Pressemitteilung: Marktcheck Verbrauchskennzeichnung bei Neuwagen
Mehr als die Hälfte aller Autohäuser im Test enthalten Verbrauchern Information vor. Vergleichsweise gute Ergebnisse im Saarland.
Saarbrücken, 24.08.2009 – Die Kennzeichnung über Spritverbrauch und CO2-Ausstoß von Neuwagen in Autohäusern ist nach wie vor mangelhaft. Das ergab ein Marktcheck der Verbraucherkampagne "für mich. für dich. fürs klima." des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Mehr als 50 % der bundesweit besuchten Autohäuser weisen nur eine unzureichende Kennzeichnung auf“, so Billen.
Seit dem 01. November 2004 gilt in Deutschland die „Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung“ (EnVKV). Sie soll es Verbrauchern ermöglichen, den Kraftstoffverbrauch sowie die CO2 –Emissionen von Neuwagen direkt miteinander zu vergleichen. Autohersteller und Autohäuser haben die Pflicht, die Angaben direkt am Fahrzeug, im Verkaufsraum und in einem Leitfaden auszuweisen. Die Kontrolle der Umsetzung fällt in die Zuständigkeit der Länder. Schon in früheren Marktchecks fiel eine mangelhafte Umsetzung auf.
Die Verbraucherzentralen besuchten in einem Stichprobentest zwischen dem 8. und 19. Juni 2009 bundesweit 625 Autohäuser. Trotz gesetzlicher Verpflichtung war die Kennzeichnung in nicht einmal der Hälfte der untersuchten Fälle (46,1 Prozent) ordnungsgemäß umgesetzt. 42 der untersuchten Autohäuser (6,7%) wiesen überhaupt keine Kennzeichnung aus. In Niedersachsen lag die Quote hierfür sogar bei 20,3 Prozent, in Baden-Württemberg bei 14,3 Prozent und in Sachsen bei 13,8 Prozent.
Im Saarland dagegen ergaben sich bei einer Überprüfung von insgesamt 25 Autohäusern in den Landkreisen Saarbrücken, Neunkirchen und St. Ingbert recht gute Ergebnisse.
Keines der besuchten Autohäuser verzichtete komplett auf die Auszeichnung. Zehn hatten die vorgeschriebenen Kennzeichnungselemente vollständig realisiert.
Bei den anderen fehlten einzelne Elemente. „Hier ist noch nachzubessern“, so Jürgen Zimper, Geschäftsführer der saarländischen Verbraucherzentrale.
„Verbraucher haben ein Recht auf Information - auch und gerade beim Autokauf“, kommentierte Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). "Die hohe Rate jener Autohäuser, in denen es nur eine unzureichende Kennzeichnung für Neuwagen gibt, zeigt: Den Verbrauchern werden die ihnen gesetzlich zustehenden Informationen zum Spritverbrauch noch immer vorenthalten. Das kostet die Verbraucher im Zweifel Geld und ist ein Hemmnis für den Klimaschutz.“
Die Verantwortung sieht Billen bei den Ländern: „Wir fordern regelmäßige Kontrollen und klare Zuständigkeiten. Auch viereinhalb Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung ist in vielen Bundesländern noch immer unklar, welche Behörde für die Kontrolle der Autohäuser zuständig ist.“ Die Verbraucherzentralen werden das Anliegen auch schriftlich an die Landesregierungen herantragen.
Im Saarland konnten eindeutige Zuständigkeiten bezüglich der behördlichen Überprüfung der PKWEnVKV ermittelt werden. Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz ist seit April 2009 mit der Überwachung der Verordnung betraut und plant regelmäßige Stichprobenkontrollen. Dies ist eine wichtige Maßnahme, damit Gesetze zur Transparenz im Sinne des Verbrauchers auch in die Tat umgesetzt werden.
Das im Bundesvergleich positive Ergebnis dieser Marktüberprüfung im Saarland wertet Jürgen Zimper, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale des Saarlandes, als sehr erfreulich: „ Verbraucherinformation auch in Bezug auf klimarelevante Emissionswerte sind die Grundlage für bewusste Konsumentscheidungen, die die Umwelt und meist auch den Geldbeutel schonen. Verordnungen wie die PKWEnVKV fordern wir ebenfalls für energieintensive Elektrogeräte wie Kühlschränke, Fernseher und ähnlichem.“
Im Winter 2008 zeigte ein Marktcheck der Verbraucherzentralen, dass im Bereich der Unterhaltungselektronik und der Haushaltsgeräte die Auszeichnung, die Bewerbung und die fachliche Beratung bezüglich des Energieverbrauchs eindeutig zu wünschen übrig ließ. In diesem Fall konnte das Saarland sich leider nicht als positive Ausnahme herausstellen.
"für mich. für dich. fürs klima."
"für mich. für dich. fürs klima." ist eine Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch.
Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden. Unlautere Werbung mit Klimaschutzargumenten stoppt sie mit juristischen Mitteln.
Stand: 26.08.2009


