Töpfe und Gemüse, Rechte: istockphoto

 

Klimaschutz schmeckt

Richtige Ernährung hilft dem Klimaschutz und ist mit vielen Vorteilen verbunden

Genießen, gesund leben und Klimaschutz schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Wer sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält, tut sich selbst etwas Gutes und trägt gleichzeitig zum Klimaschutz bei. Unser Fleischkonsum sollte beispielsweise halbiert werden. Weniger Fleisch und mehr Getreide, Gemüse, Salate und Obst heißt nicht, auf köstliche Speisen verzichten zu müssen.

Die meisten von uns greifen regelmäßig zu Lebensmitteln mit zu viel Energie. Das liegt nicht nur daran, dass wir viel Schokolade und andere Süßigkeiten essen. Heutzutage verzehrt in Deutschland jeder durchschnittlich 60 Kilogramm Fleisch und Wurst pro Jahr. Aus gesundheitlicher Sicht wäre eine starke Senkung dieser Verzehrmengen besser

Auch fette Milchprodukte wie Sahne, Butter und fette Käsesorten kommen zu häufig auf den Tisch. Eine Reduzierung der Menge um mindestens ein Drittel täte unserem Körper und dem Klimaschutz gut. Bei Eiern sollte man aus den gleichen Gründen auf 50 der circa 200 verzehrten Eier im Jahr verzichten. [1]

Klimaschutz durch Ernährungsumstellung

Würden viele ihre Ernährungsgewohnheiten entsprechend umstellen, gäbe es viel weniger Übergewichtige. Außerdem könnten Nutztiere mit heimischem Futter versorgt werden. Sojaimporte aus Übersee würden vermieden werden, und kein wertvoller Regenwald müsste mehr dafür geopfert werden. Viele für den Klimaschutz negative Ferntransporte wären überflüssig.

Auch deutlich weniger heimisches Getreide käme in den Futtertrog und könnte stattdessen unmittelbar für die menschliche Ernährung genutzt werden. Das wäre aktiver Klimaschutz, da Kuh- und Schafherden um mehr als die Hälfte reduziert werden könnten. Denn die Wiederkäuer blasen große Mengen Methan in die Luft.

Und schließlich sollte nicht vergessen werden, dass unser heutiger Fleisch-, Milch- und Eierkonsum aus der intensiven konventionellen Tierhaltung zum Hunger anderswo in der Welt beiträgt. Weil Futter für den Export anzubauen oft mehr Geld bringt als die eigene Bevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen, pflanzen die Bauern in vielen ärmeren Ländern Soja und Mais an und verkaufen ihn nach Europa und in die USA 

Gesund und gut für den Klimaschutz: Freilandfrüchte aus der Region

Auch an anderer Stelle gehen Genuss, Gesundheit und Klimaschutz Hand in Hand. Wer den Geschmack von Freilanderdbeeren und -tomaten im Sommer mit der aufgepäppelten Winterware aus dem Treibhaus vergleicht, weiß: Sonnenverwöhntes schmeckt einfach besser.

Zugleich enthalten reife, frisch geerntete und verzehrte Früchte die volle Dichte an Vitaminen und Mineralstoffen. Fürs Klima ist der Unterschied gigantisch: Eine im Winter gezüchtete Treibhaustomate verursacht mehr als 100 Mal so viele Klimagase wie eine unter freiem Himmel rot gewordene Kollegin - und das alles auch noch bei deutlich reduziertem Geschmack. [2]

Am besten für den Klimaschutz ist es natürlich, wenn das frische Gemüse und Obst aus der Region stammt. Dann ist es nicht nur superfrisch, sondern hat auch kaum klimabelastende Transportkilometer hinter sich. Außerdem stärken kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher die Wirtschaftskreisläufe in der Region.

Um die halbe Erde und künstlich gereift

Wer nicht so lange warten will, bis Bohnen, Tomaten oder Erdbeeren bei uns reif sind, sollte lieber zu Freilandware aus Spanien oder Italien greifen als zu Obst und Gemüse aus beheizten Gewächshäusern.

Was allerdings um die halbe Welt reist, bevor es bei uns im Supermarkt landet, muss meist relativ hart und grün geerntet werden, damit es nicht matschig bei uns ankommt. Zum Teil werden die Früchte dann noch künstlich nachgereift, bevor sie zum Verkauf angeboten werden können. Den Geschmack verbessern solche Prozeduren natürlich nicht. Und der lange Transportweg verschlechtert die Chancen für den Klimaschutz zusätzlich.

Frischgemüse gibt es nicht aus der Dose

Frische Himbeeren oder Birnen enthalten deutlich mehr Vitamine als solche aus der Dose. Um Obst haltbar zu machen, wird es auf 80 und manchmal sogar über 100 Grad erhitzt - wodurch viele Nährstoffe verloren gehen. Rund die Hälfte des Vitamin C bleibt beim Eindosen auf der Strecke.[3]

Zugleich belastet der Energieverbrauch fürs Eindosen das Klima. Ähnliches gilt - in etwas geringerem Maße - auch für tiefgekühlte Ware [4].

Bezogen auf den gesamten Herstellungsprozess sind getrocknete Kartoffelprodukte (Klöße und Püree und TK-Pommes) die größten Klimakiller im Gemüsesortiment. Sie schädigen das Klima ähnlich stark wie Geflügel- und Schweinefleisch.

Obst und Gemüse vom Biobauern hilft beim Klimaschutz

Wer beim Einkauf zu Bioobst und -gemüse greift, verzichtet nicht nur auf einen häufig mitgelieferten Pestizidcocktail. [5] Er entscheidet sich auch für den Klimaschutz, denn Biobauern dürfen keinen mineralischen Stickstoffdünger und keine chemisch-synthetischen Pestizide einsetzen, und deren Herstellung ist mit hohen CO2-Lasten befrachtet.

Ob Biofleisch dem Klimaschutz mehr dient als konventionelle Ware ist dagegen umstritten. Unzweideutig dagegen ist, dass Biotiere ein wesentlich besseres Leben haben als ihre konventionell gehaltenen Artgenossen. Sie bekommen vielfältigeres und eher heimisches Futter und haben mehr Auslauf.

[1] Axel Woitowitz: „Auswirkungen einer Einschränkung des Verzehrs von Lebensmitteln tierischer Herkunft auf ausgewählte Nachhaltigkeitsindikatoren – dargestellt am Beispiel konventioneller und ökologi-scher Wirtschaftsweise“., Dissertation an der Uni München, 2007,
Link zum PDF-Dokument, S. 202

[2] Factsheet: ‚Ernährung und Klima’,
Link zum PDF-Dokument

[3] Vollwert-Ernährung, v. Koerber, Männle Leitzmann 10. Aufl. Haug Verlag 2004, S.230

[4] Öko-Institut e.V.; Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln; Eberle, Fritsche; 2007,
Link zum PDF-Dokument, S. 5, 7

[5] Link zu PDF "Essen ohne Pestizide", S. 3

In fachlicher Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten der Verbraucherzentralen, gefördert vom BMELV

Stand: 14.08.2009

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Materialien zum Download

Essen ohne Pestizide Kurzinformationen von Greenpeace (pdf 905 KB)

Weiterführende Links

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