Motorroller als Alternative zum Auto?
Wissenswertes rund ums Kleinkraftrad
Im Vergleich zum Auto sind kleine Roller oder Mopeds weitaus preiswerter, sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt. In der Stadt sind Sie mit einem Kleinkraftrad meist genauso schnell am Ziel wie mit dem Pkw. Gute Gründe, um im Kleinkraftrad eine interessante Alternative zum Auto zu sehen, vor allem zum Zweitwagen.
Kleinkrafträder haben einen Hubraum von bis zu 50 Kubikzentimeter und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern.
Sie dürfen mit dem Führerschein der Klasse M, erhältlich ab 16 Jahren gefahren werden.
Diese Klasse ist in der neuen Klasse B enthalten. Jugendliche, die den Pkw-Führerschein mit 17 Jahren absolvieren, dürfen im ersten Jahr nur in Begleitung eines Erwachsenen ein Auto steuern, ein Kleinkraftrad aber schon allein fahren. Inhaber der alten Führerscheinklasse 3 haben automatisch die Fahrerlaubnis für Kleinkrafträder. Ein Helm ist Pflicht.
Versicherung jeweils für ein Jahr
Kleinkrafträder bis 50 Kubik sind zulassungsfrei, müssen aber versichert werden. Versicherungskennzeichen sind direkt bei den Kraftfahrtversicherungen erhältlich. Sie gelten immer ein Jahr, jeweils vom 1. März bis 28/29. Februar und haben jedes Jahr eine andere Farbe, so dass sehr schnell erkennbar ist, ob der Versicherungsschutz noch aktuell ist.
Ebenso wie Autos muss ein Kleinkraftrad alle zwei Jahre zur TÜV-Untersuchung, die eine Überprüfung der Abgaswerte einschließt.
Leicht zu fahren
Während Mopeds wahlweise mit oder ohne Gangschaltung gefahren werden, verfügen kleine Motorroller durchgängig über einen stufenlosen Antrieb. Gestartet werden sie mit einem elektrischen Anlasser, anschließend muss nur am Gasgriff gedreht werden um das Zweirad zu bewegen.
Gebremst werden Roller mit zwei Bremshebeln, die sich links und rechts am Lenker befinden. Viele moderne Roller haben Antiblockiersystem (ABS).
Entsprechende Bekleidung wählen
Auch wenn ein Kleinkraftrad leicht zu fahren ist, sollte eine sichere Fahrweise gezielt trainiert werden, um Gefahrensituationen schneller einschätzen und entsprechend reagieren zu können.
Zur Sicherheit gehört neben dem vorgeschriebenen Helm eine ausreichende Schutzkleidung. Feste Schuhe, am besten Handschuhe und eine reißfeste Hose sind zu empfehlen.
Auf einem Kleinkraftrad darf man zu zweit fahren, sofern das Modell dafür ausgerichtet ist. Auch hier gilt: Nur mit ausreichend Training zu zweit starten. Sowohl Fahrer, als Beifahrer sollten sich bewusst sein, dass sie keine „Knautschzone“ wie im Auto haben und jederzeit (auch) mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen müssen.
Sparsamer und klimaverträglicher als ein Auto
Mit einem Kleinkraftrad hat man im Vergleich zum Pkw deutlich niedrigere Ausgaben. Ein Mittelklasse-Pkw (Benziner) verbraucht etwa acht Liter Benzin auf 100 Kilometer.
Ein Kleinkraftrad schluckt dagegen im Durchschnitt nur drei Liter. Bei einem Benzinpreis von 1,40 Euro und einer Jahresfahrleistung von 4.000 Kilometern (das entspricht einer täglichen Strecke von elf Kilometern) lässt der Autofahrer des Mittelklassewagens 450 Euro pro Jahr an der Tankstelle, der Zweiradfahrer nur 170 Euro.
Auch bei der Klimaverträglichkeit ist der Kleinkraftradfahrer dem Pkw-Fahrer weit voraus: er verursacht für die angenommene Jahresstrecke von 4.000 Kilometern circa 300 kg CO2, der Autofahrer mit 800 kg mehr als das Doppelte.
Erst testen, dann kaufen
Wer unsicher ist, ob die Anschaffung eines Kleinkraftrads wirklich sinnvoll ist, sollte nicht nur die Kosten kalkulieren, sondern sich am besten eine Probestunde gönnen. Viele Fahrschulen bieten Übungen mit Kleinkrafträdern an. Für eine Fahrstunde (45 Minuten) sind etwa 28 bis 30 Euro zu veranschlagen.
Stand: 13.09.2010
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