Salatvorbereitung, Rechte: istockphoto

 

Klimaschonend Kochen

Die Wahl des passenden Topfes ist ebenso wichtig wie die richtige Nutzung der Spülmaschine

Ein kluger Umgang mit Herd und Backofen spart viel Geld und Treibhausgase. Dazu gehören energiesparende Haushaltsgeräte und die Wahl der passenden Töpfe. Auch wie Sie Herd und Hitze nutzen, ist entscheidend. Auf den anschließenden Genuss beim Essen brauchen Sie dabei ganz bestimmt nicht zu verzichten.

Wer die Wahl hat, sollte sich für einen Gasherd entscheiden. Denn Gas ist wesentlich effektiver und auch billiger als Strom. Rund 300 Kilogramm Kohlendioxid entstehen in einem Durchschnittshaushalt beim Kochen mit Elektroherd - mit Gas sind es nur 137 Kilogramm. [1] Elektroherde mit Glaskeramikfeldern sind wiederum günstiger als solche mit gusseisernen Platten, wobei man beim Neukauf darauf achten sollte, dass das Gerät einen geringen Stand-by-Verbrauch hat. [2] Bei den Backöfen schneidet Umluft deutlich besser ab als das Anschalten von Unter- und Oberhitze.

Welche Geräte unter Umweltgesichtspunkten aktuell die besten auf dem Markt sind, veröffentlicht das Freiburger Öko-Institut auf seiner Website ecotopten.de. Und auch bei der Onlinethek Verbraucherzentrale zu schmökern lohnt sich, wenn man sich ein neues Gerät anschaffen möchte.

Klug genutzter Herd ist Geld wert - und schützt das Klima

Neben dem Kühlschrank ist der Herd eines der energiefressendsten Geräte im Haushalt. Deshalb ist ein kluger Umgang damit besonders wichtig.

  • Jeder Topf braucht einen Deckel – und zwar einen, der gut sitzt und möglichst wenig Wärme entweichen lässt.
  • Wer auf einem Elektroherd kocht, sollte unbedingt Töpfe und Pfannen mit einem ganz flachen Boden benutzen. Bei Gasherden ist das unwichtig. 
  • Ein Dampfkochtopf spart viel Zeit und bis zu 50 Prozent Energie, weil vieles darin schon in wenigen Minuten gar ist. 
  • Topf- und Plattendurchmesser sollten zueinander passen. Eine nur drei Zentimeter zu große Platte lässt 30 Prozent der Energie sinnlos in der Luft verschwinden.
  • Der Topf sollte von unten trocken und sauber sein, weil die Hitze sonst schlechter in den Topf hineinkommen kann. 
  • Die Herdplatte kann man schon einige Minuten vor Ende der Kochzeit abstellen; die Restwärme reicht aus, um das Essen fertig zu garen..  
  • Reis muss nur wenige Minuten kochen. Stellt man den Topf dann in eine mit Stoff ausgepolsterte Kochkiste – oder einfach unter die Bettdecke – wird er auch gar. 
  • Eier sollten im Dampf, und nicht im sprudelnden Wasser gekocht werden. Ideal ist ein Eierkocher, weil er kleiner ist und die Eier auf direktem Weg erhitzt.Ein elektrischer Wasserkocher braucht zum Erhitzen von Wasser nur 50 Prozent der Energie eines Kessels auf dem Elektroherd. Die Mikrowelle ist dafür ganz ungeeignet.
  • Wer kleine Mengen Brot rösten will, sollte lieber einen Toaster nutzen als den Backofen anwerfen.  
  • Bei vielen Gebäcken und Braten kann bei gleich guten Ergebnissen auf das Vorheizen des Backofens verzichtet werden.

Kochen ist mehr als die gute Wahl von Topf und Pfanne

Genuss ist neben Sättigung das Wichtigste beim Essen. Und natürlich sollte das, was man zu sich nimmt, auch gesund und wohltuend sein. Dass kulinarische Hochgenüsse durchaus klimafreundlich sein können, belegen zahlreiche Kochbücher zum klimaschonenden Kochen. [4] Besonders praktisch ist die Einteilung nach Jahreszeiten. Wie wäre es zum Beispiel im Winter mit einem Gemüsepalatschinken und dazu einen Apfel-Nuss-Salat? Oder im Sommer ein Estragonhendl vom Grill mit feurigem Gurkensalat? Guten Appetit!

Zu guter Letzt - der Abwasch

Wer eine Spülmaschine für sich arbeiten lässt, sollte bei der Anschaffung auf jeden Fall darauf achten, dass sie zur Energieklasse „AAA“ zählt. Das erste A steht dabei für die Energieeffizienz, das zweite A für die Reinigungsleistung und das letzte A für die Trocknungsleistung. Am besten informiert man sich vorher in Ruhe auf der Ecotopten-Liste des Öko-Instituts, wo die aktuell besten Modelle verzeichnet sind. [5]

Wer sein Warmwasser nicht mit Strom erwärmt, kann in vielen Fällen Energie und CO2-Emissionen sparen, indem er die Spülmaschine direkt an die Warmwasserleitung anschließt. Entscheidend ist, wie viel Zeit vergeht, bis warmes Wasser an der Spülmaschine ankommt. Dafür ausschlaggebend ist die Länge der Anschlussleitung. Lassen Sie sich am besten von einem Fachmann dazu beraten.

Die richtige Wahl der Spülmaschinengröße ist ebenfalls entscheidend: Eine große Maschine halbvoll spülen zu lassen ist auf jeden Fall Verschwendung. Allerdings ist es auch nicht sinnvoll, eine zu kleine Maschine zu wählen und die dann häufiger anzustellen. Wichtig für den Energieverbrauch und damit für den Klimaschutz ist darüber hinaus die Wahl des Spülprogramms. Versuchen Sie es mit den niedrigen Temperaturen und nicht gleich mit den hohen, die zumeist für die Reinigung von Töpfen gedacht sind. Moderne Maschinen bieten meist ein Eco- oder Sparprogramm. Wichtig zudem: Programme mit Zeitvorwahl verbrauchen Energie für den Stand-by-Betrieb. Auf das sollten Sie nach Möglichkeit verzichten.

[1] Mathias Schäfer, CO2 sparen, Geld sparen, Hamburg 2007, S. 46

[2] ebd. S. 43

[3] ebd. S. 43-51

[4] Aufgedeckt –Appetit auf Klimaschutz, St. Pölten 2008. Kochrezepte und Tipps der niederösterreichischen Umweltberatung; für 4 Euro zu beziehen über niederoesterreich@umweltberatung.at

[5] EcoTopTen-Geschirrspülmaschinen

In fachlicher Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten der Verbraucherzentralen, gefördert vom BMELV

Stand: 14.08.2009

Seite empfehlen

Weiterführende Links

Verbraucherinfothek - Herde und Backöfen Informationen und Tipps zu Herden und Backöfen in der Infothek der Verbraucherzentralen Verbraucherinfothek - Spülmaschinen Informationen und Tipps zu Spülmaschinen in der Infothek der Verbraucherzentralen Energieberatungsstellen Übersicht aller Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen

In Ihrer Nähe

mehr ...

So finden Sie das richtige Produkt

Kennzeichnungen Ernährung

Sich gesund und klimafreundlich zu ernähren, ist gar nicht so schwer. Unsere Übersicht der wichtigsten Kennzeichnungen hilft Ihnen beim Lebensmitteleinkauf

mehr...

Ihr persönlicher Beitrag zum Klimaschutz

CO2-Rechner

Mit unserem CO2-Rechner können Sie Ihre ganz persönliche Klimabilanz ziehen.

CO2-Rechner starten

Copyright © Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. 2009