Unterwegs mit eingebautem "Rückenwind"

Lange war es draußen kalt und unangenehm, doch nun ist es endlich soweit, die Fahrradsaison hat für viele begonnen. Frohen Mutes holte ich mein altes Fahrrad aus seinem Verließ und schenkte ihm nach monatelanger Abstinenz wieder ein wenig Aufmerksamkeit. Im zarten Sonnenlicht erinnerte mich der Drahtesel  eher ans hässliche Entlein und so schob ich das total verrostete und quietschende „Etwas“ wieder zurück in den Keller. Nach dem im Keller mit zufallender Kellertür auch noch die linke Pedale klirrend zu Boden fiel, war der Entschluss für den Kauf eines neuen Rades gefallen.

Voll im Trend liegen derzeit die Pedelec (Pedal Electric Cycles), Elektrofahrräder, bei denen ein Motor die Tretkraft unterstützt. Dadurch sind die Elektrofahrräder auch für ältere Menschen oder körperlich eingeschränkte interessant. Trotz starkem Anstieg und frischer Briese,  mit dem eingebauten „Rückenwind“ kommen Berufstätige entspannt und weniger verschwitzt zur Arbeit. Der Grad der Unterstützung, durch den Motor, lässt sich in Stufen von 25-200 Prozent einstellen. Die Angst dem Geschwindigkeitsrausch zu verfallen ist unbegründet, da sich der Motor ab einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern in der Stunde automatisch abschaltet. Abhängig von Terrain, Unterstützungsgrad, Zuladung und Fahrergewicht hält die Akkuladung bis zu 60 Kilometer.

Für die Platzierung des Motors gibt es drei Möglichkeiten im Vorderrad, Hinterrad oder in der Nähe des Tretlagers. Für Velonostalgiker, die auf den Rücktritt nicht verzichten möchten, bleibt nur die Variante im Vorderrad. Der Akku befindet sich entweder in Tretlagernähe, am Gepäckträger oder ist im Rahmen integriert. Zum Laden wird der Akku vom Pedelec abgenommen und über ein Ladegerät aufgeladen.

Mit dem Pedelec ist man nicht nur sportlich unterwegs, man schont den Geldbeutel und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Auf 100 Kilometern braucht das neue Velo ca. eine Kilowattstunde Strom, die Stromladekosten liegen je Kilowattstunde bei etwa 20 Cent. Stammt der Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wind und Sonne, entsteht so gut wie kein CO2. Zum Vergleich: Autos in Deutschland stoßen pro Kilometer im Schnitt 190 Gramm CO2 aus.

Mein Tipp: Lassen Sie ihr Fahrrad nicht so verkommen wie ich das meine. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen sich ein Pedelec zu kaufen, dann finden Sie eine Kaufberatung für Elektrofahrräder und weitere Tipps rund ums Radfahren unter www.verbraucherfuersklima.de.
Hintergrund:

"für mich. für dich. fürs klima." ist eine vom BMU geförderte Kampagne des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Die Allianz klärt mit bundesweiten Aktionen über die Chancen jedes Einzelnen beim CO2-Einsparen auf. Gegenüber Politik und Wirtschaft vertritt sie die Interessen der Verbraucher für einen Klimaschutz ohne Hürden.

Sebastian Windischmann
windischmann@verbraucherzentrale-sh.de

Stand: 07.06.2010

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