Nicht alle Lebensmittel mögen es kalt
Lebensmittel richtig lagern
Wer Bescheid weiß, wie man Lebensmittel jeweils am besten lagert, hat mehr davon und muss weniger wegwerfen. Längst nicht alles gehört in den Kühlschrank. Und auch leicht verderbliche Ware benötigt keinesfalls arktische Temperaturen. In jedem Kühlschrank gibt es unterschiedliche Temperaturbereiche, die man nutzen sollte.
Obst oder Gemüse aus warmen Ländern verändern bei Kälte leicht die Zellstruktur, verlieren dabei ihr Aroma oder können sogar bitter werden. Avocados, Aprikosen, Bananen, Kiwis, Mangos oder Zitrusfrüchte gehören deshalb nicht in den Kühlschrank. Im Gemüsefach bei 10 bis 12 °C sind Auberginen, Zucchini, Gurken, Tomaten, Paprika und grüne Bohnen gut aufgehoben. Sie sollten sie aber 1 bis 2 Stunden vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen, damit das Aroma sich wieder entfalten kann.
Kartoffeln brauchen einen dunklen, trockenen, möglichst auch noch kühlen Platz, damit sie nicht keimen. Im Kühlschrank aber sollten Sie Kartoffeln nicht aufbewahren, weil sie sonst einen Teil ihrer Stärke in Zucker umwandeln.
Brot wird am besten in einem Brotkasten oder Steinguttopf verwahrt. Weißbrot hält sich dort zwei Tage lang, Vollkornbrot sogar bis zu zehn Tage. Am besten reinigen Sie den Brotbehälter bei jedem Brotwechsel.
Verschiedene Temperaturzonen im Kühlschrank richtig nutzen
Der Kühlschrank ist dagegen der beste Lagerort für Beeren, Weintrauben und Wassermelonen, besonders auch für frische Pilze. Salate sollten Sie möglichst schnell verzehren oder nur kurzfristig bei 1 bis 7°C lagern [1]. In den kühlen Monaten bietet sich insbesondere für lagerfähiges Obst und Gemüse auch eine verschließbare Kiste auf Balkon oder Terrasse an, das kostet gar keine Energie. Eine geeignete Verpackung verhindert, dass das Gemüse austrocknet und Reifegase zum vorzeitigen Verderben führen.
Unbedingt kalt gelagert werden sollten leicht verderbliche frische Lebensmittel wie Fisch, Fischerzeugnisse, Geflügel, Fleisch und Fleischwaren. Sie gehören an die kälteste Stelle im Gerät. Das ist meist der untere Bereich des Kühlschranks auf der Glasplatte. Sie benötigen eine Temperatur zwischen +1 und +4 °C. Ermitteln Sie die unterschiedlichen Temperaturzonen mit einem Thermometer! Außerdem sollten diese Produkte rasch nach dem Einkauf verzehrt werden.
Milch und Milchprodukte, Käse und geräucherte Fleischwaren brauchen es ebenso wie zubereitete Speisen mit bis zu + 8°C weniger kühl. [2] Bei verpackten Waren geben die Hersteller auch eine Kühltemperatur an, sofern diese für die Einhaltung des Mindesthaltbarkeitsdatums erforderlich ist. Dies wird am Beispiel einer Frischmilch deutlich: „Bei +8 °C mindestens haltbar bis …“ Deshalb sollte diese Temperatur in der Kühlschranktür nicht überschritten werden.
Kühler Kopf beim Kühlschrankkauf
Kühlschränke und -truhen verbrauchen in Haushalten durchschnittlich 20 Prozent des Stroms [3], weil sie das ganze Jahr über laufen. Wer sich ein neues Gerät anschafft, sollte das EU-Energielabel beachten und auf ein „A++“ beim Energieverbrauch achten. Sonst wird das vermeintliche Schnäppchen bald teuer für Haushaltskasse und Klima. Ein Kühl- oder Gefriergerät der Klasse A frisst noch etwa doppelt so viel Strom wie ein Gerät aus der besten Gruppe A++. Entsprechend sieht es mit der Klimabelastung aus. [4]
Technisch hat sich hier in letzter Zeit viel getan. Deshalb lohnt sich bei Kühlschränken und -truhen, die älter als zehn Jahre sind, oft ein Austausch. Der Preis amortisiert sich über den Strompreis durchschnittlich nach 10 Jahren. Dann ist auch die Energie für die Produktion des Geräts wieder eingespielt. [5]
Tipps für die Kühlschrank-Nutzung
Tipps für die Kühlschrank-Nutzung
- Je kälter ein Kühlschrank steht, desto weniger muss er arbeiten. Der Platz neben Herd oder Heizung sollte tabu sein. 1°C Raumtemperatur-Absenkung spart 3 Prozent Energie bei Kühlschränken und 6 Prozent bei Gefrierschränken. Im kalten Kellerraum kann man zum Beispiel Gefriergeräte aufstellen, an die man nicht so häufig heran muss. Mit Styropor-Würfeln kann man den Innenraum eines Gerätes verkleinern, wenn vorübergehend wenig eingelagert ist, der so verkleinerte Innenraum braucht dann auch entsprechend weniger Energie.
- Die Lüftungsgitter zur Wärmeableitung müssen immer frei bleiben und regelmäßig entstaubt werden.
- Ist das Türgummi beschädigt, entweicht die wertvolle Kühle. In diesem Fall gilt: Sofort auswechseln!
- Kälter als 5 Grad muss es in der Mitte des Kühlschranks nicht sein. Bei verpackten Lebensmitteln sind die Temperaturempfehlungen der Hersteller zu beachten. Mit einem Kühlschrankthermometer lässt sich die Temperatur regelmäßig überprüfen. Und in der Kühltruhe reichen auch für eine langfristige Lagerung minus 18 Grad völlig aus.
- Noch warme Lebensmittel gehören nicht in den Kühlschrank. Umgekehrt sollten Tiefkühllebensmittel rechtzeitig aus dem Gefriergerät in den Kühlschrank zum Auftauen gelegt werden. Das gilt insbesondere für Fleisch, Geflügel und Fisch: je langsamer sie aufgetaut werden, umso besser bleibt die Qualität erhalten. Nebenbei liefern sie Kälte für den Kühlschrank und reduzieren den Energieaufwand beim Kochen.
- Wer weiß, auf welcher Ebene er etwas findet, muss die Kühlschranktür nur kurz öffnen. Je häufiger und länger die Tür offen steht, desto ungünstiger für Ihre Stromrechnung und fürs Klima.
Vereiste Kühlfächer fressen viel Strom, ab 1 cm Dicke sollten Sie den Kühlschrank abtauen. - Wer Urlaub macht, sollte möglichst auch seinem Kühlschrank eine Pause gönnen. Wenn Sie den gut gereinigten Kühlschrank einen Spalt aufstehen lassen, vermeiden Sie Schimmelbildung.
[1] Einkauf und Lagerung von Kartoffeln
[2] Fragen und Antworten und Fleisch und Geflügel
[3] Umweltbundesamt, Energiesparen im Haushalt, Tipps und Informationen zum richtigen Umgang mit Energie, Broschüre, September 2008, S. 7
In fachlicher Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten der Verbraucherzentralen, gefördert vom BMELV
Stand: 14.08.2009
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Wann lohnt sich ein neuer Kühlschrank? (pdf 47 KB)
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