Gebrauchtwagen-Zentrum; Rechte: dpa

 

Neues Auto kaufen oder altes weiterfahren?

Nicht nur der Spritverbrauch zählt

Bringen die aktuellen Rabattangebote auch Sie in Versuchung, sich von Ihrem alten Auto zu verabschieden? Dabei ist das Fahrzeug vielleicht in gar keinem so schlechten Zustand. Und was ist eigentlich besser für Umwelt und Finanzen: Den alten Wagen weiterzufahren oder einen neuen zu kaufen?

Nicht jedes ältere Auto ist automatisch eine Sprit- und Schadstoffschleuder. Umgekehrt ist nicht jeder Neuwagen ein kostensparender Klimaengel. Folgende Überlegungen helfen Ihnen bei der Entscheidung, ob sich ein Neuwagenkauf lohnt.

Mit jedem verbrannten Liter Diesel werden 2,65 Kilogramm CO2 in die Umwelt geblasen, bei Benzin sind es 2,37 Kilogramm. Wenn Sie klimaverträglich und auch günstig unterwegs sein möchten, sollten Sie ein Altauto mit hohem Spritverbrauch durch ein Fahrzeug mit deutlich niedrigerem Kraftstoffverbrauch ersetzen. Das neue Auto sollte mindestens 20 Prozent weniger verbrauchen als ihr derzeitiger Pkw. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie sich für einen Neuwagen oder ein gebrauchtes neueres Modell entscheiden.

Orientierungswerte für den CO2-Ausstoß

Vor dem Autokauf können Sie folgende Werte als Orientierungshilfe für CO2-Obergrenzen heranziehen: Kleinwagen sollten nicht mehr als 110g CO2/km emittieren, Wagen der Mittelklasse maximal 120g CO2/km.  Familienautos und Wagen der gehobenen Mittelklasse sollten höchstens 140g CO2/km ausstoßen. Bereits heute sind auf dem Markt viele Serienmodelle verfügbar, die unterhalb dieser Emissionsgrenzen liegen.

Auch die neue KFZ-Steuer, die für Neuwagen mit Erstzulassung ab dem 1. Juli 2009 gilt, begünstigt Autos mit einem geringen CO2-Ausstoß - vergleichen lohnt sich also.

Energieintensive Herstellung

Der Gesamtenergieverbrauch eines Autos wird nicht allein durch den Sprit-Verbrauch bestimmt. Auch die Herstellung ist ressourcen- und energieaufwändig. Je nach Modell macht die Herstellung sogar zwischen 10 und 20 Prozent der Energiebilanz eines Autos aus.

Umweltzone: So dürfen Sie rein

Schadstoffe aus Autoauspuffen schaden nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit. Um diesem Problem zu begegnen, haben inzwischen 33 Städte in Deutschland eine Umweltzone eingerichtet. Weitere Städte werden folgen. In einer Umweltzone dürfen nur noch Fahrzeuge fahren, die ein bestimmtes Schadstoffniveau erfüllen.

Alle Kraftfahrzeuge werden entsprechend ihres Schadstoffausstoßes in vier Gruppen eingeteilt und durch farbige Plaketten (rot, gelb, grün) gekennzeichnet. Auch wenn Sie in Ihrem Wohnort noch keine Umweltplakette benötigen: Überprüfen Sie am besten, ob Ihr Auto auch den zukünftigen Zufahrtsbestimmungen einer Umweltzone genügt. Denn bereits ab 2010 gilt vielerorts nur noch die Zufahrt mit grüner Plakette. Auch beim Kauf eines Gebrauchtwagens sollten Sie dieses Kriterium unbedingt beachten.

Zeit, Abschied zu nehmen…

Ein Benziner, der schlechter ist als Schadstoffstufe Euro1, und ein Diesel, der schlechter ist als Euro2, bleiben weit hinter dem derzeitigem Stand der Technik zurück und sind bereits jetzt von Fahrverboten in Umweltzonen betroffen. Hier lohnt sich der Kauf eines neuen oder auch neueren Autos auf jeden Fall.

Benziner oder Diesel: Kosten und Schadstoffausstoß im Blick

Benziner sind deutlich sauberer als Diesel-Pkw, denn sie stoßen keinerlei Rußpartikel aus. Vor allem ältere Diesel-Fahrzeuge produzieren höhere Mengen an gesundheitsgefährdendem Feinstaub. Daher sind sie von Fahrverboten in Umweltzonen besonders betroffen. Wenn Sie Ihren Diesel-Pkw gern weiterfahren wollen, sollte er mit einem Partikelfilter ausgestattet sein. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie unbedingt nachrüsten.

Geld vom Staat für die Nachrüstung

Bis Ende 2009 wird die Partikelfilter-Nachrüstung bei Diesel-Pkw mit einmalig 330 Euro steuerlich gefördert. Nicht zuletzt erhalten nachgerüstete Dieselfahrzeuge eine bessere Feinstaubplakette und sichern damit in vielen Fällen die freie Fahrt in die Umweltzonen. Ob und welche Partikelfilter-Nachrüstsysteme für Ihr Fahrzeug verfügbar sind und welche Feinstaubplakette Ihr Pkw nach der Umrüstung erhält, erfahren Sie auf einer Internetseite des Verkehrsclub Deutschland (VCD).
Bei der klimabewussten Wahl eines Neuwagens kann Ihnen die VCD Auto-Umweltliste helfen, in der jährlich über 350 aktuelle Modelle nach Umweltkriterien bewertet werden.

vcd_logo_artikelende.jpgVerantwortlich für den Inhalt: VCD und vzbv

Stand: 14.08.2009

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Weiterführende Links

Plaketten, Umweltzonen und Fahrverbote Informationen des Verkehrsclub Deutschland Umweltzonen in Deutschland Eine Übersicht des Bundesumweltamtes Plakettenrechner beim VCD Auf der Seite des Verkehrsclub Deutschland können Sie prüfen, welche Plakette Ihr Auto erhält Partikelfilter nachrüsten Onlinedatenbank des Verkehrsclub Deutschland

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