Flaschenabfüllanlage, Rechte: istockphoto

 

Unverhüllte Klimafreude

Je weniger Verpackung, desto besser

Aufwändige Verpackungen sind für viele Verbraucher ein Ärgernis. Für das Klima können sie zu einer echten Belastung werden. Selbst wenn die einzelne Tüte oder Plastikschale im Vergleich zum Inhalt meist weniger Treibhausgase verursacht - die Masse macht‘s. Bei Verpackungen lässt sich viel überflüssiges CO2 einsparen.

Die Milchkanne, mit der unsere Urgroßeltern zum Laden gingen, ist ausgestorben. Vieles gibt es heute nur noch verpackt. Aus Umwelt- und Klimaschutzgründen sollte man darauf achten, dass nicht alles doppelt und dreifach verhüllt ist.

Lieber lose Ware kaufen

Bei Obst und Gemüse haben es die Verbraucher selbst in der Hand. Wer die Lebensmittel lose in seiner Tasche nach Hause transportiert, verursacht in punkto Verpackung null Gramm CO2. Dünne Folienbeutel oder Papiertüten verursachen ebenfalls weniger CO2-Emissionen als Plastikschalen, in denen fertig abgepacktes Obst verkauft wird. Eine Papiertüte für ein Kilo Frischgemüse oder -obst verursacht etwa 11 Gramm CO2-Äquivalent, eine Plastikschale etwa 26 Gramm [1]  - was immerhin ca. 17 Prozent der Gesamtemissionen für Gemüse bedeutet. [2]

Bei Konserven sollte der Verbraucher lieber zur Dose greifen. Die Weißblechverpackung belastet das Klima pro Kilo Inhalt mit 107 Gramm CO2-Äquivalent. Ein Einwegglas schlägt mit fast dem Doppelten (194 Gramm Klimagase) zu Buche. [3] Auch wenn sie ordnungsgemäß im Glascontainer landen, schlucken Herstellung und Recycling unnötig viel Energie.

Mehrweg ist der beste Weg

Nicht nur bei Getränken sollte man - wo immer möglich - Mehrwegsysteme bevorzugen. Dabei muss man aufmerksam sein: Dass ein Pfand fällig wird bedeutet heutzutage nämlich nicht mehr automatisch, dass die Flaschen wiederbefüllt werden. Im Gegenteil: Ein immer größerer Anteil der Pfandflaschen wird inzwischen nach der Rückgabe sofort zerquetscht.
Das Heidelberger Ifeu-Institut [4] hat für verschiedene Mineralwasserflaschen Ökobilanzen aufgestellt. Die 1,5-Liter-PET-Einwegflaschen schneiden besonders schlecht ab. Für ihre Herstellung wird nicht nur laufend frisches Rohmaterial aus Erdöl benutzt. Sie legen auch wesentlich weitere Transportwege zurück als die Mehrwegflaschen der Mineralbrunnen, weil es für sie nur wenige Großabfüllstationen in Deutschland gibt. Dagegen können die Mehrweg-Perlflaschen an 181 Standorten neu befüllt werden.
So ist ein Schluck aus der PET-Einwegflasche, die 1,5 Liter fasst, etwa doppelt so klimabelastend wie der aus einer PET-Mehrwegpulle mit einem Liter Inhalt. Etwas schlechter schneiden Glasflaschen ab, weil sie deutlich schwerer sind als Plastikverpackungen und außerdem weniger 0,7-Liter-Flaschen in einen Lkw passen.
Meiden sollte man Getränkedosen: Pro Liter Inhalt belastet die Alu-Dose das Klima mit 211 Gramm CO2, die Weißblechdose sogar mit 365 Gramm. [5]

Eine Ausnahme von der Mehrwegregel stellt der Milchschlauch aus Polyethylen dar: Er ist so leicht, dass er in der Ökobilanz geringfügig vor der wiederbefüllbaren Milchflasche liegt. Leider bieten nur wenige Supermärkte den Beutel an.

Recycling bessert die Klimabilanz auf

Nicht alle Einweg-Verpackungen sind also gleich schlecht: Getränkekartons schneiden in Ökobilanzen häufig ähnlich gut ab wie Mehrwegflaschen - vorausgesetzt, sie werden recycelt. Die Karton-Hersteller werben daher oft lautstark mit der Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte. Allerdings können Verbraucher über das weitere Schicksal eines Tetrapaks nicht sicher sein, während sie mit dem Griff zur Mehrwegflasche auf jeden Fall richtig liegen.

Für alle nicht vermeidbaren Einweg-Verpackungen gilt: Recycling bessert die Klimabilanz auf. Einweggläser gehören deshalb keinesfalls in den normalen Hausmüll, sondern in Altglascontainer, Dosen und Plastikbecher in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne.

[1] Berechnet nach Daten des Freiburger Öko-Instituts, S. 39

     Basisdaten aus Öko-Institut - Arbeitspapier, S. 5

[2] Bergischer Abfallverband 

[3] Siehe ebd.

[4] unter Genossenschaft Deutscher Brunnen kann die Studie bestellt werden

[5] Bergischer Abfallwirtschaftsverband (BAV)

Stand: 14.08.2009

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Weiterführende Links

Genossenschaft Deutscher Brunnen Ökobilanz von Glas- und PET-Mehrwegflaschen im Vergleich des Heidelberger Ifeu-Instituts Deutschen Umwelthilfe Hintergrundinfos der Deutschen Umwelthilfe zum Thema Verpackungsrecycling Umweltbundesamt Aktuelle Studie des Umweltbundesamts zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen

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Kurztipps

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Mehr Obst und Gemüse Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag: Die goldene Regel für eine gesunde Ernährung ist auch fürs Klima gut. Denn pflanzliche Lebensmittel belasten die Atmosphäre in der Regel weniger mit Treibhausgasen als tierische.
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Energiefresser entsorgen Ersetzen Sie Ihren alten Herd oder Kühlschrank durch ein energiesparendes Gerät. Fast die Hälfte der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen wird bei der Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel verursacht.
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Auf Standby steht keiner mehr Standby heißt nicht immer standby. Manchmal gehen Geräte auch in den Sleep-, Eco- oder Energiesparmodus. So oder so: Die Geräte bleiben abrufbereit und verbrauchen Strom. Schalten Sie die Geräte lieber ganz ab.
Flugzeug am Himmel; Rechte: cossac/pixelio
Was fliegt denn da? Von allen Lebensmitteln verursacht Flugware am meisten CO2. Der Flugtransport von einem Kilogramm Fisch oder Obst aus Südafrika zum Beispiel verursacht elf Kilogramm CO2. Essen Sie also lieber Zuchtfisch oder Meeresfisch aus nachhaltiger Produktion, der ein MSC-Siegel trägt und saisonales Obst, möglichst aus der Region.
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Mehrweg ist der richtige Weg Mehrwegverpackungen haben in der Umwelt- und Klimabilanz klar die Nase vorn. Lassen Sie Produkte mit aufwändiger oder überflüssiger Verpackung liegen und schicken Sie damit an Hersteller und Handel eine Botschaft für die Zukunft.
Hand an der Gangschaltung; Rechte: sparkie/pixelio
Wer schnell schaltet, spart Der erste Gang ist nur zum Anfahren. Schalten Sie rasch in den zweiten und spätestens bei 2.000 Umdrehungen pro Minute in den nächsten Gang. Als Faustregel gilt: Bei Tempo 30 im dritten, 40 im vierten und ab 50 im höchsten Gang fahren.
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Vorder- und Rückseite nutzen Auch beim Drucken können Sie viel sparen und das Klima schonen. Bedrucken Sie Ihr Papier möglichst beidseitig, am besten von vornherein durch doppelseitigen Druck. Für viele Geräte ist das kein Problem.
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Mit einem Griff Wasser sparen Eine Menge Wasser fließt bei der Suche nach der richtigen Wassertemperatur ungenutzt in den Abfluss. Die Lösung heißt Einhandmischer. Der sorgt dafür, dass die gewünschte Temperatur schnell einzustellen ist.
Frau auf Fahrrad, Rechte: VZBV
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Sahneherz auf Butterbrot; Rechte: berwis/pixelio
Aber bitte mit Sahne? Je höher der Fettgehalt eines tierischen Lebensmittels, desto schlechter ist dessen Klimabilanz. Ein bewusster, sparsamer Umgang mit Sahne, Butter und fettem Käse schont das Klima – und Ihre Gesundheit.
Papierrollen, Rechte: iStock
Weiße Weste dank Recyclingpapier Recyclingpapier schont Wälder, denn es wird aus Altpapier gemacht. Moderne Recyclingpapiere sind fast so hell wie Neupapier und diesem qualitativ in jeder Hinsicht ebenbürtig. Greifen Sie zu!
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Teure Kleingeräte Vom Radio bis zum Taschenrechner – Batterien und Akkus sind die teuerste Energieform überhaupt. Stromsparender und damit klimaschonender sind Alternativen mit Netzteil oder Solarbetrieb.
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Niedrigtourig sparsam Auto fahren 2.000 Umdrehungen pro Minute reichen in der Stadt aus. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und schont den Motor. Weniger CO2-Ausstoß ist besser fürs Klima, bedeutet weniger Spritkosten und spart Geld.
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Fernseher – große Filme auf großen Schirmen? Die richtige Größe des neuen Fernsehers will gut überlegt sein. Denn einen großen Bildschirm können Sie nur mit ausreichend Abstand genießen. Außerdem lohnt es sich besonders bei Fernsehern, die verschiedenen Modelle hinsichtlich ihres Stromverbrauchs zu vergleichen.
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Keine Eiszeit im Kühlschrank Kontrollieren Sie doch einmal die Temperatur Ihres Kühlschranks, am besten mit einem Kühlschrankthermometer. Denn in der Mitte des Gerätes reichen 5 Grad vollkommen aus. Für Gefrierschränke sind -18 Grad optimal.
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Clever kochen Für jeden Topf gibt es den passenden Deckel. Der hilft wertvolle Energie zu sparen, die sonst ungenutzt verdampft. Die Herdplatte können Sie schon deutlich vor Ende der Kochzeit abstellen: Die Restwärme reicht aus, um das Essen fertig zu garen.
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Klimabewusster Autokauf! Denken Sie an die Anschaffung eines Neuwagens? Achten Sie darauf, dass er klimaverträglich und sparsam ist. Informationen dazu bietet die VCD Auto-Umweltliste, die Sie kostenfrei in jeder Verbraucherzentrale erhalten.
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Öfter auf Öko setzen Mit Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau sorgen Sie für gutes Klima auf dem Tisch. Beim Anbau fallen weniger Emissionen an, da auf energieintensive, mineralische Stickstoffdünger verzichtet wird. Bei tierischen Produkten ist der Bio-Vorsprung nicht ganz so klar. Grundsätzlich aber gilt: Wer mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel isst, tut der eigenen Gesundheit und dem Klima Gutes.
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Vorausschauend einkaufen Eine Speiseplanung für einige Tage im Voraus und eine entsprechende Einkaufsliste helfen Kosten, Zeit und Energie zu sparen. Unnötige Einkaufsfahrten strapazieren die Nerven und belasten das Klima. Gesünder - auch fürs Klima - ist der Einkauf zu Fuß oder per Fahrrad.
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Ein Wasserkocher lohnt sich … … es sei denn, Sie kochen mit einem Gasherd. Ansonsten gilt: Wasser auf dem Herd zu kochen ist pure Energieverschwendung. Erhitzen Sie Wasser lieber mit dem Wasserkocher und messen Sie das Wasser genau ab.
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Händewaschen, Rechte: istock
Energiefresser stoppen Häufig fristen kleine Wasserboiler unter Waschbecken oder in Unterschränken im Dauerbetrieb ein energiefressendes Dasein. Ein kleines Vorschaltgerät für um die 30 Euro stoppt den Stromklau.
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Stromanbieter: Sauber wechseln Jeder Deutsche verursacht im Jahr rund zehn Tonnen CO2. Allein durch den Wechsel zu Ökostrom könnte jeder Verbraucher seine jährliche CO2-Bilanz um zehn Prozent senken. Die geringen Mehrkosten lassen sich mit den anderen Klimatipps leicht wieder einsparen.
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Klimaneutral heizen mit Holz Beim Verbrennen von Holzpellets entsteht nur so viel CO2 wie der wachsende Baum zuvor der Atmosphäre entzogen hat. Ihr Ofen sollte allerdings den Grenzwert des Blauen Engels für Feinstaubemissionen nicht überschreiten.

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