Pressemitteilung: Die Tücken der Fan Bahncard
Verbraucherzentrale kritisiert automatisches Abo
Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft bietet die Deutsche Bahn AG seit 1. April 2010 eine Fan-Bahncard zum „Schnäppchenpreis“ von 25 Euro an. Allerdings endet der Kauf automatisch in einem Abonnement, wenn die Karte nicht rechtzeitig gekündigt wird, kritisiert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Im Antrag für die Bahncard ist der Hinweis auf das Abonnement für Kunden nicht deutlich zu erkennen und wird daher von vielen übersehen.
Die Fan-Bahncard wird bis zur Eröffnung der Weltmeisterschaft am 11. Juni verkauft. Gültig ist sie bis mindestens Ende Juli. Sie verlängert sich mit jedem Weiterkommen der deutschen Nationalelf in eine neue Runde automatisch um einen weiteren Monat. Erringt das deutsche Team gar den Weltmeistertitel, gilt die Karte bis maximal 31. Dezember 2010. Kündigt der Bahncard-Inhaber nicht sechs Wochen vor Ablauf der Laufzeit, verlängert sich die Bahncard zum regulären Preis von 57 Euro um ein ganzes weiteres Jahr. Allerdings ist aus dem Antrag nicht zu erkennen, ob das Folge-Abo ab dem Tag des Erwerbs der Fan-Bahncard oder ab dem Ende der tatsächlichen Laufzeit gilt, so ein weiterer Kritikpunkt von Monika Hecken, Fahrgastrechteberaterin der Verbraucherzentrale.
Problematisch findet Hecken zudem, dass kein Durchschlag des Antrags beim Kunden bleibt. Das unterschriebene Formular wird direkt am Schalter abgegeben oder per Post an die Deutsche Bahn gesendet. Bahnkunden empfiehlt die Verbraucherzentrale daher, sich eine Kopie des ausgefüllten Antrags zu machen und sorgfältig auf die Kündigungsfristen zu achten. Die Kündigung sollte fristgerecht, am besten per Einschreiben/Rückschein an die Bahn geschickt werden. Dieser Aufwand macht sich bezahlt, denn nur so kann man die Kündigung im Streitfall auch beweisen.
Viele Bahn-Kunden fühlen sich durch die verschleierten Bahncard- Abonnements getäuscht, so die Erfahrungen von Monika Hecken in der Fahrgastrechteberatung. „Sie fühlen sich geneppt und steigen lieber wieder aufs Auto um, statt klimafreundlich die Bahn zu nutzen.“
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert daher die Deutsche Bahn AG erneut auf, verbraucherfreundlicher zu werden und eine aktive Wahlmöglichkeit zwischen einer begrenzten Laufzeit und einer Bahncard im Abonnement zu ermöglichen.
Fahrgastrechteberatung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Wer Fragen oder Probleme hat, kann sich an die Fahrgastrechtebera-tung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wenden. Sie ist telefonisch immer freitags von 10 bis 12 Uhr unter 06131-284819 oder per Mail an mobilitaet@vz-rlp.de zu erreichen. Ratsuchende können sich auch direkt an die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz wenden.
Stand: 27.04.2010


