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Experiment gelungen! - Seite 2
Die erste wichtige Entscheidung
Zehn Sekunden, neun, acht....Stopp. 37 Prozent wählten die Aussage "Die Verkehrsplanung ist zu sehr aufs Auto ausgerichtet". Doch nicht nur diese, sondern auch die zweit- und drittplatzierten Sätze werden für die folgenden Diskussionen festgehalten. Auf diese Weise werden die Themen gewichtet. Auch für die anderen drei Lebenswelten werden die Topthemen mittels TED-Abstimmung ermittelt. Applaus.
Arbeitsphase II. Jetzt geht es um die Lösung der zuvor genannten Herausforderungen und um Ideen. An Tisch 5 wird über Rundbusse auf dem Land diskutiert. "Das City-Ticket der Bahn sollte zur Regel werden" schlägt ein Parlamentarier aus dem Rheinland vor. Sein Nachbar verweist auf die Problematik, durch Grenzüberschreitung verschiedener Verkehrsverbunde während der Fahrt, "das ist wie Kleinstaaterei" - zustimmendes Nicken in der Runde.
Es den Autofahrern unbequem machen
"Wir brauchen mehr Unterstützung für den Umgang mit den Ticketsystemen" äußert eine Parlamentarierin. Die Tischmoderatorin notiert im Zehn-Finger-System mit. "Man könnte die Zweitautos besteuern"; "Bequeme Parkplätze vor der Tür abschaffen"; "Am Wochenende mehr Waggons für den Ausflugsverkehr"; "Wandern und Radfahren in der Schule fördern"... an Vorschlägen und Ideen mangelt es nicht.
Der Moderator verkündet das Ende der zweiten Arbeitsphase, eine Stunde Mittagspause und Gelegenheit, sich im Nebenraum die Ausstellung "Klima schützen kann jeder" anzusehen, oder ein Statement im Weblog abzugeben. Das Angebot ist groß: auch Elektroräder können begutachtet werden. Dazu gibt es Filme zum Klimawandel, Informationsbroschüren und natürlich etwas zum Essen.
Gesucht: die wichtigsten Lösungsvorschläge für nachhaltige Mobilität
14.10 Uhr - Arbeitsphase III. Tisch 6 - Lebenswelt Alltag.
Erneut soll abgestimmt werden, diesmal lautet die Frage: "Welche dieser Lösungen hat die größte Wirkung für den Klimaschutz?" Die TED-Abstimmung scheint schon Routine geworden zu sein. Zehn Sekunden, elf Sekunden....
Übrig bleiben 13 "Siegerlösungen", die zusammen an die Wand projiziert werden. Die Parlamentarier erhalten den Auftrag, über diese Lösungsvorschläge zu beraten. Die Zuordnung zur Lebenswelt spielt diesmal keine Rolle. An Tisch 6 ist die Stimmung prima, die Teilnehmer scheinen fast schon vertraut im Umgang miteinander. Gemeinsam kommentieren sie die Lösungen, erweitern, fassen zusammen - und die Tischmoderatorin schickt alles über ihren Laptop an die Regie.
Kaffeepause. Anschließend die letzte TED-Abstimmung. Die 13 Aussagen wurden zu elf zusammengefasst. Nun soll es nur noch darum gehen, die Favoriten zu finden.
Es folgt ein kurzes Gespräch auf der Bühne mit Experten. "Die Stimmung hier zeigt, dass man mit vernünftigen verkehrspolitischen Forderungen auch etwas erreichen kann", kommentiert Dr. Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung die Ergebnisse.
Die letzte Abstimmung
16.30 Uhr: Das WM-Eröffnungspiel ist inzwischen angepfiffen, hier heißt es statt dessen: TED-Finale, und zwar zum Statement: "Insgesamt bin ich mit meiner Teilnahme am Verbraucherparlament zufrieden". Zehn Sekunden, neun, acht... Und allgemeines Lachen, denn 45,1 Prozent stimmen dieser Aussage zu, noch einmal 45,1 Prozent stimmen voll und ganz zu.
Gerd Billen verabschiedet alle Teilnehmer. "Ich bin von den Ergebnissen sehr beeindruckt. Es ist eine Mischung aus großen verkehrspolitischen und praktischen Dingen. Das ist es ja, was den Verbraucheralltag ausmacht."
Er verspricht, die Ergebnisse an die Mitglieder des Bundestages zu übermitteln und an die Minister heranzutragen. "Für uns war es ein Experiment, und so weit ich es sehen kann, war es ein gelungenes Experiment. Danke, an diesem heißesten Tag in Berlin in diesem Jahr."
Im WM-Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko steht es 0 zu 0.
Stand: 11.06.2010


