Schlechte Verbraucherinformation bei Klimageräten
Hersteller rücken Klimageräte gerne ins gute, grüne Licht. In Katalogen, im Internet, in Geschäften sollen Hinweise wie „Öko-Klimagerät mit reduziertem Energieverbrauch“, “ökologisches Kältemittel“ oder “FCKW-frei“ eine besondere Klima- und Umweltfreundlichkeit vermitteln. Doch eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zeigt, dass Elektrohändler die gesetzlichen Informationspflichten oft vernachlässigen und darüber hinaus irreführend mit Umweltaussagen werben.
Hersteller, Online-Händler und Handel sind verpflichtet, Klimageräte mit dem Energieeffizienzlabel zu kennzeichnen und das so genannte EU-Datenblatt bereitzuhalten. Gerade das EU-Datenblatt enthält zentrale Informationen über den Energie- und Ressourcenverbrauch der Klimageräte.
Diese Informationen sind für den Verbraucher unerlässlich, gelten insbesondere mobile Klimageräte im Vergleich zu fest installierten Geräten als besonders ineffizient. Ihre Kühlwirkung ist relativ gering, der Stromverbrauch dagegen vergleichweise hoch. Auch die eingesetzten Kältemittel besitzen überwiegend ein sehr hohes Treibhauspotential.
Eine Überprüfung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat jetzt aufgedeckt, dass die Kennzeichnung von Klimageräten sowohl im Internet als auch im Handel nur unzureichend umgesetzt wird.
Im Internet kennzeichnen ganze 89 Prozent der überprüften Onlineshops ihre Klimageräte nicht wie gesetzlich gefordert. Zwar wird die Energieeffizienzklasse angegeben, doch das EU-Datenblatt ist in der Regel nicht vollständig. So fehlt bei einem Drittel der Onlineshops die Angabe des Jahresenergieverbrauchs. Jeder zweite Onlinehändler weist die Energieeffizienzgröße, diese ist maßgeblich für die Energieeffizienzklasse, nicht aus.
Auch im Handel enthalten Unternehmen Verbrauchern die ihnen zustehenden Informationen vor und kommen ihren Kennzeichnungspflichten nur lückenhaft nach. So konnte kein einziger Händler das EU-Datenblatt aushändigen. Fast jeder zweite Händler kennzeichnet die Klimageräte nicht ordentlich mit dem EU-Label, teilweise fehlt es ganz.
Informationen über die Umweltauswirkung von Klimageräten bleiben Verbrauchern also vorenthalten. Gleichzeitig führen 41 Prozent der überprüften Unternehmen Verbraucher mit Aussagen wie „ökologisches Kältemittel“ oder „umweltschonendes Kältemittel“ in die Irre, denn die Kältemittel fördern den Treibhauseffekt und sind alles andere als umweltverträglich. Die Verbraucherzentrale ist hier erfolgreich gegen die Unternehmen vorgegangen und hat ihnen dieses verbraucherfeindliche Verhalten untersagt.


