Mann und Frau im Kofferraum; Rechte: vzbv / Gloger

 

Nutzen statt besitzen

Geteiltes Auto, geteilte Kosten, vielfacher Nutzen

Privat genutzte Pkw stehen die meiste Zeit herum und verursachen dabei hohe Kosten. Denn der Anteil der Fixkosten durch Steuern, Versicherung und Wertverlust bleibt bestehen, auch wenn das Auto nur wenig bewegt wird. Hier lässt sich mit Carsharing, dem organisierten Auto-Teilen, Geld sparen.

Laut Bundesverband Carsharing (BCS) machten Anfang 2009 insgesamt 137.000 Verbraucher beim Autoteilen mit. Das bedeutet im zweiten Jahr in Folge einen Zuwachs von gut 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Den Nutzern stehen bundesweit 3.900 Autos an 1.850 Entleihstationen zur Verfügung. Angeboten wird Carsharing in 270 Städten und Gemeinden.

Für wen lohnt sich Carsharing?

Das Umsteigen vom eigenen Wagen auf ein Carsharing-Auto lohnt sich für alle, die für die tägliche Fahrt zur Arbeit nicht unbedingt auf das Auto angewiesen sind, nicht mehr als etwa 10.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto zurücklegen müssen und in größeren Orten wohnen, in denen Carsharing angeboten wird. Nach einer Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums trifft dies auf 2,5 Millionen Menschen in Deutschland zu - für sie wäre Carsharing also eine gute Alternative zum eigenen Auto.

Besonders interessant ist dieses Angebot für Stadtbewohner, die einen Großteil ihrer Wege mit Bus und Bahn, per Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen - und deren Einstellung zum Auto eher rational geprägt ist. Ein von vielen gemeinsam genutztes Auto ist in erster Linie ein nützliches Verkehrsmittel und kein emotional aufgeladenes Statussymbol.

Wie funktioniert Carsharing?

Viele Menschen teilen sich mehrere Autos, die von einer Zentrale verwaltet werden. Die Vorbestellung des gewünschten Fahrzeugs erfolgt telefonisch oder per Internet, das Auto wird dann direkt am Stellplatz abgeholt. Der Zugang zum Fahrzeug ist unterschiedlich geregelt: Es existieren Schlüsseltresore am Parkplatz oder elektronische Kartensysteme. Im Durchschnitt 35 Personen ein Auto, die Buchungswahrscheinlichkeit, den gewünschten Wagen zu bekommen liegt bei über 90 Prozent . Die Fahrzeuge können in der Regel stunden-, tage- oder wochenweise gebucht werden.

Die meisten Unternehmen bieten verschiedene Tarife, z.B. für Wenigfahrer, für Wochenendnutzer oder für Abonnenten des öffentlichen Nahverkehrs. Einmal im Monat erhalten die Nutzer die Rechnung per Post oder Mail, so haben sie die volle Kostentransparenz. Diese Rechnung berücksichtigt die sogenannten Vollkosten, bestehend aus Wertverlust, Betriebskosten, sonstigen Fixkosten und den Kosten für Wartung und Reparatur.

Was kostet Carsharing?

Je nach Anbieter kann ein geringer monatlicher Grundbetrag für das Auto-Teilen anfallen. Manchmal gibt es auch gestaffelte Grundbeträge, die für Wenigfahrer etwas höher, für Vielfahrer etwas niedriger ausfallen. Abgerechnet werden die Fahrten nach Dauer und gefahrenen Kilometern. Sie zahlen also nur, wenn Sie auch wirklich fahren - und nicht für ein „Stehzeug.“ Die Abschaffung des Privatautos kann viel Geld sparen: Wenn Sie auf einen Wagen der Kompaktklasse, wie z.B. den VW Golf, verzichten, sparen Sie bei einer jährlichen Fahrleistung von 6.000 Kilometern Ausgaben von über 450 Euro pro Monat. Diese Rechnung berücksichtigt die sogenannten Vollkosten, bestehend aus Wertverlust, Betriebskosten, sonstige Fixkosten und den Kosten für Wartung und Reparatur.

Kostenbeispiele für Carsharing:

Eine Kurze fahrt allein (Fahrzeugklasse: Mini)

Wenn Sie in einem Kleinwagen eine knappe Stunde unterwegs sind, zahlen Sie um die fünf Euro für eine Strecke von acht Kilometern, je nach Anbieter zwischen drei und sechs Euro – Benzinkosten eingeschlossen.

Ein Ausflug mit der Familie (Fahrzeugklasse: Kombi)

Beim Wochenendausflug mit Kind und Koffern fahren Sie z.B. 100 Kilometer und mieten das Fahrzeug für sechs Stunden. Dafür müssten Sie je nach Anbieter zwischen 35 und 68 Euro zahlen. [1] Auch hier werden die Kosten für Sprit bereits in der Berechnung des Anbieters (gefahrene Kilometer) berücksichtigt.

Mit dem gesparten Geld können Sie sich den vermeintlichen Luxus von gelegentlichen Taxifahrten leisten - so kommen Sie auch nach einem ausgedehnten Kneipenbummel sicher und bequem nach Hause. Und eine Netzkarte für den Öffentlichen Nahverkehr ist auf jeden Fall drin.

Vorteile des Carsharing

Nutzer können jeweils das geeignete Auto für jeden Anlass buchen – ob für die Kurzstrecke in der Stadt, die komfortable Überlandreise oder den Transport sperriger Teile. Denn die Unternehmen verfügen in der Regel über verschiedene Fahrzeuggrößen. Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt: Der Nutzer hat mit Reinigung, Wartung, Versicherung und anderen lästigen Dingen nichts zu tun – das erledigt die Carsharing-Organisation. Auch Tanken müssen Sie in der Regel nicht, lediglich wenn der Tank am Ende der Fahrt weniger als ein Viertel voll ist. Bezahlt wird in diesem Fall bargeldfrei mittels Tankkarte, oder Sie bekommen die Benzinkosten mit der nächsten Monatsrechnung rückerstattet [2]. Da die Fahrzeuge intensiv genutzt werden, erneuern die Carsharing-Anbieter ihren Fuhrpark ständig – Sie fahren daher immer mit einem Auto, das auf dem neuesten Stand der Technik ist. Außerdem entlastet CarSharing die Umwelt, da „Autoteiler“ viele Kurzstrecken ohne Auto zurücklegen und so unnötige Fahrten vermieden werden. Und sogar die Parkplatzsuche entfällt, da die Carsharing-Stellplätze fest für das jeweilige Fahrzeug reserviert sind.

In vielen Städten haben sich Carsharing-Initiativen entwickelt, die sich auch untereinander immer stärker vernetzen und Kooperationen mit den ÖPNV-Anbietern eingehen, mit dem Vorteil, dass  z.B. Besitzer einer Monatskarte Carsharing-Angebote günstiger nutzen können. Im Durchschnitt werden durch ein Carsharing-Auto fünf private Autos ersetzt. Carsharing leistet dadurch einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des Autoverkehrs und schafft mehr Freiräume für Grünanlagen und Kinderspielplätze.

[1] nach Recherchen des VCD, Stand Juni 2009

[2] Vgl.: http://www.carsharing.de/index.php?option=com_content&task=view&id=28&Itemid=54

Logo des VCDVerantwortlich für den Inhalt: VCD und vzbv

Stand: 14.08.2009

Seite empfehlen

Materialien zum Download

Carsharing-Flyer vzbv/VCD (pdf 889 KB)

Weiterführende Links

Preisübersicht verschiedener Carsharing-Anbieter Verbraucherinfothek des Verbraucherzentrale Bundesverbandes www.carsharing.de Informationen zu Anbietern und Standorten gibt es beim Bundesverband Carsharing

In Ihrer Nähe

Onlineberatung Mobilität

Onlineberatung Mobilität

Sie möchten mobil sein und das möglichst klimafreundlich? Unsere Experten helfen Ihnen gern und kostenfrei weiter! Hier können Sie Ihre Frage stellen.

mehr...

So finden Sie das richtige Produkt

Kennzeichnungen Mobilität

Ob Autoreifen oder Kinderfahrrad - hier finden Sie Informationen zu allen bedeutenden Kennzeichnungen im Bereich Mobilität

mehr...

Copyright © Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. 2009