Blumenerde ohne Torf ist gut fürs Klima
Abbau von Torf in Mooren setzt viele Treibhausgase frei, besser sind Blumenerden auf Humusbasis oder Kompost
Wenn es draußen wärmer wird, zieht es viele Menschen in ihre Gärten, die nach dem langen Winter wieder in Schuss gebracht werden müssen. Oft kommen dabei torfhaltige Bodenzusätze und Pflanzenerden zum Einsatz. Insgesamt werden jedes Jahr ca. 2,5 Mio. Kubikmeter Torf von deutschen Hobbygärtnern jedes Jahr ausgebracht.
Doch während sie ihrer heimischen Parzelle etwas Gutes tun, schaden die Pflanzenfreunde damit unbewusst dem Klima. Denn beim Abbau vom Torf werden nicht nur wertvolle Naturflächen vernichtet, sondern auch jede Menge Treibhausgase freigesetzt. Und nicht nur einmalig: In den Folgejahren emittieren die für die Torfstecherei entwässerten Moore wei-ter Treibhausgase. Dabei sind neben Ozeanen und Wäldern Moore die größten CO2-Senken auf dem Planeten.
Forscher haben berechnet, dass alleine beim Torfabbau in Deutschland jedes Jahr ca. zwei Mio. Tonnen CO2 in die Atmosphäre entweichen. Dabei decken heimische Torfe nur ein Drittel des Bedarfs hierzulande. Der Rest wird vor allen Dingen aus den baltischen Staaten importiert.
Das Klimateam der Verbraucherzentrale Sachsen rät daher zum Kauf torffreier Erden aus Rindenhumus, Holzfasern oder Kompost. „Problema-tisch sind auch so genannte torfreduzierte oder torfarme Erden“, erklärt Andreas Ende, Klimaberater bei der Verbraucherzentrale Sachsen. „Diese können immer noch bis zu 90 Prozent Torf enthalten und schädigen so Landschaft und Klima. Selbst Bio-Erden haben oft hohe Torfanteile. Lediglich die Bezeichnung ‚torffrei‘ gibt Sicherheit.“ „Wer auf robuste heimische Pflanzen setzt, kann auf Blumenerden ohne-hin ganz verzichten“, weiß Ende. „Zur Bodenverbesserung reichen die Vorräte des heimischen Komposthaufens meist vollkommen aus, um eine gute Gartensaison zu gewährleisten.“
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Stand: 09.03.2010



