Ernährung ist auch fürs Klima gut. Denn pflanzliche Lebensmittel belasten die Atmosphäre in der Regel weniger mit Treibhausgasen als tierische.
Gemüse aus der Region, Rechte: iStock
Lebensmittel aus der Region Setzen Sie regionale Lebensmittel auf Ihrem Einkaufszettel ganz nach oben. Kurze Transportwege schonen das Klima. Was vor Ort ausreifen konnte, schmeckt besser und hat oft mehr gesunde Inhaltsstoffe. Klimaschutz schmeckt!
Händewaschen, Rechte: istock
Energiefresser stoppen Häufig fristen kleine Wasserboiler unter Waschbecken oder in Unterschränken im Dauerbetrieb ein energiefressendes Dasein. Ein kleines Vorschaltgerät für um die 30 Euro stoppt den Stromklau.
Sahneherz auf Butterbrot; Rechte: berwis/pixelio
Aber bitte mit Sahne? Je höher der Fettgehalt eines tierischen Lebensmittels, desto schlechter ist dessen Klimabilanz. Ein bewusster, sparsamer Umgang mit Sahne, Butter und fettem Käse schont das Klima – und Ihre Gesundheit.

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