Pressemitteilung: Klimakonferenz in Kopenhagen: Global denken – regional handeln
Verbraucherzentrale Hessen gibt Tipps zum Klima schonenden Einkauf in der Weihnachtszeit
Derzeit treffen sich in Kopenhagen die Staats- und Regierungschefs zum Weltklimagipfel. Aber was haben die Verbraucher in Hessen damit zu tun? Jeder kann etwas für den Klimaschutz tun. Deshalb: global denken, regional handeln. Der Advent ist die konsumreichste Zeit des Jahres. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Prognos zeigt, dass Verbraucher beim Einkauf einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Damit dies gelingt, informiert das Klimateam der Verbraucherzentrale Hessen über klimafreundliche Produkte.
Klimafreundliche Produkte sind oft nur schwer zu erkennen. Allerdings gibt es Label, die für sparsamen Energieverbrauch, Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit stehen. „Produkte, die mit den von uns empfohlenen Prüfsiegeln gekennzeichnet sind, verbrauchen bei Herstellung, Betrieb und Entsorgung besonders wenig Energie. So kann die Anschaffung eines Strom sparenden Elektrogeräts die persönliche CO2-Bilanz aufbessern und gleichzeitig die Stromkosten senken“, so Anika Sauer, Klimaexpertin der Verbraucherzentrale Hessen.
Weihnachtsbaum. Soll die gute Stube mit einem Weihnachtsbaum geschmückt sein, empfiehlt das Klimateam der Verbraucherzentrale einheimische Fichten und Kiefern. „Der Kauf regionaler Weihnachtsbäume unterstützt die heimische Forstwirtschaft und erspart lange Transportwege und damit CO2“, erklärt Sauer. Es gibt auch Forstbetriebe, die auf Mineraldünger und Pestizide verzichten. Die Zeichen „FSC“, „Bioland“ oder „Demeter“ zum Beispiel garantieren, dass die Bäume aus ökologisch bewirtschafteten Wäldern oder Weihnachtsbaumkulturen stammen. Bio-Weihnachtsbäume sind zum Beispiel auf Bio-Höfen oder bei Bio-Waldbauern erhältlich. Vereinzelt wird auch das Selbsteinschlagen angeboten. Informationen erhalten Verbraucher auch beim nächsten Forstamt.
Weihnachtsgans. „Wer zum Fest eine Bio-Gans zubereitet, hat nicht nur den besonderen Genuss, sondern leistet auch einen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz“, rät Andrea Schauff, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen. Denn die ökologische Tierhaltung sorgt durch langsame Aufzucht, artgerechtes Futter sowie ausreichend Platz und Bewegung für eine bessere Fleischqualität. Verbraucher, die zum Weihnachtsbraten auch Kartoffelklöße, Rotkraut und Bratäpfel aus Bioanbau zubereiten, schonen zusätzlich das Klima. Denn insbesondere bei der Produktion von pflanzlichen Öko-Lebensmitteln werden rund 15 bis 20 Prozent weniger CO2 produziert, als bei der konventionellen Erzeugung. Grund für die gute Klimabilanz ist vor allem der Verzicht auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide, deren Herstellung sehr energieaufwändig ist. So haben Öko-Lebensmittel zudem erheblich weniger Rückstände an Pflanzenbehandlungsmitteln. „Wer regionale Bio-Produkte statt weit gereister Ware wählt, punktet zusätzlich beim Klimaschutz“, sagt Schauff. Zu erkennen sind Bio-Lebensmittel am staatlichen Biosiegel. Neben diesem freiwilligen Zeichen müssen Produkte, die nach den Vorgaben der EG-Öko-Verordnung produziert werden, den Code der Ökokontrollstelle tragen. Weitere Infos und Einkaufsführer für regionale Bioprodukte unter www.verbraucher.de in der Rubrik Ernährung, unter www.allesoeko.net und www.huhnundpute.de.
Holzspielzeug. Holzbauklötzen, einem Holzdreirad oder geschnitzten Tierfiguren sieht man auf den ersten Blick nicht an, wo und wie das Holz für die Produkte gewonnen wurde. „Tragen Holzprodukte das FSC-Siegel, ist gewährleistet, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt und für eine umwelt- und klimaschonende Produktion steht“, so Sauer. Die gemeinnützige und unabhängige Organisation Forest Stewardship Council (FSC) vergibt das Siegel. Tragen die Spielwaren zusätzlich das „spiel-gut-Zeichen“ ist dies ein Garant für einen positiven Spielwert sowie eine gute Funktion und Verarbeitung. Eltern, die vor Weihnachten Spielzeug für ihre Kinder kaufen, rät die Verbraucherzentrale, auch auf die Kennzeichnung Geprüfte Sicherheit ("GS") zu achten. Dieses Siegel steht für Qualität und Sicherheit – gefährliche Chemikalien sind bei diesen Spielwaren tabu.
Elektrogeräte. Weihnachten ist das Fest der Überraschungen. Das sollte aber nicht für den Stromverbrauch eines neuen Elektrogerätes gelten. „PC, Bildschirm, Drucker oder Scanner tragen zum Beispiel das Energielabel Energy Star, wenn sie im Ruhezustand, im Standby- und im Leerlauf-Modus wenig Energie verbrauchen“, erklärt Sauer. Auch das Europäische Umweltzeichen, die Euroblume, kennzeichnet Elektrogeräte, die umweltfreundlich und recyclinggerecht konstruiert sind. Hierunter fallen Kriterien sowohl für den Fernseher, als auch für die Haushaltswaschmaschinen und viele weitere Kleingeräte.
Die Verbraucherallianz "fürs klima."
"für mich. für dich. fürs klima." ist ein Bündnis des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Sparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Die Kampagne wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert.
Frei zum Nachdruck, Belegexemplar erbeten.
Ergänzende Informationen für Verbraucher/innen:
- Telefonische Beratung der Verbraucherzentrale Hessen zum Thema „Klimafreundliche Ernährung“ dienstags 10 bis 14 Uhr unter
0900 1 972012 (0,90 € pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom AG – andere (Mobilfunk-) Netzbetreiber können zusätzliche Kosten berechnen.) - Telefonische Beratung zu klimabewusster Mobilität: ob klimabewusster Autokauf, nachhaltiger Urlaub oder intelligenter Verkehrsmittelmix – die Experten des Verkehrsclub Deutschland (VCD) beantworten Verbraucheranfragen unter der kostenlosen Telefonnummer
0800 2030900 oder im Internet (siehe rechte Spalte) - Hessenweites Servicetelefon der Verbraucherzentrale Hessen e.V.: 0180 5 972010 (0,14 € pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Tele-kom AG – andere (Mobilfunk-) Netzbetreiber können zusätzliche Kosten berechnen; ab 1.3.2010 maximal 0,42 €). Informationen über alle Beratungs- und Seminarangebote sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen; teilweise auch Terminvereinbarung möglich. Keine Beratung!
Stand: 10.12.2009



