leere Stuhlreihen; Rechte: Pixelio/Peter Kirchhoff

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Vor dem ersten Verbraucherparlament: Was Teilnehmer erwarten

Am Freitag (11.06.10) treffen sich 150 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland zum ersten deutschen Verbraucherparlament in Berlin. Gemeinsam beraten sie über Verkehrskonzepte für die Zukunft. Wie sind ihre Erfahrungen mit der Mobilität im Alltag? Was erwarten sie vom Verbraucherparlament? Wir haben Teilnehmer des Verbraucherparlaments gefragt.

Verena Salomon und Michael Flohr; Rechte: Privat

Verena Salomon und Michael Flohr, Studenten aus Thüringen

Was bedeutet für Sie Mobilität im Alltag?
Mobilität ist unersetzlich, um so manche Herausforderung im heutigen Alltags- und Berufsleben zu meistern. Als Paar studieren wir sogar in drei unterschiedlichen Städten und ohne Bahn und Bus wäre das Studium gar nicht vorstellbar. Im Urlaub ist Mobilität auch wichtig, um die Welt zu erkunden. Allerdings versuchen wir nach Möglichkeit Flüge zu vermeiden und beschränken uns so weit wie möglich auch auf die Bahn und den öffentlichen Nahverkehr.

Worüber ärgern Sie sich im Verkehrsalltag?
Die Bahn als ständiger und fast tagtäglicher Begleiter stellt den Studenten in Thüringen wegen Verspätungen immer wieder auf die Geduldsprobe. Andererseits ist die Bahn unheimlich praktisch – man wird entspannt befördert und kann andere Sachen erledigen – und vor allem ökologischer als jedes andere Verkehrsmittel.

Was wünschen Sie sich vom Verbraucherparlament?
Viele wertvolle und umsetzbare Ideen, die von der politischen Elite unseres Landes wahrgenommen und letztendlich umgesetzt werden. Wir hoffen, dass jeder zu Wort kommt, der sonst eher ungehört von den Entscheidungsträgern bleibt und überzeugende Gedanken zum Thema Mobilität vorzutragen hat. Im Bereich Bahn würden wir uns auch freuen, wenn die Deutsche Bahn als riesiges Unternehmen die Anliegen und Wünsche ihrer treuen Kunden wahrnimmt und diese nach Möglichkeit in die Unternehmenskultur und den täglichen Arbeitsablauf integriert.

Claudia Schnuppe; Rechte: Privat

Claudia Schnupp, Abiturientin aus Bayern

Wie wurden Sie auf das Verbraucherparlament aufmerksam?
Ich habe zufällig in der Zeitung davon gelesen. Da ich mich sehr für Umweltthemen interessiere und es außerdem toll finde wenn man auch als einfacher Bürger direkt die Möglichkeit hat etwas mitzugestalten wollte ich die Chance nutzen und habe mich spontan angemeldet.

Was erwarten Sie vom Verbraucherparlament?
Es wäre toll, wenn es dem Verbraucherparlament gelingen würde sinnvolle und langfristige Lösungsansätze zusammenzutragen, und nicht wie viele politische „Klimagipfel“ ohne Ergebnis bleibt. Ich würde mir wünschen, dass in der Zusammenarbeit völlig neuartige Ideen entstehen, und dass dieses Parlament auch von den Politikern ernst genommen wird. Außerdem hoffe ich, dass das Parlament eine Art „Vorbildfunktion“ hat und sich viele Menschen Gedanken über Klima und Mobilität machen.

Welche Verkehrsmittel nutzen Sie im Alltag?
Das Fahrrad ist eindeutig mein Lieblingsverkehrsmittel. Die Stadt aus der ich komme, Erlangen verfügt über ein gut ausgebautes Netz an Radwegen. Auch mit den Busanbindungen bin ich im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Schlechte Erfahrungen habe ich leider mit der Zuganbindung an unsere Nachbarstadt Nürnberg gemacht. Am Wochenende fährt nach halb eins in der Nacht kein Zug mehr, weshalb fast alle auf das Auto umsteigen.

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Kurztipps

Thermometer, Rechte: iStock
Die richtige Temperatur finden Im Winter nur ein T-Shirt in der überheizten Wohnung zu tragen oder selten genutzte Räume auf 20 Grad zu heizen, schadet dem Klima und kostet viel Geld. Jeder Grad Celsius weniger senkt den Energieverbrauch um rund sechs Prozent.
Batterien in geöffneter Hand; Rechte: fielperson/pixelio
Teure Kleingeräte Vom Radio bis zum Taschenrechner – Batterien und Akkus sind die teuerste Energieform überhaupt. Stromsparender und damit klimaschonender sind Alternativen mit Netzteil oder Solarbetrieb.
Windrad; Rechte: P.Kirchhoff/pixelio
Stromanbieter: Sauber wechseln Jeder Deutsche verursacht im Jahr rund zehn Tonnen CO2. Allein durch den Wechsel zu Ökostrom könnte jeder Verbraucher seine jährliche CO2-Bilanz um zehn Prozent senken. Die geringen Mehrkosten lassen sich mit den anderen Klimatipps leicht wieder einsparen.
Flugzeug am Himmel; Rechte: cossac/pixelio
Was fliegt denn da? Von allen Lebensmitteln verursacht Flugware am meisten CO2. Der Flugtransport von einem Kilogramm Fisch oder Obst aus Südafrika zum Beispiel verursacht elf Kilogramm CO2. Essen Sie also lieber Zuchtfisch oder Meeresfisch aus nachhaltiger Produktion, der ein MSC-Siegel trägt und saisonales Obst, möglichst aus der Region.
Heizung, Rechte: istock
Die Heizung „in Watte“ packen Besonders hinter Heizungen sind die Wände oft dünn. Wärme geht durch solch schlechte Isolierungen ungenutzt verloren. Wärmedämmung in Form von Platten oder Folien wirkt dem entgegen. Sie sind im Baumarkt erhältlich und ganz einfach anzubringen.
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Beim Urlaub die Umwelt im Blick Wer weit reist, sollte auch lang bleiben: Faustregel: 100 Kilometer reisen, einen Tag bleiben. Für einen Drei-Tages-Trip sollten Sie also nicht mehr als 300 Kilometer zurücklegen, empfiehlt der Verkehrsclub Deutschland.
Papierstapel, Rechte: iStock
Vorder- und Rückseite nutzen Auch beim Drucken können Sie viel sparen und das Klima schonen. Bedrucken Sie Ihr Papier möglichst beidseitig, am besten von vornherein durch doppelseitigen Druck. Für viele Geräte ist das kein Problem.
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Klimabewusster Autokauf! Denken Sie an die Anschaffung eines Neuwagens? Achten Sie darauf, dass er klimaverträglich und sparsam ist. Informationen dazu bietet die VCD Auto-Umweltliste, die Sie kostenfrei in jeder Verbraucherzentrale erhalten.
Bierflaschen, Rechte: iStock
Mehrweg ist der richtige Weg Mehrwegverpackungen haben in der Umwelt- und Klimabilanz klar die Nase vorn. Lassen Sie Produkte mit aufwändiger oder überflüssiger Verpackung liegen und schicken Sie damit an Hersteller und Handel eine Botschaft für die Zukunft.
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Auf Standby steht keiner mehr Standby heißt nicht immer standby. Manchmal gehen Geräte auch in den Sleep-, Eco- oder Energiesparmodus. So oder so: Die Geräte bleiben abrufbereit und verbrauchen Strom. Schalten Sie die Geräte lieber ganz ab.
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Keine Eiszeit im Kühlschrank Kontrollieren Sie doch einmal die Temperatur Ihres Kühlschranks, am besten mit einem Kühlschrankthermometer. Denn in der Mitte des Gerätes reichen 5 Grad vollkommen aus. Für Gefrierschränke sind -18 Grad optimal.
Drehzahlmesser; Rechte: tommyS/pixelio
Niedrigtourig sparsam Auto fahren 2.000 Umdrehungen pro Minute reichen in der Stadt aus. Das senkt den Kraftstoffverbrauch und schont den Motor. Weniger CO2-Ausstoß ist besser fürs Klima, bedeutet weniger Spritkosten und spart Geld.
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Kühl auftauen! Lebensmittel aus der Tiefkühltruhe können langsam im Kühlschrank auftauen – ihre Kälte geben sie an die Umgebung ab, und der Kühlschrank braucht weniger Energie zum Kühlen.
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Energiefresser entsorgen Ersetzen Sie Ihren alten Herd oder Kühlschrank durch ein energiesparendes Gerät. Fast die Hälfte der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen wird bei der Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel verursacht.
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Fernseher – große Filme auf großen Schirmen? Die richtige Größe des neuen Fernsehers will gut überlegt sein. Denn einen großen Bildschirm können Sie nur mit ausreichend Abstand genießen. Außerdem lohnt es sich besonders bei Fernsehern, die verschiedenen Modelle hinsichtlich ihres Stromverbrauchs zu vergleichen.
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Ein Wasserkocher lohnt sich … … es sei denn, Sie kochen mit einem Gasherd. Ansonsten gilt: Wasser auf dem Herd zu kochen ist pure Energieverschwendung. Erhitzen Sie Wasser lieber mit dem Wasserkocher und messen Sie das Wasser genau ab.
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Vorausschauend einkaufen Eine Speiseplanung für einige Tage im Voraus und eine entsprechende Einkaufsliste helfen Kosten, Zeit und Energie zu sparen. Unnötige Einkaufsfahrten strapazieren die Nerven und belasten das Klima. Gesünder - auch fürs Klima - ist der Einkauf zu Fuß oder per Fahrrad.
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Blumen aus der Region Im Winter muss niemand auf Blumen verzichten. Heimische Gewächshäuser bieten etwa Chrysanthemen, Fresien oder Gerbera an. Noch besser sind Christrosen und Hortensien aus dem Kaltgewächshaus.
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Clever kochen Für jeden Topf gibt es den passenden Deckel. Der hilft wertvolle Energie zu sparen, die sonst ungenutzt verdampft. Die Herdplatte können Sie schon deutlich vor Ende der Kochzeit abstellen: Die Restwärme reicht aus, um das Essen fertig zu garen.
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Weniger Fleisch ist mehr Die Produktion tierischer Lebensmittel verursacht deutlich mehr CO2 als die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Verzichten Sie deshalb öfter mal auf Fleisch und Wurst und gönnen sich dafür dann ein besseres Stück.
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Klimaneutral heizen mit Holz Beim Verbrennen von Holzpellets entsteht nur so viel CO2 wie der wachsende Baum zuvor der Atmosphäre entzogen hat. Ihr Ofen sollte allerdings den Grenzwert des Blauen Engels für Feinstaubemissionen nicht überschreiten.
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Weiße Weste dank Recyclingpapier Recyclingpapier schont Wälder, denn es wird aus Altpapier gemacht. Moderne Recyclingpapiere sind fast so hell wie Neupapier und diesem qualitativ in jeder Hinsicht ebenbürtig. Greifen Sie zu!
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Lebensmittel aus der Region Setzen Sie regionale Lebensmittel auf Ihrem Einkaufszettel ganz nach oben. Kurze Transportwege schonen das Klima. Was vor Ort ausreifen konnte, schmeckt besser und hat oft mehr gesunde Inhaltsstoffe. Klimaschutz schmeckt!
Händewaschen, Rechte: istock
Energiefresser stoppen Häufig fristen kleine Wasserboiler unter Waschbecken oder in Unterschränken im Dauerbetrieb ein energiefressendes Dasein. Ein kleines Vorschaltgerät für um die 30 Euro stoppt den Stromklau.
Sahneherz auf Butterbrot; Rechte: berwis/pixelio
Aber bitte mit Sahne? Je höher der Fettgehalt eines tierischen Lebensmittels, desto schlechter ist dessen Klimabilanz. Ein bewusster, sparsamer Umgang mit Sahne, Butter und fettem Käse schont das Klima – und Ihre Gesundheit.

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