Pressemitteilung: Deutschland fährt Geländewagen
Verbraucherzentrale Hessen zum Jahrestag der Abwrackprämie
Die Nachfrage nach Geländewagen und anderen Spritschluckern ist in Deutschland ungebrochen. Trotz Wirtschaftskrise, Abwrackprämie und neuer Kfz-Steuer wurden 2009 sogar mehr Geländewagen verkauft als 2008. Die Abwrackprämie hat nur zu einem höheren Absatz bei Klein- und Kompaktwagen geführt. Die Verbraucherzentrale Hessen fordert eine verbraucherfreundliche CO2-Kennzeichnung von Neuwagen, damit Verbraucher sich leichter informieren können.
„Die Förderung des klimabewussten Autokaufs ist 2009 offensichtlich gescheitert“, resümiert Henning Strodthoff, Leiter der Abteilung Umwelt, Klima, Energie der Verbraucherzentrale Hessen. Am 27.01.2009 wurde die sogenannte Abwrackprämie eingeführt. Das staatliche Förderprogramm mit dem offiziellen Titel „Umweltprämie“ hatte zum Ziel, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Automobilindustrie zu unterstützen. Im Juli trat zudem die neue Kfz-Steuer in Kraft, die bei Neufahrzeugen den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) berücksichtigt. Das ernüchternde Resümee des Auto-Jahres 2009: Die Abwrackprämie hat die Verkaufszahlen von Minis, Kleinwagen und Autos der Kompaktklasse in die Höhe getrieben. Dennoch kaufen die Autofahrer in Deutschland auch weiterhin Spritschlucker.
Bei den Geländewagen sind die Neuzulassungen nach wie vor steigend – alleine 2009 wurden über 240.000 neu zugelassen, rund drei Prozent mehr als 2008. Der Anteil der verbrauchsintensiven Geländewagen und Vans machte 2009 insgesamt mehr als 16 Prozent der gesamten Neuzulassungen aus.
„Wir fordern eine verständliche Verbrauchskennzeichnung bei Autos nach dem Vorbild der Energiekennzeichnung bei Waschmaschinen“, so Strodthoff weiter. Eine repräsentative Umfrage der Prognos AG im Auftrag des Klimaprojekts der Verbraucherzentralen unterstützt diese Forderung: Verbraucher wünschen klare Aussagen und transparente Angaben zu Spritverbrauch und CO2-Emission. Die Verbraucherzentrale empfiehlt folgende Obergrenzen für das Klimagas CO2: Kleinwagen sollten nicht mehr als 110 Gramm CO2 pro Kilometer verursachen, in der Golfklasse sind 120 Gramm und für Familienautos 140 Gramm akzeptabel.
Im Rahmen des Projekts „für mich. für dich. fürs klima.“ informiert die Verbraucherzentrale Hessen über den Umstieg auf klimaverträgliche Fortbewegungsmittel und zeigt attraktive Alternativen, um nicht nur klimaverträglich, sondern auch bequem und kostengünstig ans Ziel zu kommen.
Frei zum Nachdruck, Belegexemplar erbeten
Ergänzende Informationen für Verbraucher/innen:
- Telefonische Beratung zu klimabewusster Mobilität: ob klimabewusster Autokauf, nachhaltiger Urlaub oder intelligenter Verkehrsmittelmix – die Experten des Verkehrsclub Deutschland (VCD) beantworten Verbraucheranfragen (siehe rechte Spalte).
- Hessenweites Servicetelefon 0180 5 972010. 0,14 € pro Minute aus dem Festnetz der DTAG - andere (Mobilfunk-) Netzbetreiber können zusätzliche Kosten berechnen, ab 1.3.2010 maximal 0,42 € pro Minute aus dem Mobilfunk. Informationen über das Beratungs- und Seminarangebote sowie die Öffnungszeiten der Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen; teilweise auch Terminvereinbarung möglich. Keine Beratung!
Stand: 26.01.2010
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