Gemüsemarktstand, Rechte: istock

 

Lebensmittel clever einkaufen

Jeder kann jeden Tag dazu beitragen, das Klima zu schonen

Ein deutscher Durchschnittshaushalt verursacht allein durch die Ernährung etwa 4.360 Kilogramm Treibhausgase. Das ist entschieden zu viel. Rein rechnerisch stehen jedem Erdenbürger für alle Lebensbereiche insgesamt nur 2.000 Kilogramm jährlich zu. Wenn es nicht gelingt, die Gesamtmenge entsprechend zu begrenzen, gerät unser Klima völlig aus den Fugen.

Beim Kauf und der Zubereitung von Lebensmitteln gibt es viele Möglichkeiten, die persönliche Klimabilanz zu verbessern - und zwar schnell und ohne großen Aufwand. Das bedeutet keineswegs, dass wir künftig mit knurrendem Magen herumlaufen oder auf Genuss verzichten müssen. Notwendig ist allerdings, sowohl im Laden als auch beim Lagern und Kochen ein paar Regeln zu beachten.

Beim Einkauf sollten Sie Folgendes im Hinterkopf behalten:

  • Mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommen Sie zum Laden, ohne dass dabei ein einziges Gramm CO2 entsteht. Wenn Sie dagegen das Auto benutzen, kommen Sie schon bei einer Fahrt von wenigen Kilometern schnell auf ein paar tausend Gramm CO2.
  • Tierische Produkte verursachen weitaus mehr Klimagase als pflanzliche Nahrung. Die Spitzengruppe bilden dabei Fleisch und fette Milchprodukte von Wiederkäuern - insbesondere von Rindern, aber auch von Schafen und Ziegen. Hier sollten Sie deshalb besonders bewusst einkaufen und diese Produkte nur in Maßen genießen.
  • Saisonal geerntetes Gemüse und Obst aus der Region ist fast immer unschlagbar klimafreundlich. Kniffliger wird es bei Produkten, die natürlicher Weise in der jeweiligen Jahreszeit nicht bei uns wachsen. Da kann der Import per Schiff oder LKW schon mal günstiger sein als die Herkunft aus einem Treibhaus um die Ecke. 
    Ein Beispiel:
Tabelle Vergleich der CO2-Belastung bei verschiedenen Anbauarten von Tomaten
  • Verarbeitete Lebensmittel haben eine deutlich schlechtere Klimabilanz als frische. Allein 39 Kilogramm Tiefkühlkost hat statistisch jeder Mensch hierzulande 2008 verspeist  - so viel wie nie zuvor. Obst, Gemüse, Fisch, Torten oder Pizza werden mit hohem Energieaufwand schockgefrostet. Auch bei Reisen um die halbe Welt, später im Laden und zu Hause bis zur Zubereitung darf die Tiefkühlkette nie unterbrochen werden.
     
    Bei Tütensuppen und Kartoffelknödeln entziehen die Herstellerbetriebe den Zutaten energieaufwändig das Wasser, das später in der Küche wieder dazu gekippt wird.  Eine verlässliche Herkunfts- oder gar Regionalkennzeichnung fehlt bei verarbeiteten Produkten völlig, so dass Verbraucher bei Fertigprodukten die Herkunft der Rohstoffe gar nicht nachvollziehen können.
  • Bioobst und -gemüse sind klimafreundlicher. Das liegt vor allem daran, dass bei ihrer Herstellung kein Stickstoffdünger eingesetzt wird.  

Milliarden landen in der Tonne

Die Gesellschaft für Konsumforschung hat ausgerechnet: Ein durchschnittlicher Haushalt gibt jährlich 387 Euro für Lebensmittel aus, die ungenutzt im Müll landen. Berge von Nahrung im Wert von vielen Milliarden Euro werden also für die Tonne produziert.    Dadurch belasten wir das Klima völlig sinnlos.

Wenn Sie folgende Tipps beachten, müssen Sie keine Lebensmittel wegwerfen:

  • Eine Speiseplanung für einige Tage im Voraus und eine entsprechende Einkaufsliste helfen Kosten, Zeit und Energie sparen und schärfen außerdem den Blick für eine abwechslungsreiche Ernährung.
  • Beachten Sie grundlegende Regeln der Lebensmittelhygiene und –lagerung.
  • Verwerten Sie Reste kreativ: Auch aus Übriggebliebenem lässt sich immer noch etwas Schmackhaftes zubereiten.

[1] Ernährungsumschau, S. 601
[2] Rede der Bundeskanzlerin
[3] Synthesis Report
[4] Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen, Jahresbericht 2008 / 2009, S. 12
[5] „Verbraucher schnallen den Gürtel enger“ , Gfk-Studie von 1/2008, Seite 6, Link: Kaufzurückhaltung nach Preissteigerungen

In fachlicher Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten der Verbraucherzentralen, gefördert vom BMELV

Stand: 14.08.2009

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Weiterführende Links

Klimafreundliche Ernährung Überblicksartikel zum klimafreundlichen Einkauf (PDF) Lebensmittel: Regional = gute Wahl Broschüre mit kurzen Texten und vielen Grafiken zur Orientierung bei Einkäufen (PDF)

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