Verbraucherzentrale Bremen
Verbraucherzentrale Bremen holt alle mit ins Boot
Nicht nur die Verbraucher sind gefragt, ihren Konsum kritisch zu hinterfragen und klimafreundlicher auszurichten. Auch Unternehmen müssen für bessere Produkte sorgen und Politik für ausreichende Rahmenbedingungen sorgen. Die Verbraucherzentrale Bremen sieht hier Nachholbedarf.
Wir sitzen alle in einem Boot, wenn es um den Klimawandel geht. Für eine küstennahe Region wie Bremen ist der erwartete Anstieg der Meeresspiegel eine für jeden nachvollziehbare Bedrohung. Deshalb lautet der Slogan der Klimakampagne der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände: für mich. für dich. fürs klima.
Alle können mitmachen und helfen, den CO2-Ausstoß zu senken, aber nur gut informierte Verbraucher können wirkungsvoll ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Verbraucher müssen Handlungsalternativen kennen und in der Lage sein, die Produktangebote miteinander zu vergleichen. Klimafreundliche von weniger klimafreundlichen Produkten zu unterscheiden gestaltet sich aber oftmals als schwierig.
Was macht Produkte klimafreundlich?
Hersteller und Handel haben erkannt, dass Verbraucher mit dem Klimaargument gut zu ködern sind. Die Werbeanzeigen locken mit Begriffen wie „klimafreundlich“, „nahezu CO2-frei“, „Grünes Licht für den Klimaschutz“ oder „klimaneutral“. Es gibt bereits mehrere Gütesiegel, die den Aussagen noch einen Glaubwürdigkeitsstempel aufdrücken. Das Problem dabei ist, dass Verbraucher nicht nachvollziehen können, was einzelne Produkte im Vergleich zu anderen tatsächlich klimafreundlicher macht. Auch wissen viele Verbraucher nicht, ob es gegebenenfalls sinnvollere Alternativen gibt. Für eine Fahrt von Bremen nach Frankfurt beispielsweise ist die Fahrt mit der Bahn allemal klimafreundlicher als ein „klimaneutraler“ Flug. Leider gibt es bisher noch keinen rechtlichen Rahmen für Werbeaussagen oder Gütesiegel zum Klimaschutz.
Klimafreundliche und energieeffiziente Produkte noch Mangelware
Auch wenn inzwischen der Wert des Themas Klima in der Werbung angekommen ist, macht sich das in den Regalen des Handels nicht wirklich bemerkbar. Klimafreundliche Produkte sind oft Mangelware, ein klimafreundlicher Konsum somit nicht möglich. Bei Haushaltsgeräten beispielsweise ist es immer noch so, dass zu wenige Geräte aus der besten Energie-Effizienzklasse im Verkaufsraum stehen. Dabei lohnen sich klimafreundliche Produkte. Unternehmen, die diese Entwicklung frühzeitig erkennen, können sich am Markt besser positionieren und die Verbraucher haben endlich die Wahl, klimafreundliche Produkte zu kaufen.
Die Verbraucherzentrale Bremen bittet um Hinweise
Das Klimateam von der Verbraucherzentrale Bremen bittet um Hinweise, wenn Verbraucher den Verdacht haben, dass fälschlicherweise für Produkte mit irreführender Werbung geworben wird. Natürlich freuen wir uns auch über Hinweise auf besonders klimafreundliche Produkte bzw. Unternehmen in Bremen, Bremerhaven und Umgebung: verbraucherfuersklima@vz-hb.de
Mit Musterhaushalten auf der Spur von Alltagszwängen
Gut informierte Verbraucher und ein breiteres Produktangebot sind wichtig. Aber das alleine wird vermutlich nicht ausreichen, die Treibhausgase bis 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Denn so gut wie alle Verbraucher verhalten sich - trotz besseren Wissens - nicht konsequent klimafreundlich.
Dieser Situation will die Verbraucherzentrale Bremen mit ihrem Projekt Klimamusterhaushalte auf den Grund gehen. Das Klimateam der Verbraucherzentrale wird an dem Projekt teilnehmende Haushalte beraten. Ziel der Beratungen ist, in den Bereichen Mobilität, Ernährung, Konsum und Energie sowie Wärme CO2 einzusparen.
Augenmerk auf Hindernisse im Klimaschutz
Dabei gehen die Mitarbeiter des Klimateams davon aus, dass die Klimamusterhaushalte im Alltag auf eine Reihe von Hindernissen stoßen. Neben den oft knappen Haushaltsbudgets spielen Alltagszwänge und Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Das Augenmerk soll verstärkt auf diese Motive gelenkt werden, um geeignete Instrumente zu entwickeln. Instrumente, mit denen Verbraucher besser erreicht werden und Instrumente, die auf die Lebenswirklichkeit von Verbrauchern abgestimmt sind.
Wir sitzen alle in einem Boot und jeder wird gebraucht, damit der Klimawandel rechtzeitig abgebremst werden kann. Das heißt aber auch, dass die, die in Verantwortung von Politik und Unternehmen stehen, mehr als bisher machen müssen, um die Verbraucher auf diesem Weg mitzunehmen. für mich. für dich. fürs klima bedeutet auch: im Rahmen seiner Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen.
Stand: 14.08.2009


